Drohende Preiserhöhung

Statt Bettensteuer: Jetzt ‚Schloss-Steuer‘ für alle?

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Der Besuch des Heidelberger Schlosses könnte bald teuerer werden.

Heidelberg-Altstadt - Eine Bettensteuer soll eigentlich Touristen an den Kosten für kommunale Infrastruktur beteiligen. Die Alternative könnte jetzt aber auch Heidelberger zur Kasse bitten!

Wird aus der Bettensteuer für Touris jetzt eine Schlosssteuer für alle?

Vor knapp einem Jahr beschloss der Gemeinderat die Einführung einer Bettensteuer, mit der auch Touristen einen Beitrag zum Erhalt der kommunalen Infrastruktur leisten. Sie sollen ab 1. Januar 2018 zusätzlich fünf Prozent auf Übernachtungen zahlen. Dies soll der Stadt Mehreinnahmen von rund 1,2 Millionen Euro bescheren.

Die Bettensteuer war wegen des bürokratischen Aufwands für die Hotelbranche aber umstritten. Zudem würde die Abgabe nur einen kleinen Teil der Übernachtungsgäste treffen, Geschäftsreisende wären von der Steuer ausgenommen. 

Alternative zur Bettensteuer gesucht

Deshalb hatte ein Arbeitskreis unter Federführung von Heidelberg Marketing bis Ende Juni die Möglichkeit, eine Alternative zur Übernachtungssteuer zu erarbeiten, die der Stadt 1,2 Millionen Euro in die Kassen spült.

Schlossteuer für alle?

Die von Heidelberg Marketing erarbeitete Lösung: eine Preiserhöhung für das Kombiticket Bergbahn/Schlosseintritt (derzeit sieben Euro).

Da Heidelberg und das Land Baden-Württemberg die Einnahmen aus dem Schlosseintritt untereinander aufteilen, muss wohl mit einer Preiserhöhung um bis zu zwei Euro gerechnet werden. 2016 besuchten rund 1,1 Millionen Gäste das Heidelberger Schloss – damit war die Ruine über dem Neckartal landesweit der größte Publikumsmagnet.

Damit könnte man auch einen Teil der jährlich rund 11 Millionen Tagestouristen an den Infrastrukturkosten beteiligen. Eine Bettensteuer würde lediglich drei Prozent aller Touristen betreffen. 

Der Haken: Die Schloss-Steuer trifft auch die Heidelberger, die die Bergbahn nutzen und ‚ihr‘ Schloss besuchen wollen. Sie tragen in diesem Sinn also doppelt zum Erhalt der städtischen Infrastruktur bei. 

Entscheidung wohl erst nach der Sommerpause

Die Erhöhung muss aber noch vom baden-württembergischen Finanzministerium abgesegnet werden. Deshalb wird der Gemeinderat wohl erst nach der Sommerpause über die ‚Schlosssteuer‘ entscheiden.

Sollte das Gremium sich gegen eine Preiserhöhung des Kombitickets entscheiden, bliebe noch bis Ende des Jahres Zeit, eine Alternative zu erarbeiten – oder zum 1. Januar 2018 die Bettensteuer einzuführen.

rmx

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