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Heidelberg: Tempo 30 soll die Regel werden – Im Netz gibt‘s Lob und Häme

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Von: Eliran Kendi

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Verkehrsschild Tempo 30-Zone in der Schröderstraße in Heidelberg.
Tempo 30-Zone in Heidelberg. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Heidelberg - Die Grünen haben sich durchgesetzt: Das Pilotprojekt zur Umsetzung von Tempo 30 auf fast allen Straßen ist auf dem Weg. Im Netz gibt es Lob, Ablehnung und Häme.

In der Weltmetropole Paris gilt es schon: Kommt auch bald auf (fast) allen Straßen in Heidelberg Tempo 30? Wie die Stadt in einer Presseerklärung mitteilt, soll die Regelgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert und Tempo 50 die Ausnahme werden. Noch ist nichts in trockenen Tüchern, denn die sogenannte Regelumkehr ist in der Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen. Daher will die Stadt Heidelberg einen Pilotversuch zur sogenannten „Regelumkehr Tempo 30“ durchführen und hat dies bereits beim Bundesverkehrsministerium beantragt!

Mit Tempo 30 statt 50 als Regelgeschwindigkeit soll der Verkehr in unserer Stadt sicherer und nachhaltiger werden. Wir wollen damit Unfälle vermeiden und die gegenseitige Rücksichtnahme fördern. Wir sehen aber auch Chancen, dass sich der innerstädtische Verkehrsfluss verbessert und Luftverschmutzungen zurückgehen“, erklärt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

StadtHeidelberg
Einwohner160.355 (2019, Eurostat)
Fläche108,84 Quadratkilometer
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)
Kfz pro 1.000 Einwohner434 (2019)

Heidelberg: Flächendeckend Tempo 30 ‒ Was soll das bringen?

Mit dem Pilotprojekt sollen zunächst Erfahrungen gesammelt werden. Ziel der Befürworter ist es, die Straßenverkehrsordnung (StVO) zu ändern, damit zukünftig in allen deutschen Städten Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit gilt. Diese Forderung wird vom Deutschen Städtetag mitgetragen und auch die Stadt Heidelberg steht dem Vorstoß mehrheitlich positiv gegenüber.

Höhere Geschwindigkeiten als Tempo 30 sollen in Heidelberg lediglich auf Durchfahrtsstraßen wie der B37 oder der Speyerer Straße beibehalten werden. Die Befürworter von „Tempo 30“ argumentieren vor allem auf Grundlage zweier Aspekte: Verkehrssicherheit und Umweltschutz.

Die geringere Geschwindigkeit soll vor allem Kinder, Fahrradfahrer und älteren Menschen einen besseren Schutz bieten. Demnach kann ein kürzerer Bremsweg in heiklen Situationen Leben retten. Außerdem soll „Tempo 30“ für weniger Abgase und Lärm sorgen.

Tempo 30 in Heidelberg: Bürger und Parteien sind gespalten

Kritiker hingegen bezweifeln, dass der Vorstoß tatsächlich geeignet ist, eine Verkehrswende herbeizuführen. Der ADAC etwa positioniert sich gegen eine Einführung von Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen und setzt stattdessen auf neue Technologien, wie die E-Mobilität.

Anlässlich des Pilotprojektes hat HEIDELBERG24 eine Facebook-Umfrage gestartet. Erwartungsgemäß gibt es eine Vielzahl von Meinungen: Marie P. scheint sich ungemein zu freuen: „Megaaaaa! Gerade in der Südstadt sind die Straßen so gefährlich!“ Demgegenüber schreibt Jan P. kurz und knapp: „Sehr uncool“. Aber auch eine Prise Sarkasmus darf natürlich nicht fehlen:

Im Gegensatz zu den Grünen lehnt die Heidelberger FDP ein generelles Tempolimit von 30 km/h im Stadtgebiet ab. Diese Position vertritt die Partei auch auf Bundesebene. Ob es zu einer Änderung der StVO im Sinne der Tempo 30 Regelgeschwindigkeit kommt, bleibt abzuwarten. SPD, Grüne und FDP haben am heutigen Donnerstag (21. Oktober) mit den Koalitionsverhandlungen für eine neue Bundesregierung begonnen. (esk)

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