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Heidelberg: Nach Ultimatum – Vor-Ort-Treffen im Faulen Pelz endet ergebnislos

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Nach dem Ultimatum der Stadt haben sich beide Seiten im Faulen Pelz getroffen. Noch sind die beiden Streitparteien weit voneinander entfernt.

Update vom 10. März: Am 3. März lief das Ultimatum ab, das die Stadtverwaltung dem Land Baden-Württemberg gestellt hatte. Mittlerweile habe man sich „auf Arbeitsebene“ vor Ort getroffen, heißt es. Die unterschiedlichen Auffassungen zum Ex-Knast „Fauler Pelz“ sind aber weiter nicht beigelegt. Die Begehung habe aus Sicht der Stadt klar ergeben, dass ein Bauantrag für die Arbeiten vonnöten sei, sieht das Sozialministerium „offene Fragen“, die noch geklärt werden müssten, berichtet die „Rhein-Neckar-Zeitung“. Man wolle in Kontakt bleiben.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (31. Dez. 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Fauler Pelz in Heidelberg: Land soll Arbeiten einstellen ‒ Stadt stellt Ultimatum

Erstmeldung vom 22. Februar: Im Streit um die Nutzung des ehemaligen Gefängnis „Fauler Pelz“ in Heidelberg bahnt sich die nächste Verschärfung an. Anfang Februar forderte die Verwaltung eine Stellungnahme zu den Arbeiten, die das Land im Ex-Knast in der Altstadt durchführt. Das Sozialministerium will 11 Millionen Euro im „Faulen Pelz“ investieren, um dort ab Spätsommer rund 80 suchtkranke Straftäter im Maßregelvollzug unterzubringen. Nach Prüfung des Schreibens halten die „zuständigen Stellen bei der Stadt Heidelberg“ die Stellungnahme für „nicht ausreichend“. Aus Sicht des Sozialministeriums werden im „Faulen Pelz“ „kleinere Ausbesserungsarbeiten“ durchgeführt, die keiner Baugenehmigung bedürfen.

Blick in den Hof des ehemaligen Gefängnis Fauler Pelz in der Altstadt von Heidelberg.
Am Faulen Pelz sollen keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Heidelberg: Land soll Arbeiten im Faulen Pelz ruhen lassen

Weiterhin fehlten ein Bauantrag oder zumindest eine Planung inklusive detaillierter Maßnahmenbeschreibung, heißt es in einer Mitteilung. „Ohne diese Unterlagen sei eine fundierte Einschätzung aus baurechtlicher und denkmalfachlicher Sicht nicht möglich.“ Jetzt zieht die Stadt Heidelberg härtere Bandagen an und stellt dem Land Baden-Württemberg ein Ultimatum: Bis Donnerstag (3. März) soll das Sozialministerium einen konkreten Maßnahmenplan vorlegen und solange auch die Arbeiten im „Faulen Pelz“ einstellen. Auch ein gemeinsamer Ortstermin sei möglich.

In dem Plan sollen im Innen- und Außenbereich des denkmalgeschützten Gebäudes „alle geplanten Maßnahmen und Eingriffe je nach Gewerk“ beschrieben, „in Planunterlagen“ dargestellt und „die Bereiche geplanter Eingriffe vorab fotografisch“ dokumentiert werden. Die Verwaltung verweist auf das Denkmalschutzgesetz. Dem unterliegen das äußere und das innere historische Erscheinungsbild sowie die historische Bausubstanz eines Kulturdenkmals. Künftige Arbeiten „müssen dann in Abstimmung mit den Denkmalbehörden durch wissenschaftliche Restauratoren begleitet werden“.

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Fauler Pelz: Heidelberg lehnt Maßregelvollzug in Ex-Gefängnis ab

Unabhängig von denkmalrechtlichen Aspekten lehnen Stadt und Gemeinderat die Nutzung des „Faulen Pelz“ für den Maßregelvollzug ab. Dieser stünde im klaren Widerspruch zu dem Beschluss des Heidelberger Gemeinderats und damit auch im Widerspruch zur Planungshoheit der Kommune. Sollte die Nutzung ohne Baugenehmigung aufgenommen werden, würde das eine Nutzungsuntersagung zur Folge haben.

Im Dezember 2021 beschloss der Gemeinderat für das Areal die Aufstellung eines Bebauungsplans. Demnach soll der „Faule Pelz“ künftig für die Erweiterung des Altstadt-Campus der Universität Heidelberg genutzt werden. Entsprechende Bauvorbescheide gibt es bereits seit 2017. (rmx)

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