Zum letzten Mal

Nogida: „Wir halten dagegen!“

Auch kleine Gäste sind am Montagabend bei „Nogida“ dabei.

Heidelberg – Mehr als 600 Menschen kommen am Montagabend noch ein letztes Mal unter dem Motto „Nogida“ auf dem Uni-Platz zusammen.

Trotz eisiger Kälten füllt sich der Uniplatz Punkt 19 Uhr mit Menschen, die alle für eine Botschaft einstehen: Heidelberg sagt Ja, Flüchtlinge Willkommen!

Dies ist das Motto der dritten und letzten „Nogida“-Kundgebung.

Mehr als 600 Menschen bei letzter „Nogida“-Demo!

Begleitet von musikalischer Untermalung von Bernard Bentgens und Freunden startet die Bürgergruppe in den Abend, spricht über eine weltoffene, demokratische Haltung. Ein Mitglied der Gruppe, unter begeistertem Beifall: „Heidelberg begrüßt besonders die Menschen in Dresden, die sich heute Pegida entgegenstellen.“ 

Rabiner Janusz Pawelczyk-Kissin bezieht sich auf uralte  jüdischen Schriften: „Toleranz darf nicht einfach als Duldung verstanden werden, sondern als Respekt vor dem anderen.“

Unterschiedlichkeit und Vielfalt seinen eine Bereicherung, statt eine Bedrohung. 

Die 23-jährige Lotte S. aus Heidelberg ist selbst im Asylarbeiterkreis aktiv, an diesem Abend ist sie als Zuhörerin da, weiß aber, dass die Aktion für die Flüchtlinge in Heidelberg extrem wichtig ist: „Ich bin hier, um den Flüchtlingen eine Stimme zu geben und Heidelberg offener für alle zu machen.“

Stefan Dallinger, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises betont in seiner Rede, dass er nur in einer offenen, toleranten Gesellschaft leben will: „Lassen sie das Rad weiterrollen - treten sie ein, in das Gespräch mit Menschen, die Sorgen haben!“

Prof. Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg, beruft sich auf das Motto der Uni "Sempa Apertus" (deutsch: Immer offen). Er spricht über die 5.000 ausländischen Studierenden an der Heidelberger Universität und stellt fest:

„Heidelberg wäre nicht Heidelberg, ohne unsere ausländischen Mitbürger!“

Als nächstes treten die Schülersprecher der Internationalen Gesamtschule Heidelberg auf die Treppen des Uniplatzes: „Wir möchten nicht, dass Fremdenhass mit Heidelberg in Verbindung gebracht wird - und auch nicht mit Deutschland.“

Anschließend sprechen sich die Vertreter des Studienrates für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz aus und sprechen ein wichtiges Problem an:

„Wir müssen aufhören Flüchtlinge als ökonomischen Faktor zu definieren.“

Die Vertreterin des Asylantenkreises erklärt, dass die Gründe einer Flucht aus dem Heimatland in den Medien nicht genug erklärt werden. Dies schaffe Vorurteile. 

Sie appelliert an die Leute auf dem Uniplatz, aktiv zu bleiben, Wohnungen zu öffnen und Arbeitsplätze zu vermitteln.

Das Schlusswort hat Albertus Bujard, als einer der Organisatoren: „Wir können uns dazu bekennen, dass wir uns von diesen Vorfällen nicht spalten lassen - wir halten dagegen.“

Er gibt den Zuhörern zum Abschluss etwas auf den Weg: Die Pegida müsse akzeptiert werden, es müsse aber zu einem fairen Streitgespräch kommen - und dieser Streit müsse mit Argumenten gewonnen werden.

„Wir beenden Nogida nun und verstehen diese Bürgeraktion als eine Hilfe, sich im Alltag diesen Aufgaben zu stellen und keine Mühen zu scheuen.“

>>> Trotz schlechten Wetters: 500 Teilnehmer bei NOGIDA-Kundgebung auf Uniplatz!

>>> Schweigemarsch: 2.800 Teilnehmer bei Anti-Pegida-Demo in Heidelberg!

kab/sag

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