1. Heidelberg24
  2. Heidelberg

Streit um „Faulen Pelz“: Expertise liegt vor – keine Fledermäuse im Gemäuer

Erstellt:

Von: Teresa Knoll

Kommentare

Heidelberg - Im Streit um das Ex-Gefängnis „Fauler Pelz“ scheint eine weitere Hürde genommen. In dem Gemäuer leben keine Fledermäuse, sodass der Bauantrag geprüft werden kann.

Seit 2015 steht das ehemalige Gefängnis „Fauler Pelz“ in Heidelberg leer. Es soll modernisiert werden, doch die Stadt weigert sich, die geplante Nutzung mit Minister Manne Lucha (Grüne) vertraglich festzuhalten. Ein heftiger Streit ist um das alte Gebäude entbrannt. Zuletzt hat die Stadt gegen das Regierungspräsidium geklagt, weil ihre Planungshoheit verletzt worden sei. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) leben in dem Gebäude keine Fledermäuse, die gefährdet werden könnten.

Streit um „Faulen Pelz“: Expertise liegt vor – keine Fledermäuse im Gebäude

Im Streit um die Nutzung des früheren Gefängnisses „Fauler Pelz“ in Heidelberg sind aus Sicht des Landes Baden-Württemberg alle Bedingungen für dessen Nutzung für den Maßregelvollzug erfüllt. Das Heidelberger Bauamt müsse sich jetzt rasch mit dem Antrag des Landes befassen, in dem Gebäude 80 Plätze für die Therapie alkoholkranker Straftäter einzurichten, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums der dpa in Stuttgart.

So sei eine verlangte Expertise zu dem Schluss gekommen, dass in dem alten Gemäuer keine Fledermäuse lebten. „Selbst wenn es welche gäbe, so wären sie durch die Bauarbeiten laut artenschutzrechtlicher Vorprüfung auch nicht gefährdet gewesen“, fügte er hinzu.

Streit um „Faulen Pelz“: Auch Parkplätze werden bewilligt

Überdies sei man der Stadt bei der Frage nach Autostellplätzen entgegengekommen, obwohl die Zahl der verlangten elf Plätze jeder Grundlage entbehre. „Auf freiwilliger Basis sind wir diesem – scheinbar für die Stadt wichtigen – Anliegen aber nachgekommen und haben unseren Stellplatznachweis entsprechend modifiziert“, sagte der Sprecher des Sozialministeriums weiter.

In einem rauen Ton hat Minister Lucha dem Baurechtsamt „Drangsaliererei“ vorgeworfen, da dieses ein Artenschutzgutachten verlangt hatte. Das Amt stelle ständig neue Forderungen an den Bauantrag des Ministeriums. Aus Sicht des Rathauses ist es aber „Alltagsgeschäft“, wenn geprüft werde, ob sich in dem Komplex Fledermäuse eingenistet haben.

Streit um „Faulen Pelz“ – Therapieplätze für 80 Straftäter geplant

Da im Maßregelvollzug Platzmangel herrscht, will das Land übergangsweise 80 Plätze für suchtkranke Straftäter im „Faulen Pelz“ einrichten, bis andere geeignete Immobilien aus- oder neugebaut worden sind. Die Straftäter müssten sonst wieder freigelassen werden. 17 Mal sei das dieses Jahr schon vorgekommen, mahnte Matthias Burkard, Baureferatsleiter des RP. Bereits im Jahr 2021 waren es 30 Straftäter.

Drei Jahre soll diese Übergangslösung dauern. Wegen der geplanten Investitionssumme von 11 Millionen Euro fürchten Stadtverwaltung und Stadträte, dass die geplante Maßnahme zu einer dauerhaften Unterbringung wird. Die Mittel seien aufgrund des Zeitdrucks nötig, argumentiert indes das Sozialministerium. Zudem würden die Baumaßnahmen auch der Nachnutzung durch die Uni zugute kommen. (dpa/resa)

Auch interessant

Kommentare