H.O.P.E. e.V. in der Calvary Chapel 

Ein Ort der Hoffnung: Hier finden Drogen- und Alkoholabhängige Unterstützung

In der Calvary Chapel findet einmal die Woche ein Frühstück für etwa (ehemalige) Drogen- oder Alkoholsüchtige und Obdachlose statt.
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In der Calvary Chapel findet einmal die Woche ein Frühstück für etwa (ehemalige) Drogen- oder Alkoholsüchtige und Obdachlose statt.
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In der Calvary Chapel findet einmal die Woche ein Frühstück für etwa (ehemalige) Drogen- oder Alkoholsüchtige und Obdachlose statt.

Heidelberg-Bergheim - Täglich treffen sich in den Kellerräumen der Calvary Chapel Obdachlose, Drogenabhängige oder einfach nur einsame Menschen, um zusammen zu essen, zu werken und sich zu unterhalten. Ihre Geschichten: 

Ein eher hagerer Mann mit langem Haar betritt den geräumigen Frühstücksraum der Calvary Chapel. Bevor er sich zu dem kleinen, liebevoll gerichteten Buffet aufmacht, stellt er die Frage, die jeder der Ankömmlinge als allererstes stellt: „Wo ist Joe?“

 „Ich bin nicht seine Aufpasserin, er wird hier schon irgendwo sein“, winkt stattdessen eine Ehrenamtliche, Joes rechte Hand Andrea, gelassen ab und gibt dem Neuankömmling erst einmal einen Teller. 

Aber dann betritt doch der Vertrauensmann der mitunter schwer Alkohol- und Drogenabhängigen den Raum. Er schüttelt Hände, setzt sich zu den Leuten an den runden Tisch, lacht viel und macht vor allem eines: Er gibt allen das Gefühl, dass sie hier willkommen sind. 

„Hier“ – das ist ein Kellerraum der Calvery Chapel in der Vangerovstraße 51 A. Die Gemeinde hat dem gemeinnützigen Verein H.O.P.E. (Akronym für Hoffnung), den Joe Lewis 2006 gegründet hat, ihre Räume überlassen. 

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Darunter ein großer Aufenthaltsraum, eine Küche, ein Café und sogar eine Waschküche und ein Bad. In einem Lager werden Sachspenden deponiert, die bei Bedarf weitergereicht werden. 

In der Chapel finden regelmäßig Angebote statt. Zum Beispiel „DIE LOUNGE“ montags, dienstags und mittwochs von 10 bis 16 Uhr. Oder ein ‚Plauderabend‘ – quasi eine Art Selbsthilfegruppe. So verpflichten sich auch alle Teilnehmer, über die Gespräche zu schweigen

Jeden zweiten und vierten Sonntag findet ab 13:15 Uhr ein Gottesdienst statt. Ab 14 Uhr gibt es anschließend ein warmes Essen in der Wohnungsloseneinrichtung SKM in der Kaiserstraße.   

Vom Junkie zum Streetworker

Joe weiß, wie es ist, ganz unten zu sein. Im Zuge seines Militärdienstes bei der US-Army und der Stationierung in Deutschland kommt er zum ersten Mal in Kontakt mit harten Drogen.

Es dauert nicht allzu lange, da setzt seine Frau ihn vor die Tür. „Im Nachhinein hat sie genau das Richtige getan“, weiß er jetzt. Doch damals sieht er es noch anders. Er fühlt sich allein und verzweifelt, spritzt sich jahrelang Heroin

Aber eines Tages kommt der Wendepunkt. Joe lebt mittlerweile auf der Straße – es ist kurz vor dem ersten Geburtstag seiner Tochter. Plötzlich ist ihm so, als würde er eine Stimme in seinem Kopf hören, die ihn zur Umkehr ermahnt. „Ich musste meinem Kind den Vater zurückgeben.“

Im Selbsthilfe-Therapiezentrum Hof Fleckenbühl bei Marburg geht er durch den kalten Entzug. Das Zentrum wird von ehemaligen Süchtigen betrieben. Für ihn das Erfolgsrezept, das auch er später verwenden wird. „Einem Psychiater kannst du erzählen, was er hören will. Aber einen Ex-Süchtigen kannst du nicht betrügen. Der kennt alle Tricks!“ 

Nach sechs Monaten verlässt Joe den Entzug, mausert sich in den darauffolgenden Jahren zum gefragten Streetworker und ist für viele in der Calvary Chapel eine Art Retter.

So wie für Andrea, die Joe 2009 kennenlernt, als er Schlafsäcke an Obdachlose in Heidelberg verteilt. Zu diesem Zeitpunkt ist sie wohnungslos. Weil sie eine Geldstrafe nicht bezahlen kann, landet sie im Gefängnis. Der Wiedereinstieg in die Gesellschaft schlägt fehl. 

Andrea erzählt uns von dieser entbehrungsvollen Zeit. In den ersten zwei Monaten auf der Straße arbeitet sie sogar noch. „Schichtbetrieb – ist niemandem aufgefallen, dass ich auf Platte war.“ 

Andrea ist trockene Drogen- und Alkoholabhängige„Ich hab morgens erst einmal eine Flasche Wodka getrunken, um überhaupt geradeaus laufen zu können. An Drogen hab ich mir vor allem das chemische Zeug reingezogen. Irgendwann kam das  Heroin. Gott sei Dank nur geraucht – niemals gedrückt.“

‚Clean‘ ist Andrea jetzt seit sieben Jahren, seit fünf trinkt sie keinen Alkohol. „Darauf bin ich auch stolz.“ Auf dem Weg dorthin ist Joe ihr ständiger Begleiter. 

Schließlich entscheidet sie sich, Zuhause einen kalten Entzug zu machen. In Versuchung, wieder zu trinken oder Drogen zu nehmen, kommt sie danach nicht mehr. „Ich denke einfach daran, wie schlimm dieser Entzug war“, sagt sie. 

„Ich bin erst zum zweiten Mal hier“, erzählt Dirk. „Gefällt mir gut. Im SKM (Sozialdienst katholischer Männer Heidelberg e.V.) hab ich aber auch Hausverbot. Ich war ein böser Junge, grinst er und fängt so sehr an zu husten, dass er kaum aufhören kann. Dann reibt er sich die geschwollenen roten Augen. „Nein im Ernst: Ich sage lieber nicht, was ich gemacht habe.“ 

Michael fragt derweil seinen Sitznachbarn höflich, wie es eigentlich mit seiner Wohnungssuche vorangeht. „Bald hab ich eine“, ist die spärliche Antwort des sehr jung aussehenden Björn. 

„Die meisten Obdachlosen werden von ihren Mitmenschen gar nicht mehr gesehen – aber bei uns schon. Das ist ein wichtiger erster Schritt um sein Leben zu ändern“, weiß auch Kathrin, ein Gründungsmitglied von H.O.P.E. Sie selbst ist nie obdachlos. „Doch ich weiß, wie schnell man abrutschen kann. Wie schnell man seine Wohnung und die Kontrolle über sein Leben verlieren kann. ich sehe das jeden Tag.“

„Vor zwei Monaten habe ich meine Wohnung aufgegeben“, erzählt Michael und schiebt sich seinen schicken schwarzen Hut über die schwarz gefärbten Haare. „Ich hatte eine Kneipe, Catering, Hotel... Ich hab einfach Pech gehabt im Leben. Als meine Frau gestorben ist, hab ich angefangen zu koksen. Zu viel, zu viel...“ Er bricht ab und schaut nachdenklich in die Ferne. „Ich guck, dass ich wieder auf die Beine komm‘...“ Björn holt sich einen Kaffee: „Na, hast du gerade so einen guten Pegel, dass du Lust zu reden hast, Michael?“ Beide lachen. 

Gianni gehört eher zu älteren Riege, unterhält sich jedoch lebhaft und setzt sich dann ans Klavier. „Viele kommen auch einfach so hierher. Gianni wohnt zum Beispiel alleine“, erzählt und Joe. 

Langfristige Perspektive: Das Übergangshaus in Fahrenbach am Neckartal 

Viele Süchtige landen nach einer Therapie oder einer Gefängnisstrafe wieder auf der Straße. Das liegt daran, dass sie in ihr altes Umfeld zurückkehren – die Spirale von Drogen und Alkohol fängt an, sich von vorne zu drehen. „Auf wie vielen Beerdigungen wir auch schon waren!“, bedauert Kathrin. Um den Teufelskreis zu durchbrechen, plant Joe mit seinen Helfern ein sogenanntes ‚Übergangshaus‘ zu eröffnen. 

In diesem sollen Menschen mit akuter Perspektivlosigkeit wohnen und arbeiten – weit weg von schädlichen Einflüssen. Dort können sie sich ganz darauf konzentrieren, wieder gesund zu werden – für einen besseren Start in die Zukunft

Das geeignete Objekt ist auch schon gefunden: ein ehemaliger Gutshof mit sieben Fremdenzimmern. Wichtig ist Joe, dass die Leute dort auch arbeiten: „Nur so können sie ein geregeltes Leben führen und lernen, der Gesellschaft wieder etwas zurückzugeben.“ 

„Es ist wichtig Strukturen zu haben“, pflichtet Kathrin ihm bei. „Was mache ich, wenn ich nicht trinke? Wenn ich mir kein Heroin spritze?“ 

Um das Haus kaufen und renovieren zu können, braucht H.O.P.E.  jedoch noch den ein oder anderen Euro. Genauer gesagt 410.000. Neben Spenden, nimmt die Initiative 20.000 Euro durch Crowd-Funding ein. 

Doch habe man kommunalpolitische Rückendeckung. Lewis: „Jens Stefan Wittmann, Bürgermeister von Fahrenbach, ist von der Idee begeistert.“ Er möchte gerne, dass die Fahrenbacher mit den neuen Bewohnern zusammenkommen und sich austauschen, so der Streetworker. 

 „Viele haben das soziale Miteinander auch einfach verlernt“, so Kathrin. „Im Übergangshaus könnten sie auch so lange bleiben, wie es nötig ist. Dort finden sie eine Familie, die sich gegenseitig hilft.“

So kannst Du helfen

Der gemeinnützige Verein H.O.P.E. freut sich über Spenden um auch weiterhin Bedürftigen Fürsorge und Essen und Geborgenheit zu geben. 

Spenden: 

Kontoinhaber: HOPE e.V.
Sparkasse Heidelberg
IBAN: DE43672500200009076689
BIC: SOLADES1HDB

Kontakt:

www.hopeministry.de oder über Facebook „HOPE Ministry HD“

kp

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