An der Alten Brücke

„Goldener Hecht" vor dem Aus: Muss Traditionslokal einer Burger-Kette weichen?

Der „Goldene Hecht“ in der Heidelberger Altstadt
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Der „Goldene Hecht“ in der Heidelberger Altstadt

Heidelberg-Altstadt – Zieht bald ein Burger-Laden in den altehrwürdigen „Goldenen Hecht“ an der Alten Brücke? Es wäre der zweite Buletten-Grill in der Steingasse.

  • In der Altstadt von Heidelberg siedeln sich immer mehr „gehobene“ Fast-Food-Restaurants an.
  • Der „Goldene Hecht“ in der Steingasse muss wohl einem Burger-Laden weichen.
  • Welche Burger-Kette jetzt Franchisenehmer für den exklusiven Standort an der Alten Brücke sucht:

Seit über 300 Jahren steht der „Goldene Hecht“ an der Ecke der Steingasse im Herzen der Heidelberger Altstadt. Damit ist das Gebäude, sogar älter als die Alte Brücke selbst. Diese ist nämlich 1788 fertiggestellt worden. Mit der langen Tradition des Gasthauses und Restaurants „Hecht" dürfte aber spätestens 2021 Schluss sein.

2019 wurde das Haus an den Münchner Unternehmer Stefan Tewes verkauft. Da der ehemalige Hockey-Olympiasieger (1992) erfolgreich in Kaffeehäusern (Coffee Fellows) macht, wurde in Heidelberg lange gemunkelt, der „Goldene Hecht“ könnte einem Coffee-Shop weichen. Wie die „Rhein-Neckar-Zeitung“ berichtet, wird es im „Goldenen Hecht“ ab nächstem Jahr wohl keine österreichische Spezialitäten mehr geben. Am „Briggebuggel“ unweit der Alten Brücke soll dann das Unternehmen „Effe & Gold" Hamburger und Pommes anbieten.

Heidelberg: Aus für den „Hecht“ – Eröffnet Burger-Laden an der Alten Brücke?

„Effe und Gold“ ist eine Burger-Kette mit Sitz in Dachau. Mit Locations in Dachau, Freising, Erding, Rosenheim und Herzogenaurach ist das Unternehmen bislang im bayrischen Raum beheimatet, will jetzt aber anscheinend auch in Heidelberg Fuß fassen. Neben Burgern und Fritten, gibt es Cocktails und Konzerte und andere Events.

Mit einem Facebook-Post sucht die Burgerkette unter dem Motto „Effe & Gold goes Heidelberg“ seit Ende Juli Franchisenehmer für die neue Bar&Grill-Loctaion „in absoluter Toplage in Heidelberg“. Geplanter Start sei Frühjahr 2021 heißt es weiter. An dem nötigen Kleingeld sollte es potenziellen Franchisenehmern allerdings nicht fehlen: 100.000 bis 150.000 Euro an „Investitionsmöglichkeiten“ sollten Interessenten schon haben, schreiben die Macher auf der Unternehmens-Website. Hinzukommt die Miete für die 102 Quadratmeter große Gaststätte, die laut „Immobilienscout24“ derzeit bei 9.000 Euro liegt.

Heidelberg: Aus für Traditionslokal „Goldener Hecht“? Nächster Burger-Laden in Planung

Sollte das Unternehmen einen Franchisenehmer finden, wäre das „Effe & Gold“ neben Joe Molese der zweite Burger-Laden in der Steingasse. Ein dritter soll in der Heidelberger Hauptstraße mit der Burgerkette „Five Guys“ entstehen – ein Eröffnungsdatum steht in diesem Fall allerdings noch nicht fest. Mit dem Einzug von „Effe & Gold“ wäre es mit dem altehrwürdigen „Goldenen Hecht“ vorbei.

Traditionslokal „Goldener Hecht“ vor dem Aus: Zieht der nächste Burger-Laden ein?

Laut „RNZ“ hatte die ehemalige „Hecht“-Inhaberin Eva Rothe das Gebäude nach dem Verkauf an Tewes für zwei Jahre zurück gepachtet. Im Jahr 1987 hatte sie das Restaurant und Hotel unternommen. Ihre Großmutter hatte den „Hecht“ 1919 zur Hochzeit geschenkt bekommen und 1920 in ein Wirtshaus umgewandelt. Das traditionsreiche Lokal in Heidelberg rühmt sich damit, dass Johann Wolfgang von Goethe im August 1797 auf seiner dritten Schweiz-Reise gerne im „Hecht“ abgestiegen wäre – das Gasthaus war aber ausgebucht: „In Heidelberg Abends 9 1/2 eingekehrt in den 3 Königen; der Goldene Hecht, der vorgezogen wird, war besetzt.“ (rmx)

Auch wenn die Corona-Pandemie das Gastronomie-Gewerbe schwer getroffen hat, ist bald ein Hoffnungsschimmer am Himmel zu erahnen: Die „Wein und Genuss“ auf den Kapuzinerplanken darf stattfinden. Von diesen Corona-Beschränkungen bleibt sie aber nicht befreit.

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