Erfahrungsbericht

Einfach zauberhaft! (M)ein Tag im Märchenparadies

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Besuch im Märchenparadies auf dem Königstuhl

Heidelberg-Altstadt - Das Märchenparadies ist nicht nur ein Teil der Stadt, sondern auch ein Teil von uns. Darum besucht unsere Reporterin den Park und macht eine Reise in die Kindheit:

Es sind nicht nur die Märchen, die eine Geschichte erzählen, es sind auch unsere Erinnerungen.

Es ist früh am Morgen, graue Wolken liegen noch wie eine dicke Decke über der Stadt, das Märchenparadies auf dem Königstuhl hat erst seit wenigen Minuten geöffnet.

Mein letzter Besuch im Märchenparadies liegt gefühlt schon ein halbe Ewigkeit zurück. Während ich langsam den Weg zum Eingang hoch gehe, schießen mir Erinnerungsfragmente durch den Kopf. Zwerge mit Schaufeln und Laternen in den Händen, die eine Geschichte erzählen, während ich mit meinem großen Bruder auf einer Bank sitze. Weiße Pferde, auf denen ich zusammen mit meinem Vater im Galopp eine Runde drehe. Wie wohl für jeden Heidelberger ist das Märchenparadies auch für mich unweigerlich mit einem schönen Stück meiner Kindheit verknüpft.

Am Eingang frage ich mich, was mich gleich erwartet: Wie hat sich der Park verändert? Ist es noch so wie früher? Gibt es noch die selben Fahrgeschäfte? Oder wird alles neu sein? Die Angst, enttäuscht zu werden, ist groß.

Mit einem leichten Kribbeln im Bauch und dem Gefühl, wieder fünf Jahre alt zu sein, gehe ich durch den Eingang ...

Leuchtende Kinderaugen

Es ist 10:40 Uhr, das Gelände ist noch leer. Ich schaue mich um und immer wieder kommt dieses „Ach, das kenne ich doch“-Gefühl auf. Die bunte Raupe, die ihre Runden auf dem Gelände dreht. Die kleinen Häuschen, aus denen auf Knopfdruck kleine Geschichtchen und Märchenfragmente zu hören sind. Oder die Fahrgeschäfte wie ,Auto-Scooter‘. Auch die Wasserspiele, bei denen man zum Beispiel versucht, einen Ball mit einem Wasserstrahl in ein Loch zu katapultieren - alles noch so wie früher.

Eindrücke vom Märchenparadies

Natürlich wirkte das gesamte Gelände als Kind noch einmal riesiger und märchenhafter, doch auch 15 Jahre nach dem letzten Besuch verzaubert mich das Märchenparadies aufs Neue. 

Es ist daher ganz klar ein ,Muss‘ mit der Eisenbahn einmal durch den Park zu fahren und eine (oder auch gleich zwei) Runden auf den Schaukelpferden zu drehen. 

Die Geschichte vom Paradies der Märchen

Vor mehr als 40 Jahren wurde das Märchenparadies erbaut. Es sollte zu einer höheren Auslastung der Bergbahn beitragen, doch das Ziel wurde nie wirklich erreicht. Darum wurde es bereits zwei Jahre später von der Heidelberger Straßen- und Bergbahn GmbH (HSB) zum Verkauf angeboten und die Familie Mouhlen konnte das Gelände erwerben. Seitdem ist das Märchenparadies ein Familienbetrieb.

„Es ist unser Herzstück, erklärt Alexandra Jansen, ehemalige Mouhlen, und fügt glaubhaft an: „Es geht uns nicht um Profit, sondern um den Erhalt des Märchenparadies.“ Im Park sollen Kinder und Eltern im Zeitalter von Handys innehalten und die Natur entdecken und erleben können. 

Über 100.000 Besucher lassen sich jährlich vom Märchenparadies verzaubern. Während die Jüngsten ihre ersten Erlebnisse mit dem Märchenparadies teilen, schwelgen die Erwachsenen in Erinnerungen und Nostalgie. „Wir haben beispielsweise ganz bewusst an manchen Münzeinwürfen noch ,DM‘ stehen. Alle Generationen sollen sich wiederfinden“, erzählt Alexandra Jansen. 

Deshalb bleiben auch die zehn Fahrgeschäfte so gut es geht so erhalten, wie man sie im Gedächtnis behalten hat. Das ist auch gut so – oder wolltest Du im Märchenparadies auf eine Runde mit der Eisenbahn verzichten?

Außergewöhnlich: Nicht nur Kindergeburtstage werden im Park gefeiert, auch Heiratsanträge wurden hier schon gemacht. Außerdem starten im Märchenparadies auch immer wieder Junggesellenabschiede. 

Und wie gehen die Märchen weiter?

Laut Jansen sollen demnächst die Sanitäranlagen und der Kiosk renoviert werden. Außerdem überlege man, ob ein Indoor-Häuschen und ein weiteres Fahrgeschäft erbaut werden soll, doch genaueres kann mir die 49-Jährige nicht sagen. 

Auf jeden Fall werden Kinderaugen noch bis zum 5. November aufleuchten, danach hält das Märchenparadies jedoch Winterschlaf. Im März 2018 geht es auf dem Königstuhl dann in eine neue märchenhafte Saison. 

Und während sich das Gelände immer mehr mit Familien füllt und wieder neue Erinnerungen geschaffen werden, habe ich eine Geschichte, die ich erzählen kann ...

jol

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