Gemeinderat will Zeichen setzen

Brief an Merkel: Heidelberg kann mehr Flüchtlinge aufnehmen

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Flüchtlingsunterkunft "Patrick Henry Village"

Heidelberg - Vor dem Hintergrund der Debatte um die Seenotrettung im Mittelmeer will der Heidelberger Gemeinderat ein Zeichen setzen und ist bereit mehr Flüchtlinge aufzunehmen:

Am Donnerstagabend (18. Oktober) entscheidet sich der Gemeinderat nahezu einstimmig dafür, dass Heidelberg – ihm Rahmen seiner Möglichkeiten – freiwillig mehr Geflüchtete aufnehmen würde. Dies solle nun Oberbürgermeister Eckart Würzner in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel signalisieren.

Außerdem ist die Mehrheit (nur eine Gegenstimme) dafür, dass Würzner Merkel auf die Notwendigkeit sicherer Fluchtwege und die Fortführung der Seenotrettung als Bestandteil einer menschenwürdigen Asylpolitik hinweisen soll. Dies haben bislang die Oberbürgermeister aus Freiburg, Bonn, Düsseldorf, Berlin und Köln getan, wie die Stadt am Freitag (19. Oktober) mitteilt.

Die Bundeskanzlerin solle sich dafür einsetzen, dass ein Einwanderungsgesetz durchgesetzt werde, das eine schnelle Beschäftigung von Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen soll.

In Heidelberg leben derzeit etwa 450 Flüchtlinge, die der Stadt vom Land im Rahmen ihrer Aufnahmeverpflichtung zugewiesen wurden. Daneben gibt es Flüchtlinge im Ankunftszentrum des Landes auf der Konversionsfläche Patrick Henry Village (PHV), die vom Land in der Regel für kurze Zeit dort untergebracht sind, bevor sie auf die Stadt- und Landkreise verteilt werden.

dpa/pm/jol

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