Gunther von Hagens enttäuscht

‚Menschen Museum‘ der KÖRPERWELTEN-Macher vor dem Aus?

Steht sein „Menschen Museum“ vor dem Aus? Plastinator Dr. Gunther von Hagens mit Kuratorin Dr. Angelina Whalley.
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Steht sein „Menschen Museum“ vor dem Aus? Plastinator Dr. Gunther von Hagens mit Kuratorin Dr. Angelina Whalley.
Exponat aus einer KÖRPERWELTEN-Ausstellung.
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Exponat aus einer KÖRPERWELTEN-Ausstellung.
Plastinat im umstrittenen „Menschen Museum“.
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Plastinat im umstrittenen „Menschen Museum“.
Das umstrittene „Menschen Museum“ in Berlin.
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Das umstrittene „Menschen Museum“ in Berlin.
Steht sein „Menschen Museum“ vor dem Aus? Plastinator Dr. Gunther von Hagens (70).
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Steht sein „Menschen Museum“ vor dem Aus? Plastinator Dr. Gunther von Hagens (70).
Der Technische Leiter Christian Luger packt ein Plastinat im „Menschen Museum“ aus.
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Der Technische Leiter Christian Luger packt ein Plastinat im „Menschen Museum“ aus.
Exponat aus einer KÖRPERWELTEN-Ausstellung.
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Exponat aus einer KÖRPERWELTEN-Ausstellung.
Plastinat im umstrittenen „Menschen Museum“.
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Plastinat im umstrittenen „Menschen Museum“.

Heidelberg/Berlin – Seit Jahren kämpfen die KÖRPERWELTEN-Macher gegen Kritiker und Verbote – jetzt diese empfindliche Niederlage für ‚Dr. Tod‘ vorm Oberverwaltungsgericht:

Seit dem ersten Ausstellungstag im Mannheimer Technoseum am 30. Oktober 1997 ist sie höchst umstritten – die ‚Leichen-Schau‘ KÖRPERWELTEN von Plastinator Dr. Gunther von Hagens (70). Mit inzwischen über 40 Millionen Besuchern weltweit die erfolgreichste Wander-Ausstellung. 

Doch jetzt droht ‚Dr. Tods‘ langjähriger Traum von einem dauerhaften „Menschen Museum“ in der Hauptstadt Berlin doch noch zu platzen! 

Denn am Donnerstag ‚überstimmt‘ das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg das erstinstanzliche Urteil des Verwaltungsgerichts, wonach für die Ausstellung keine Genehmigung erforderlich sei.

Laut OVG fallen die plastinierten Körper(teile) gemäß Berliner Bestattungsgesetz unter den Begriff „Leiche“, unterliegen somit einem grundsätzlichen Ausstellungsverbot!

Zwar dürften wissenschaftliche Präparate, wie sie anatomische Institute gemäß des Berliner Sektionsgesetzes herstellen, zwecks Veranschaulichung gezeigt werden – das Heidelberger „Institut für Plastination“ sei jedoch kein anatomisches Institut.

Daher könne dem „Menschen Museum“ keine Genehmigung erteilt werden – „auch nicht ausnahmsweise“!

Begründung der Richter: Es gäbe zwar ein eigenes Körperspende-Programm, in dem die Körperspender schriftlich ihre Einwilligung zur Plastination sowie zu Ausstellungszwecken geben, würden „die Plastinate bewusst nicht in einer Weise gekennzeichnet, die eine Rückführung auf den jeweiligen Spender und seine Einwilligungserklärung ermögliche“.

Zudem fehle die bei Annahme des toten Körperspenders vergebene ID-Nummer später an den fertigen Plastinaten und somit die Kontrollmöglichkeit, ob das Plastinat mit dem Einverständnis des Spenders hergestellt worden ist und ausgestellt werden darf. Dies sei „unabdingbare Voraussetzung für eine Ausstellung menschlicher Exponate“.

Schwer enttäuscht von dem die „grundgesetzlich zugesicherte Wissenschaftsfreiheit“ missachtenden Urteil sind der schwerkranke Gunther von Hagens (Parkinson) und seine Ehefrau Dr. Angelina Whalley (55): „Man sollte meinen, dass die Besucher des ‚Menschen Museums‘ mündig genug sind, über ihren Besuch frei zu entscheiden. Das hinter dem Verbot stehende Menschenbild irritiert mich daher durchaus.

Seit Februar 2015 werden im Gebäude am Fuße des Fernsehturmes am Alexanderplatz rund 200 Exponate gezeigt, die 160.000 Besucher anlockten.

Doch die beiden seit Jahren Kritik gewohnten Mediziner geben sich jedoch wie immer kämpferisch, prüfen sogar den Gang vor Bundesverwaltungsgericht: „Auf den Betrieb des ‚Menschen Museums‘ hat dieses Urteil zunächst keine Auswirkungen. Bis zu einer endgültigen gerichtlichen Entscheidung bleibt unser Museum wie bisher geöffnet“, erklärt Kuratorin Dr. Whalley.

Bleibt abzuwarten, wie die Zukunft des „Menschen Museums“ aussieht – dessen große ‚Schwester‘ KÖRPERWELTEN übrigens schon drei Mal in Berlin zu sehen war...

Der Bezirks-Bürgermeister will das „MeMu“ jedoch so schnell wie möglich schließen!

pek

Impressionen vom Sommertagszug durch Altstadt 

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Schlimmer Unfall auf B535 bei Kirchheim

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Impressionen von der „PandaParty“ in der halle02

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