Ob arm oder reich

Im Kaufhaus „Soziale Dienste“ kommt jeder auf seine Kosten

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Eigentümer Wolfram Plank vor seinem „Recyclingkaufhaus“, wo es auch Lebensmittel gibt.

Heidelberg-Bahnstadt – Dieses Geschäft hat seinen Namen definitiv verdient! Was das Besondere an „Soziale Dienste Heidelberg“ ist und was Wolfram Plank damit erschaffen hat:

Wir betreten das „Recyclingkaufhaus“ von Soziale Dienste Heidelberg im Czernyring und treffen dort Eigentümer Wolfram Plank

Plank hat die Dienstleistung vor mehr als zwei Jahren zusammen mit dem großen Verkaufslager ins Leben gerufen. Das Unternehmen kümmert sich um Wohnungsräumungen, Gartenarbeiten, Möbelabholungen und alles, bei dem jemanden unterstützt werden kann. 

Der Preis entsteht im Gespräch

Im Kaufhaus gibt‘s wirklich alles Erdenkliche, was in jeden Haushalt gehört. Ob Spülmaschinen, Geschirr, Elektronik, Werkzeug, Schränke oder Spielsachen – jeder, der etwas sucht, wird wohl fündig werden. 

Doch während man durch die 1.000 Quadratmeter große Lagerhalle läuft und die ein oder andere Kuriosität findet, entdeckt man vor allem eins: Es gibt keine Preisschilder. 

Der Preis richtet sich ganz individuell an die Person“, erklärt Plank im Interview. „So bezahlt ein Student einen anderen Preis wie ein Arbeiter und ein sozial schwacher Mensch bekommt wiederum einen ganz anderen Preis.“ Wenn er überhaupt etwas zahlen muss. Denn das Besondere: Je nach Fall müssen die Kunden sogar gar nichts bezahlen! 

Soziale Taten

Der Eigentümer erzählt von ein paar Leistungen, die er zusammen mit seinen Mitarbeitern verwirklicht hat. So musste beispielsweise eine Mutter mit ihren drei Kindern ihr Zuhause aufgeben und stand von heute auf morgen vor dem Nichts. Zwar stellte ihre Gemeinde eine Wohnung zur Verfügung, allerdings hatte diese keine Möbel.

„Ein finanzieller Absturz kann von jetzt auf nachher passieren“, weiß Wolfram Plank anhand vieler Schicksale. Doch durch ,Soziale Dienste’ fand sie schnell Hilfe. „Man kann bei uns eine Wohnung für 500 bis 600 Euro komplett einrichten“, so Plank. Als der Inhaber dann noch erfuhr, dass die Familie noch nie einen Urlaub gemacht hat, schenkte er ihr eine Woche auf dem Bauernhof. 

Fotos: Recycling Kaufhaus von Soziale Dienste

Aber auch sonst spürt man die soziale Ader des Inhabers. Seine Angestellten sind unter anderem Langzeitarbeitslose, die bei ,Soziale Dienste' eine neue Chance bekommen. „Jeder kann etwas beitragen“, meint der Eigentümer. Man kann zum Beispiel Möbel oder andere Gegenstände zum „Recyclingkaufhaus“ bringen, die dann weiter verkauft oder verschenkt werden. Natürlich sollten diese Sachen für den Nächsten noch gut brauchbar sein. 

Essen für Jedermann

Seit dem 11. August 2017 kooperiert ,Soziale Dienste’ mit Foodsharing. Der Verein bringt dem Kaufhaus immer dienstags und freitags mehrere Kisten mit frischem Obst und Gemüse, das sich jeder Kunde dort kostenlos nehmen darf. Es sollte dabei jedoch darauf geachtet werden, dass man in angemessenem Mass zugreift, so dass jeder etwas abbekommen kann. 

Es wirkt ein bisschen als wäre ,Soziale Dienste’ der Robin Hood unter den sozialen Einrichtungen. Doch auch das Mannheimer Markthaus oder das DreamCenter in Sinsheim setzen sich unter anderem für die sozial schwachen Menschen in der Metropolregion Rhein-Neckar ein. 

Eine tolle Sache!

jol

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