In der Nacht auf Freitag bis 3 Uhr?

Sperrzeiten: Jugendgemeinderat will modifizierten „studentischen Donnerstag“

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Der Jugendgemeinderat will den „studentischen Donnerstag“ modifiziert beibehalten.

Heidelberg-Altstadt - Thema Sperrzeiten: Bevor am Donnerstag neue Kneipen-Öffnungszeiten für die Altstadt beschlossen werden, sucht der Jugendgemeinderat nach dem Kompromiss.

Lang ist nicht mehr hin, bis der Gemeinderat am Donnerstag (17. Mai) wohl eine neue Sperrzeitenverordnung verlassen wird.

Nach dem Altstadt-Bezirksbeirat und dem Hauptausschuss diskutiert am Dienstag (15. Mai) der Jugendgemeinderat das Thema Kneipenöffnungszeiten in der Kernaltstadt. Und kommt zu einem überraschenden Ergebnis. 

Nach etwas über einstündiger Diskussion einigen sich die Jugendstadträte auf einen Vorschlag, den die Linke-Fraktion am Donnerstag auch im Gemeinderat einbringen wird: Demnach sollen die Kneipen unter der Woche bis 2 Uhr, von Donnerstag auf Freitag bis 3 Uhr und am Wochenende bis 4 Uhr geöffnet sein. Für die Landesregelung (3 Uhr unter der Woche/5 Uhr am Wochenende) findet sich bei den Jugendvertretern erstaunlicherweise keine Mehrheit.

Ringen nach dem Kompromiss

In der Diskussion machen die Jugendgemeinderäte deutlich, dass insbesondere der „studentische Donnerstag“ Jugendlichen wie Studierenden in Heidelberg am Herzen liegt. „Viele wären enttäuscht, wenn es den nicht mehr gibt“, berichtet Thadeus Deuter. „Den studentischen Donnerstag darf man nicht abschaffen“, findet auch Fürozan Naderi, die Vorsitzende des Jugendgremiums.

Dabei könnte gerade der „studentische Donnerstag“ der Grund sein, warum die Stadtverwaltung jetzt eine neue Sperrzeitenverordnung finden muss. Ordnungsbürgermeister Wolfgang Erichson erklärt den jungen Stadträten, dass das Verwaltungsgericht die 2/4-Regelung (unter der Woche bis 2 Uhr, in den Nächten auf Freitag, Samstag und Sonntag bis 4 Uhr) wohl auch deshalb gekippt hat, weil sie die Interessen der Feiernden zu stark und die der Anwohner zu gering berücksichtigt hat.

Auch ein Antrag, den FDP und Freie Wähler im Gemeinderat einbringen werden, wird diskutiert. Die Liberalen plädieren für die Übernahme der Landesregelung. Dafür soll ein „Lärmkümmerer“ sich „individuell um Anwohner kümmern, die Probleme mit einer nächtlichen Lärmbelastung haben.“ Das soll helfen, den „individuellen Bedürfnissen der Altstadtbewohner Rechnung zu tragen“, statt kollektiv die Altstadtwirte zu bestrafen, so FDP und Freier Wähler.

Mit einem „Lärmkümmerer“ seien die Anliegen der Anwohner doch berücksichtigt, findet Vincent Niestroj - warum solle es ein Anliegen der Jugendlichen sein, kürzer zu feiern? Die Lärmprobleme in der Altstadt verursachen ohnehin nicht die Kneipengänger sondern die „Rucksacksäufer“, da ist sich Niestroj mit vielen seiner Kollegen einig. Heidelberg solle vielmehr die Partnerstadt Bautzen ein warnendes Beispiel sein: Dort gebe es wegen zu strenger Sperrzeiten erst keine Clubs, und jetzt auch keine jungen Leute mehr.  

Von der Idee des Lärmkümmerers hält Bürgermeister Erichson nicht viel. „Da werden die Anwohner sich veräppelt vorkommen, wenn wir die Landesregelung einführen und ihnen einen ‚Lärmkümmerer‘ zur Seite stellen.“ Die seien ohnehin auch von den Studenten verbittert, die „versprochen hatten, man gehe auf die Anwohner zu und werde versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. Das haben sie zwei Jahre lang nicht getan“, so Erichson.

>>>  Studenten ,beerdigen' (mal wieder) das Heidelberger Nachtleben (mit Video)

So geht es weiter

Am Donnerstag (17. Mai, 16:30 Uhr) wird der Gemeinderat eine neue Sperrzeitenverordnung für die Kernaltstadt erlassen. 

Derzeit lässt sich noch nicht abschätzen, ob die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder der Verwaltungsvorlage (1 Uhr unter der Woche/3 Uhr am Wochenende) zustimmt oder ob sich eine Mehrheit für einen der beiden weiteren Anträge (2/3/4 oder 3/5+‚Lärmkümmerer‘) findet. Einige Stadträte gehen davon aus, dass das Thema ohnehin bald wieder die Gerichte beschäftigen wird, egal wie man sich entscheidet.

rmx

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