Geothermie und kein Ende

Das Zittern in Landau geht weiter

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Das Geothermiekraftwerk in Landau.

Es kehrt keine Ruhe in Sachen Geothermie im pfälzischen Landau ein: Die Daldrup & Söhne AG, die 40 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft von der EnergieSüdwest AG übernommen hat, bereitet eine Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks vor. Das gab das Unternehmen bekannt.

Erst kleine Erdbeben, dann Risse in den Straßen, schließlich erhöhte Arsen-Werte im Brauchwasserbrunnen auf dem Kraftwerksgelände: Das war für die Stadtherren Landaus zu viel - sie wollen das 2007 erbaute Geothermiekraftwerk vor Ort ausschalten. 

Folgen wären vermeidbar gewesen

Als Ursache für die Bodenveränderungen steht eine Leckage an einer Dichtung am Bohrlochkopf der Injektionsbohrung (in ca. 3 Meter Tiefe) fest, so die geox GmbH, Betreibergesellschaft des Geothermiekraftwerks Landau. Das hat das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Geysir Europe/geox und den Behörden festgestellt. Nach den vom LGB gemachten Untersuchungen bestand die Leckage in der Reinjektionsbohrung bereits seit mehreren Jahren. Dieser Umstand begünstigte aller Voraussicht nach die Hebungen in Landau im Bereich des Geothermiekraftwerks. Die fragwürdige Leckageüberwachung durch die vormaligen Betreiber hat die geox veranlasst, die Betriebsführungsverträge mit dem Betreiber im ersten Quartal 2014 zu kündigen. Ein Gutachten einer anerkannten Prüfstelle über die Betriebsführung der vergangenen Jahre, stellt fest, dass Teile der Anlage in der Vergangenheit nicht ordnungsgemäß gewartet worden sind, heißt es seitens der Daldrup & Söhne AG. Die Folgen der Leckage (Bodenveränderungen) wären demnach vermeidbar gewesen. 

Die EnergieSüdwest AG, an der die Stadt Landau 50 Prozent Anteile hält, bleibt auch in Zukunft Gesellschafter des Geothermiekraftwerks. Die Geysir Europe kann ihre Option auf die 10 Prozent Anteilsbesitz der EnergieSüdwest jedoch jederzeit ausüben. 

Schäden beheben und weitermachen

In Absprache mit dem LGB arbeitet die geox an der Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks. Ziel ist es, entstandene Schäden in der Bohrung zuverlässig zu beheben und die Sicherheit für den weiteren Betrieb zu erhöhen. Dazu kommt zum einen eine verbesserte Überwachungs- und Meldetechnik zum Einsatz und zum anderen Sicherheitssysteme gegen Leckagen, die künftig Probleme mit dem Thermalwasserkreislauf vermeiden werden. Die Ermittlung des genauen Schadensumfangs ist bereits angelaufen. geox wird ebenfalls weitere Betriebsteile der Anlage modernisieren. Die Instandsetzungsarbeiten haben - in enger Zusammenarbeit mit den Behörden - bereits begonnen. 

Reparaturkosten in Millionenhöhe

Ebenfalls weiter in Arbeit sind die bereits vor dem Schadenfall von den neuen Eigentümern in Angriff genommenen Lärmschutzwände. Mit ihrer Fertigstellung werde in Kürze gerechnet, heißt es. Zusätzlich werden noch Grünflächen angelegt und Bäume gepflanzt. Die Wiederinbetriebnahme ist im Spätsommer 2014 geplant. 

Die Geysir Europe geht - Stand 1. Juli - von einem Reparaturkostenaufwand in Höhe von circa 2 bis 3 Millionen Euro aus. Die gemeldeten Schäden im Bereich der Haftpflicht der geox gegenüber Dritten sind von den angezeigten Schadenssummen gering. Sie werden von der Versicherung geprüft. 

Bohrungen auf dem Nachbargelände

Seit Juni sind Bohrer auf dem Nachbargelände des Geothermiekraftwerks bereits im Einsatz. An zwei Stellen wird in bis 70 bis 100 m Tiefe eine Kernbohrung durchgeführt, um Boden- und Wasserproben nehmen zu können. Das Geothermiekraftwerk Landau hat seit Inbetriebnahme (2008 bis 2013) rund 88.500 MWh (88,5 GWh) Strom ins Netz eingespeist. kb

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