Endlich wieder (Publikums-)Verkehr

Heidelberg: Bordell „Bienenstock“ wird zur Corona-Teststation

Heidelberg - Obwohl das älteste Gewerbe der Welt auch im „Bienenstock“ nach wie vor Corona-bedingt verboten ist, herrscht dort wieder reger (Publikums-)Verkehr. Das ist der Grund:

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie herrscht auch im „Bienenstock Eros Center“, sonst bekannt für emsiges Treiben, absolut tote Hose! Und dennoch bleibt Deutschlands erstes Bordell in Öko-Bauweise in Heidelberg-Bahnstadt nicht ungenutzt. Denn Chef Kalle S. (57) hat seinen Puff seit einer Woche kurzerhand zur Corona-Teststation umfunktioniert – der einzigen im Gewerbegebiet Eppelheimer Straße.

Wegen Corona ist das Bordell Bienenstock in der Eppelheimer Straße 34 in der Heidelberger Bahnstadt seit Monaten geschlossen.

Doch nicht nur das: Die Schnelltest-Station ist die einzige in einem Bordell in ganz Deutschland, wie der Betreiber nicht ohne Stolz im Gespräch mit HEIDELBERG24 erzählt. „Wir wollen nicht nur unseren derzeit ausbleibenden Gästen etwas Gutes tun, sondern etwas fürs Allgemeinwohl aller Heidelberger tun, damit diese Pandemie möglichst schnell ein Ende hat! Jeder kann ohne Voranmeldung zu uns kommen und sich kostenlos testen lassen“, erklärt Kalle S.

,Schäfer-Stündchen‘ im Bienenstock: Micaela Schäfer beim Sommerfest

Micaela Schäfer im Bienenstock in Heidelberg
Micaela Schäfer im Bienenstock in Heidelberg
Micaela Schäfer im Bienenstock in Heidelberg
Micaela Schäfer im Bienenstock in Heidelberg
,Schäfer-Stündchen‘ im Bienenstock: Micaela Schäfer beim Sommerfest

Die langfristige Idee: Sobald die Prostitution in Baden-Württemberg bzw. in Heidelberg wieder erlaubt ist, können sich Freier in der hauseigenen Antigen-Teststation testen lassen, um sich dann mit negativem Ergebnis im Bordell zu vergnügen.

Heidelberg: Schnelltests sind im „Bienenstock“ kostenlos, auch PCR-Tests werden angeboten

Die Teststation, die gemeinsam mit einer Fremdfirma betrieben wird, hat montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr geöffnet, an den Wochenende von 10 bis 16 Uhr. Und sogar ein PCR-Test wird vor Ort angeboten. Kosten: 90 Euro. Getestet wird durch ein Fenster am Seiteneingang, wo extra ein Pavillon aufgebaut und Abstandslinien eingezeichnet worden sind.

Das zum Nichtstun verdammte Bordell „Bienenstock“ in Heidelberg ist jetzt ein kostenloses Corona-Schnellteststation.

Bemerkenswert: Da eine der rund 25 Prostituierten aufgrund der Corona-bedingten Zwangsschließung auf unbestimmte Zeit nicht ihre Dienste im „Bienenstock“ anbieten kann, hat sie sich eigens von einem Arzt schulen lassen und führt jetzt ehrenamtlich die Schnelltests durch. Zu ihr kommen beispielsweise zweimal pro Woche Mitarbeiter der benachbarten A.T.U.-Filiale, um sich testen zu lassen. „Unser Angebot wird gut von der Bevölkerung und unserem Umfeld angenommen“, zieht Kalle S. eine erste positive Bilanz.

StadtHeidelberg
StadtteilBahnstadt
Fläche1,09 km²
Einwohnerzahl4.846 (Stand: März 2020)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Bienenstock generiert Einnahmen mit Wein, Dosenwurst und Webcam-Girls

Erst im Oktober 2020 ist Kalle S. vor das Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim gezogen, um dort die Öffnung seines Etablissements einzuklagen, da Prostitution zu jenem Zeitpunkt nur in Baden-WürttembergHessen und Mecklenburg-Vorpommern verboten war, nicht jedoch in den 13 anderen Bundesländern.

„Bienenstock“-Betreiber Kalle S. befüllt einen Desinfektionsmittelspender.

Bereits vor fast genau einem Jahr hat der geschäftstüchtige wie clevere „Bienenstock“-Chef Kalle S. aufhorchen lassen, als man in dem Bordell Wein und Dosenwurst verkauft hat, um überhaupt Einnahmen zu generieren, wie HEIDELBERG24 berichtete. Auch Live-Chats mit Webcam-Girls haben zwischenzeitlich Geld in die leeren Kassen gespült. Dies sind jedoch alles Tropfen nur auf den heißen Stein. (pek)

Rubriklistenbild: © Bienenstock

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