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Heidelberg: Wegen Ukraine-Krieg – Gasversorgung in Gefahr?

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Angesichts des Kriegs in der Ukraine warnt die Bundesregierung vor einer schlechteren Gasversorgung. Welche Auswirkungen hat das auf Kunden der Stadtwerke Heidelberg?

Die Bundesregierung bereitet sich vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung vor. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat am Mittwochmorgen (30. März) die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Dies diene der Vorsorge.

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner

Frühwarnstufe bei Gasversorgung: Krisenteam eingerichtet

Die Versorgungssicherheit sei weiterhin gewährleistet. Nach dem Notfallplan gibt es drei Krisenstufen. Im Notfall wären
Haushaltskunden besonders geschützt. „Es gibt aktuell keine Versorgungsengpässe“, erklärte Habeck. „Dennoch müssen wir die Vorsorgemaßnahmen erhöhen, um für den Fall einer Eskalation seitens Russlands gewappnet zu sein.“

Mit Ausrufung der Frühwarnstufe sei ein Krisenteam zusammengetreten. „Das Krisenteam analysiert und bewertet die Versorgungslage, sodass – wenn nötig – weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ergriffen werden können. Die Bundesregierung tut alles, um die Versorgungssicherheit in Deutschland weiter zu gewährleisten.“ Die Gesamtversorgung aller deutschen Gasverbraucher sei aktuell weiter gewährleistet, so das Ministerium.

Versorgungsengpässe: Gasverbraucher sollen sich einschränken

„Dennoch ist ab sofort jeder Gasverbraucher - von der Wirtschaft bis zu Privathaushalten - auch gehalten, seinen Verbrauch so gut wie möglich zu reduzieren.“ Die Frühwarnstufe bedeutet laut Ministerium, dass ein Krisenstab beim Wirtschaftsministerium zusammentritt, der aus Behörden und den Energieversorgern besteht. Die Gasversorger und die Betreiber der Gasleitungen werden verpflichtet, regelmäßig die Lage für die Bundesregierung einzuschätzen. Noch greife der Staat nicht ein.

Gashändler und -lieferanten, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber ergreifen „marktbasierte“ Maßnahmen, um die Gasversorgung
aufrechtzuerhalten: Dazu gehören laut Ministerium etwa die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf
Gasspeicher und die Optimierung von Lastflüssen.

Notfallplan Gas: Drei Krisenstufen

Nach dem Notfallplan gibt es drei Krisenstufen. Die Frühwarnstufe bedeutet, dass „konkrete, ernstzunehmende und zuverlässige Hinweise“ darauf vorliegen, dass ein Ereignis eintreten kann, welches wahrscheinlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt - sowie wahrscheinlich zur Auslösung der Alarm- beziehungsweise Notfallstufe führt.

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Bei der Notfallstufe läge eine „erhebliche Störung“ der Gasversorgung vor. Der Staat müsste einschreiten, um insbesondere die Gasversorgung der „geschützten Kunden“ sicherzustellen - das sind etwa private Haushalte, aber auch Krankenhäuser, Feuerwehr und Polizei.

Gasversorgung in Heidelberg: Das sagen die Stadtwerke

Doch wie genau sieht die aktuelle Situation in Heidelberg eigentlich aus? Die Stadtwerke beliefern hier rund 24.000 Kunden. Wie ein Sprecher des Unternehmens auf HEIDELBERG24-Anfrage mitteilt, werde es durch die Frühwarnstufe aber keine direkten Konsequenzen geben. Man arbeite aber mit großen Transportnetztreibern zusammen, um die nötigen Planungsdaten zu übermitteln.

„Die Stadtwerke Heidelberg haben selbst keine Gasspeicher zur Versorgung der Kunden, sondern beschaffen das Gas von Zwischenhändlern auf den Gasmärkten. Aktuell sind die Gasspeicher bundesweit zu ca. ein Drittel gefüllt. Das ist für die Jahreszeit üblich. Bislang ist die Versorgung in den nächsten Monaten gesichert“, heißt es von den Stadtwerken Heidelberg.

Fahnen vor dem Firmensitz der Stadtwerke in der Kurfürsten-Anlage
Fahnen vor dem Firmensitz der Stadtwerke in der Kurfürsten-Anlage. © Stadtwerke Heidelberg

Wird Erdgas in Heidelberg bald teurer?

Höhere Preise für Erdgas seien derzeit allerdings nicht geplant. Aber seit dem Jahreswechsel hätten sich die Preise für den Einkauf von Strom und Gas weiter erhöht. Der durchschnittliche Terminpreis von Strom ist aktuell rund 60 Prozent höher als noch 2021. Bei Erdgas beträgt die Differenz 65 Prozent.

Da die Stadtwerke jedoch eine langfristige „Beschaffungsstrategie“ nutzen, ist das Gas bereits im Vorjahr gekauft worden. Somit würden Preissteigerungen auf dem Markt erst verzögert bei den Kunden ankommen. Ab dem 1. Juli werde man aber mit Blick auf die „sehr hohen Preise“ auf dem Markt die eigenen Preise anpassen müssen. Allerspätestens 2023 werde es zu noch nicht bekannten Preisanpassungen kommen. (rmx mit dpa)

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