Aktionstag der Polizei

Für Zivilcourage sensibilisieren

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Heidelberg - Das Polizeipräsidium Mannheim führte am Freitag, 14. November, am Hauptbahnhof einen Aktionstag durch, der Reisende und Passanten für das Thema Zivilcourage sensibiliseren soll.

Am 14. November führte das Polizeipräsidium Mannheim gemeinsam mit der Bundespolizei und den gemeinnützigen Präventionsvereinen Sicheres Heidelberg e.V. und Prävention Rhein-Neckar e.V. einen Aktionstag „Zivilcourage“ durch. 

Im Foyer des Hauptbahnhofs hatte die Polizei einen Infostand aufgebaut, mit dem die Reisenden für die Themen Taschendiebstahl, Gewalt und Zivilcourage sensibilisiert werden sollten. Außerdem stellte ein Gewaltpräventionsteam der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein Alltags-Szenen nach und erklärte im Anschluss, wie Zeugen sich in diesen Situationen richtig verhalten können. 

Darüber hinaus spielte die Ludwigsburger Theatertruppe Q-Rage gemeinsam mit Studenten und Schülern in einem Linienbus des RNV eine Gewaltsituation durch und erarbeitet mit den „Fahrgästen“, wie man solche Situationen am Besten löst.

Für Zivilcourage sensibilisieren

Wie verhalte ich mich richtig?

Diese Frage stellen sich viele Zeugen, die im öffentlichen Raum mit einer Gewaltsituation konfrontiert werden. Die meisten ignorieren das Geschehen und schauen weg.

Dabei sind wir alle schon von Gesetzes Wegen verpflichtet, bei einer Straftat im Rahmen unserer Möglichkeiten einzugreifen“, erklärt Martin Boll von der Polizei Mannheim. „Generell aber gilt: Bloß kein Held sein und sich damit selbst in Gefahr bringen!“ 

Für den Ernstfall gebe es sechs goldene Regeln für Zeugen, so Boll:

1. Helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

2. Andere aktiv und direkt zur Mithilfe auffordern.

3. Genau beobachten, Tätermerkmale genau einprägen.

4. Unter Notruf 110 Hilfe holen.

5. Um das Opfer kümmern.

6. Sich als Zeuge zur Verfügung stellen.

Häufig komme es dazu, dass Passanten die Tat filmten oder fotografierten anstatt dem Opfer zu helfen, führte Boll weiter aus. Sobald die Polizei aber vor Ort sei, würden die meisten Zeugen den Tatort verlassen, weil ja vermeintlich alles in Ordnung sei. Dabei sei die Polizei gerade auf Zeugen angewiesen, um Täter dingfest zu machen.

Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln

Wie man in öffentlichen Verkehrsmitteln brenzlige Situationen entschärfen kann, erarbeitete die Ludwigsburger Theatergruppe „Q-Rage“ (sprich Courage) in einem RNV-Aktionsbus. Die Schauspieler Jörg und Sandra stellten eine typische Szene dar, in der ein Mädchen von einem Mitschüler aggressiv angegangen und bedroht wird.

Dann wurde mit den anwesenden Schülern und Studenten erörtert, wie man die Situation am Besten lösen kann. Ein Student der Erziehungswissenschaften fand die Aktion lehrreich: „Es war interessant sich in die Köpfe des Opfers und des Täters hinein zu versetzen. Jetzt habe ich definitiv einige Werkzeuge parat, falls ich in zukunft mal in eine ähnliche Situation kommen sollte.

Reisende für Zivilcourage sensibilisieren

Anke Klahr und Thomas Schlageter vom Gewaltpräventionsteam der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein stellten in der Bahnhofshalle unterschiedliche Übergriffssituationen dar und klärten potentielle Zeugen darüber auf, wie man sich am Besten verhält.

Die zwei Bundespolizisten waren in Freiburg 26 Jahre lang im Streifendienst unterwegs. „Nachdem wir jahrelang Gewaltexzesse von Jugendlichen gesehen hatten, haben wir uns gedacht, da müssen wir was machen“, sagte Schlageter. „Nach Schulungen in Sachen Gewaltprävention halten wir in Schulen jetzt Kurse ab“, ergänzte seine Kollegin Anke Klahr. „Momentan sind wir fast jeden Tag an einer anderen Schule und machen einen entsprechenden vierstündigen Unterricht, in dem wir den Kindern Werkzeuge an die Hand geben, bestimmte Situationen ohne Gewalt zu lösen.“ 

Einer Gruppe von Studenten zeigte das Duo im Bahnhofsfoyer, welche Verhaltensweisen Opfern dabei helfen können, Angriffsituationen zu lösen. Körpersprache, Ansprache, Abwehrhaltung und Umstehende direkt um Hilfe bitten – damit kann ein Opfer seine Situation potentiell verbessern: „Wenn man den Täter laut siezt, wissen die Passanten schon, dass man nicht zusammengehört und haben eher den Impuls einzugreifen“, erklärte Schlageter.

rmx

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