80.000 Euro Schaden

Fotos: Dauer-Vandalismus auf Kirchheimer „alla hopp!“-Anlage

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Heidelberg-Kirchheim - Eigentlich sind die „alla hopp!“-Anlagen als offene Begegnungsstätten für jedermann gedacht. Warum die Kirchheimer Anlage bald eingezäunt werden soll:  

Durchgeschnittene Kletterseile, verstopfte Toiletten, zerschlagene Spiegel und Fenster, angezündete Holzbänke, eine zerstörte E-Bike-Ladestation – hilft ein Zaun gegen die Dauer-Vandalen?

Es ist ein unerfreuliches Ereignis“, sagt Bürgermeister Wolfgang Erichson zu Beginn des Pressetermins auf der Kirchheimer „alla hopp!“-Anlage. Gemeinsam mit Dr. Ernst Baader, dem Leiter des Forst- und Landschaftsamts, und Wolfgang Morr, Betriebsleiter Grundflächenerhaltung im Stadtgebiet, macht Erichson auf zunehmenden Vandalismus aufmerksam.

Dauer-Verwüstung sorge dafür, dass die eigentlich als offene Begegnungsstätte konzipierte Anlage wohl „im Frühjahr 2019“ eingezäunt wird, so Erichson. Zumindest will die Verwaltung diese Maßnahme dem Gemeinderat vorschlagen, um regelmäßige Verwüstungen an der Outdoor-Anlage zu verhindern.

Die Anlage wird von der Bevölkerung stark angenommen. Das Problem ist, was passiert, wenn die ‚normalen‘ Besucher weg sind und es dunkel wird. Dann treiben Vandalen auf der Anlage ihr Unwesen“, berichtet Morr. „Nach jedem Wochenende fragen wir uns immer, was wohl jetzt kaputt ist.

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Dauer-Vandalen verursachen 80.000 Euro Schaden!

80.000 Euro habe man bislang zur Behebung der entstandenen Schäden aufwenden müssen. Genau so viel soll die Einzäunung um die Anlage kosten, die im Oktober 2016 eröffnet wurde. Darüberhinaus wendet die Stadt jährlich rund 300.000 Euro für den Unterhalt der Anlage auf. 

Bei einem Rundgang zeigt Morr das Ausmaß der Verwüstungen: Die bislang unbekannten Täter schneiden regelmäßig die Slackline-Bänder des Kletternetzes durch oder brennen diese so lange an, bis sie reißen. „Hochgefährlich“ sei das, sagt Morr, da die Lochmaße des ‚Traumfängers‘ eigentlich so konzipiert seien, das nichts passieren kann.

Eine Spezialfirma sei quasi im Dauereinsatz, die Seile wieder zusammen zu nähen, erzählt Morr. Das reicht jetzt aber nicht mehr. 30.000 Euro muss die Stadt alleine in die Erneuerung des Kletternetzes investieren. Zudem würden die Hängeseile neben dem Kletternetz regelmäßig aus der Verankerung gerissen. Dazu müssten mehrere Jugendliche gleichzeitig auf dem Netz herum hüpfen, bis es zerstört ist, sagt der Betriebsleiter.

Wenige Meter entfernt die nächsten Zerstörungen: Eine Holzbank ist abgezäunt. Auf der Sitzfläche und auf dem Rasen finden sich noch Brandspuren, die Rückenlehne fehlt komplett. Ein paar Schritte weiter haben die Zündler ein mehrere Zentimeter großes Loch in einen Holztisch gebrannt!

Blitzableiter abgerissen, Fenster und Spiegel eingeschlagen 

Morr mutmaßt, dass es sich bei den Dauer-Vandalen um immer die gleiche Gruppe handelt. Dafür spräche das Zerstörungsmuster. Über die Täter wisse man aber nichts, auch wenn Kommunaler Ordnungsdienst und Polizei häufiger auf Streife vorbeiführen, so Erichson. „Die Täter können hier überall raus, sind eigentlich nicht in Gefahr gestellt zu werden“, ergänzt Baader. 

Vor einigen Wochen haben die Zerstörer in einer Nacht die hölzerne Sichtschutzzäune aus der Toilettenanlage aus der Verankerung gerissen und verbrannt. Zudem seien die Fenster der Toilettenanlage eingeschlagen worden, ebenso der Spiegel in der Behindertentoilette. An der Außenverschalung und den Türen habe man sich auch zu schaffen gemacht. „Den Spiegel mussten wir durch einen Stahlspiegel ersetzen. Zudem mussten wir den Notfallknopf in der Toilette deaktivieren, da Feuerwehr und Polizei zu häufig hierher ausrücken mussten“, so Morr. Auch die Toiletten und Spülbecken wurden unter Wasser gesetzt und zum Überlaufen gebracht.

Im Pavillion nebenan kletterten die Randalos mehrfach auf das Dach und rissen die Blitzableiter ab. Eine Schale auf dem Kunstrasen nutzten die Täter als Feuerschale, der Boden wurde mehrfach angezündet. In dem Pavilion, in dem gern Familien mit ihren Kleinkindern spielen, muss ein Reinigungsteam an Wochenenden zunächst Flaschen und Glasscherben entfernen, die nachts dort einfach zurück gelassen werden!

Auch die Ladestation für E-Bikes am Kirchheimer Weg haben die Vandalen zerstört. Erst kürzlich knackten sie die Station, rissen die Instrumente aus dem Innern und schmissen sie auf die Straße. Auch die Ladestation muss ersetzt werden. Schaden: rund 2.500 Euro.

Vandalismus auch an alla hopp!-Anlagen in der Region

Bürgermeister Erichson berichtet zudem, dass auch andere Gemeinden in der Region mit Vandalismus auf „alla hopp!“-Anlagen zu kämpfen hätten. Die Stiftung habe den Kommunen die Anlage zwar „geschenkt“, diese verpflichteten sich aber im Gegenzug dazu, die Anlage für 15 Jahre zu erhalten.

Wegen des zunehmenden Vandalismus könnten einige Gemeinden die Anlagen finanziell nicht mehr erhalten und müssten sie verfallen lassen. Damit das in Heidelberg nicht passiert, soll der Zaun her: Zwei Meter hoch soll er werden, die Spitzen sollen nach oben gerichtet bleiben, um das Einsteigen zu erschweren, sagt Morr.    

Entscheiden muss der Gemeinderat in seinen Haushaltssitzungen ab Oktober.

rmx

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