Haupt- und Finanzausschuss

„Einfach länger laut“ - längere Sperrzeiten in Altstadt kommen

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Auch die Kettengasse gilt als besonderer 'Lärmschwerpunkt' in der Sperrzeitendebatte.

Heidelberg-Altstadt – Die Weichen für eine Verlängerung der Sperrzeiten sind gestellt: Jetzt hat sich auch die Mehrheit im Haupt- und Finanzausschuss für die Änderung der Sperrzeiten ausgesprochen.

„Es ist einfach länger laut, wenn die Kneipen länger auf haben."

Es sind eindeutige Worte, die GRÜNEN-Stadtrat Christoph Rothfuß am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss findet. Er spricht damit aus, was in der Debatte inzwischen unumstritten ist: Die Lärmmessung beweist, dass der Lärmpegel mit verlängerten Öffnungszeiten der Gaststätten an den Ausgehschwerpunkten der Altstadt gestiegen und eindeutig zu hoch ist. 

Demnach fällt auch die Entscheidung der Stadträte eindeutig aus: Mit zehn Stimmen, drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen votieren sie für eine Rückkehr zur verlängerten Sperrzeitenregelung, nach der die Kneipen und Diskotheken in der Altstadt wochentags nur noch bis 1 Uhr und amWochenende bis 3 Uhr geöffnet haben dürfen. Diese Empfehlung fließt in die endgültige Entscheidung des Gemeinderats am 20. Dezember ein.

Der Haupt- und Finanzausschuss folgt damit auch der mehrheitlichen Meinung der Mitglieder im Bezirksbeirat Altstadt. Diese hatten Ende November über das Thema in ihrer öffentlichen Sitzung abgestimmt. Der Jugendgemeinderat hingegen will an der bisherigen Regelung festhalten.

Warum eigentlich ohne Ausnahmen?

Einzelne Betriebe von der Sperrzeitenregelung zu befreien hält Bürgermeister Wolfgang Erichson für kontraproduktiv: „Dadurch entstehen wieder Wanderbewegungen," erklärt er. So würden die Feiernden nach Kneipenschluss gesammelt zu den noch geöffneten Lokalen ‚pilgern'.

Auch wenn einzelne Fraktionen wie die CDU noch nicht sicher sind, wie ihre Fraktion im Gemeinderat abstimmen wird – Die Entscheidung scheint nach dieser wegweisenden Sitzung im Haupt- und Finanzausschuss schon fast getroffen. Ab Januar 2017 ist in der Heidelberger Altstadt zwei Stunden früher Schluss für trinkfreudige Nachteulen. 

Hintergund

Seit 1. Januar 2015 gilt in Heidelberg die landesweite Sperrzeitenverordnung: Gaststätten dürfen unter der Woche bis drei Uhr, am Wochenende bis fünf Uhr geöffnet haben. Damit hoffte man, dass die Besucherströme entzerrt und so auch der Lärmpegel reduziert würde.

Doch das Gegenteil ist der Fall: Neue Lärmmessungen in der Altstadt zwischen Ende Mai und Mitte Juli 2016 ergeben, dass sich die Lärmbelastung verstärkt hat. Im Schnitt liegen die Lärmpegel um 25 Dezibel höher als zulässig. Zudem kommt laut Kommunalem Ordnungsdienst (KOD) und Polizei gestiegene Aggressivität von Altstadtgästen, Gegröle und Vandalismus.

Da die Lärmbelastung für die Anwohner als gesundheitsgefährdend eingestuft werden kann, versucht die Stadt mit einer neuen Sperrzeitenverordnung, die ab 1. Januar 2017 gelten soll, die Rolle rückwärts. In dem markierten Bereich der Kernaltstadt (s. Karte) sollen alle Gaststätten, Kneipen, Clubs und Bars künftig unter der Woche „nur“ noch bis ein Uhr offen sein, am Wochenende bis drei Uhr.

sag/rmx

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