Videoüberwachung und Polizisten

Sicherheitsbefragung: Stadt will „technologisch und personell stark aufrüsten“ 

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Der Bismarckplatz in Heidelberg.

Heidelberg-Altstadt - Wie sicher fühlen sich die Bürger in Heidelberg? Das will die Stadt genau wissen und versendet insgesamt 8.000 Fragebögen. Das Ergebnis:

Insgesamt ist die Stadt mit den Ergebnissen der Bürgerbefragung zufrieden. „Aber es gibt auch Bereiche, wo wir nacharbeiten müssen“, meint Bürgermeister Wolfgang Erichson am Montag (12. März) im Palais Graimberg in der Altstadt. 

Dort zieht er gemeinsam mit Dieter Hermann, Leiter des Instituts für Kriminologie, und Bernd Köster, Leiter des Bürgeramtes, Bilanz.

Acht Prozent der Befragten fühlen sich in He idelberg unsicher – im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Thematik für 92 Prozent keine übergeordnete Rolle spielt.

Veränderte Freizeitgewohnheiten

Trotzdem geben 18 Prozent an, dass sie ihre Freizeitaktivitäten – aus Angst Opfer eines Verbrechens zu werden – einschränken. Dabei spielt vor allem auch die Befürchtung angepöbelt zu werden eine große Rolle – speziell in der Altstadt.

In den Stadtteilen Emmertsgrund und Pfaffengrund ist die Kriminalitätsfurcht überdurchschnittlich hoch. Auch Nicht-Anwohner geben an, dass sie sich im Emmertsgrund und in Boxberg mit Abstand am meisten fürchten würden.

Ungerechtfertigterweise, betont Hermann und verweist auf die Statistik. Die zeigt, dass es bei den Stadtteilen im Allgemeinen kaum Unterschiede gibt.

Tatsächlich spiele hingegen die gestiegene importierte Kriminalität eine Rolle, so Hermann. Diese rühre vor allem von den – kulturell bedingten – unterschiedlichen Männlichkeitsnormen und von posttraumatischen Belastungsstörungen von denen circa die Hälfte aller Geflüchteten betroffen sei.

Intelligente Videoüberwachung

Die Reaktion auf die Ergebnisse der Befragung lautet ganz klar: „Prävention“. Das, so Erichson, bedeute das Weiterführen und Ausbauen bereits laufender Schulprojekte im Bezug auf die oben beschriebene Flüchtlingsproblematik. 

An kriminell stark frequentierten Orten, erläutert Bernd Köster vom Bürgersamt, werde man sowohl technologisch, als auch personell stark aufrüsten

Das betreffe vor allem den Bismarckplatz und den Willy-Brandt-Platz sowie die Neckarwiese. In diesem Zusammenhang nennt die Stadt auch die geplante, intelligente Videoüberwachung. „Wenn alles gut läuft, bekommen wir diese noch 2018“, meint Erichson.

Neues Beleuchtungskonzept auf Neckarwiese

Auf der Neckarwiese sei ein neues Beleuchtungskonzept geplant. Außerdem: „Werden wir deutlich mehr Blaumänner und -frauen auf die Straße schicken.“ 

Das gelte übrigens auch für den Stadtteil Pfaffengrund, in dem Falschparken ein größeres Problem darstelle.

Das Image der unbeliebten Stadtteile wolle man verbessern. Vor allem durch das Schaffen von attraktiven Freizeitangeboten: „Die Leute sollen in die Stadtteile gehen und selbst sehen, dass es dort nicht so schlimm ist“, sagt Erichson.

gs

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