Er wollte die Einnahmen klauen

Vorgetäuschter Überfall auf „Hans im Glück“ – Diese Strafe bekommt der Komplize!

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Heidelberg-Altstadt - Der Betriebsleiter einer „Hans im Glück“-Filiale täuscht im Mai 2018 einen Überfall vor, fliegt auf und nimmt sich kurz darauf das Leben. Jetzt fällt das Urteil gegen seinen Komplizen: 

Update vom 4. April 2019: Das Urteil gegen den 33-jährigen Komplizen ist gefallen! Er wird wegen Beihilfe zur Veruntreuung von insgesamt 34.820 Euro zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt. Das berichtet die ,Rhein-Neckar-Zeitung' am Donnerstag. Der Mann gesteht größtenteils den Überfall auf ,Hans im Glück' in Heidelberg.

Am 21. Mai 2018 um 22 Uhr planten der Betriebsleiter und der Verurteilte spontan den vermeintlichen Überfall: Wenn der Betriebsleiter das ,Hans im Glück' mit den gesammelten Wochenendeinnahmen verlässt, sollte er sie zu dem Angeklagten bringen und danach den Raub bei der Polizei melden. Der Angeklagte hätte die Hälfte des gestohlenen Geldes bekommen, wenn er es bei sich Zuhause versteckte. Laut ,RNZ' seien der Leiter und der Komplize befreundet gewesen. Daher weiß der 33-Jährige, dass sich der Betriebsleiter unter finanziellen Druck wegen seiner Hochzeit befunden hatte. Nachdem die Kriminalpolizei den Betriebsleiter befragt und immer mehr Zweifel an der Geschichte hatte, rückte er selbst ins Visier der Ermittler. Zwei Stunden nach der Vernehmung brachte er sich selbst um. 

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Vorgetäuschter Überfall auf „Hans im Glück“ – Anklage gegen 32-Jährigen erhoben

Meldung vom 7. November 2018: Rund sechs Monate nach einem Fake-Überfall auf eine „Hans im Glück“-Filiale in der Heidelberger Altstadt hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg Anklage gegen einen 32-jährigen Mann zum Amtsgericht Heidelberg (Schöffengericht) erhoben – das bestätigte Pressesprecher Tim Haaf am Mittwoch (7. November) auf Anfrage von HEIDELBERG24.

Der Vorwurf: Anstiftung zur Untreue!

Der Prozess beginnt laut Haaf am 31. Januar 2019. Bei einer Verteilung droht dem 32-jährigen Mittäter eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Zwei Ermittler nehmen am 22. Mai Spuren an der „Hans im Glück“-Filiale in der Altstadt auf.

Rückblick

Am Morgen des 22. Mai soll ein maskierter Täter gegen 10 Uhr die Filiale der beliebten Burger-Kette in der Hauptstraße betreten und den Betriebsleiter mit einer Schusswaffe bedroht haben. Mit den Einnahmen des Pfingstwochenende - offenbar mehrere Zehntausend Euro - soll er sich schließlich aus dem Staub gemacht haben. Mit einem Großaufgebot fahndet die Polizei anschließend nach dem vermeintlichen Täter – ohne Erfolg.

Drei Tage später dann die überraschende Wende! Wie die Ermittlungen der Polizei ergeben, hatte der Betriebsleiter die Tat mit einem Komplizen - dem angeklagten 32-Jährigen - vorgetäuscht. Keine 24 Stunden später nimmt sich der aufgeflogene Betriebsleiter das Leben

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Hinweis: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Du oder eine Dir bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktiere bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111.

rob

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