Unfassbar

Skandal im Rathaus: Stadt-Mitarbeiter hetzt unter Israel-Post! 

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Ein Mitarbeiter der Stadt Heidelberg hetzt ungeniert unter einem Artikel zur Hissung der Israel-Flagge in Mannheim.  

Heidelberg-Altstadt - Wenn es um Israel geht, vermischen sich in Facebook-Kommentaren oftmals Hetze, offen antisemitische Äußerungen und Fehlinformationen. Einer sticht besonders hervor – denn der Verfasser arbeitet im Rathaus! 

Zum 70-jährigen Jubiläum der Staates Israel hisst das Mannheimer Rathaus am 14. Mai als Zeichen der Solidarität die israelische Flagge. Das sollte eigentlich ein Grund zur Freude sein, verbindet Israel und Deutschland doch eine langjährige Partner- und Freundschaft. 

Viele Verbindungen zwischen Schulen, Universitäten und Vereinen prägen die deutsch-israelischen Beziehungen, ebenso wie über hundert Städtepartnerschaften. Mannheim selbst ist mit der israelischen Stadt Haifa städtepartnerschaftlich verbunden.

Doch anstatt sich zu freuen, dass es Israel gelungen ist, als einzige Demokratie im Nahen Osten - trotz der akuten Bedrohungslage seitens der Nachbarländer - in nur 70 Jahren aus einer kargen Wüstenregion eine prosperierende Wirtschaft und Gesellschaft zu kreieren, hagelt es in den Facebook-Kommentaren Kritik und Hetze. 

Gewalt am Gazastreifen am Tag der Flaggen-Hissung 

An 14. Mai gibt es an der Grenze zum Gazastreifen gewalttätige Ausschreitungen. Der Grund: Die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem. Auf Geheiß der Hamas protestieren Palästinenser am Zaun zu Israel, werfen Steine und Molotowcocktails und versuchen durch den Grenzzaun zu brechen. Israel hatte Gaza-Bewohner im Vorfeld mit Flugblättern gewarnt, nicht an den Zaun zu kommen und keine „Marionetten der Hamas zu sein“, die die Bevölkerung zudem aufriefen, Kinder und Jugendliche an den Grenzzaun mitzunehmen.

Doch es bringt alles nichts: Mindestens 60 Palästinenser werden laut Angaben des Gaza-Gesundheitsministeriums bei den Auseinandersetzungen mit des israelischen Armee getötet, mehr als 2.700 sollen verletzt worden sein. Präsident Mahmud Abbas bezeichnet die israelische Selbstverteidigung als „Massaker“. 

Eine Sprecherin des deutschen Außenministeriums sagte: „Die Berichte über die heutigen Proteste in Gaza mit Dutzenden von Toten und Verletzten sehen wir bestürzt und mit tiefer Sorge.“ Weiterhin betonte das Ministerium, dass das Recht auf friedlichen Protest auch in Gaza gelten müsse, es dürfe jedoch nicht ausgenutzt werden, um die Lage zu eskalieren. „Israel hat das Recht, sich zu verteidigen und den Zaun gegen ein gewaltsames Eindringen zu sichern. Aber es gilt das Prinzip der Verhältnismäßigkeit.“

Der Grenzübergang Kerem Shalom, der von den Demonstranten in Brand gesteckt und stark beschädigt worden war, ist mittlerweile wieder eröffnet. Die Hilfstransporte aus Israel in das Palästinensergebiet haben nach Angaben der IDF wieder begonnen.

Der hetzerische Post 

Unter dem Facebook-Post auf der Facebook-Seite von MANNHEIM24 finden sich zahlreiche haarsträubenden Behauptungen wie „Der Hammer ist, Israel macht farbige jüdische Frauen aus Äthiopien sogar unfruchtbar!“, „Deswegen inhaftiert Israel kleine Kinder“ und Drohungen, die Fahne in einer Nacht und Nebelaktion „loszuwerden“,springt vor allem ein Kommentar ins Auge: 

Darin schreibt Kommentator K., dass er diese Terrorflagge am Heidelberger Rathaus nie im Leben hissen würde, wo er der zuständige Beauftragte sei.

Unglaublich: Nach Recherchen von HEIDELBERG24 stellt sich heraus, dass K. tatsächlich Angestellter der Stadt ist. Das Rathaus bestätigte dies. Eine weitere Quelle verrät uns, dass der Hetzer im Amt für Liegenschaften und Konversion arbeiten soll.

Timm Herre vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit bestätigte außerdem, dass zwischenzeitig mehrere Beschwerden bezüglich des Facebook-Posts eingegangen sind. Die Stadt sei „in dieser Sache bereits tätig geworden.“ 

Wann handelt die Stadt?

Ob und mit welchen Konsequenzen K. rechnen muss, kann uns Herre nicht sagen. „Ganz grundsätzlich duldet die Stadt Heidelberg innerhalb ihres Verantwortungsbereichs Intoleranz und Hetze nicht.

Volle vier Tage ist der Hetz-Kommentar noch zu sehen, am Freitagnachmittag (Stand 17:22 Uhr) ist er verschwunden...

kp

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