„Top-Lage Heidelbergs“

Bauhaus an Kurfürsten-Anlage schließt – jetzt ist klar, wer Gebäude gekauft hat

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Auf Höhe des Parkhauses soll ein öffentlicher Platz entstehen.

Heidelberg - Das Bauhaus in der Weststadt schließt Mitte November. Aber was passiert mit dem Gelände in der Zukunft? Das sagt der neue Eigentümer:

  • Bauhaus in der Weststadt in Heidelberg schließt
  • Schließung zum 16. November 2019
  • Stadt Heidelberg will an Bebauungsplan von 2008 festhalten
  • Bauunternehmen „Diringer & Scheidel“ kauft Bauhaus-Areal 

Update vom 4. Oktober, 14 Uhr: Jetzt ist es offiziell: „Diringer & Scheidel“ hat die Bauhaus-Immobilie in der Weststadt in Heidelberg gekauft. Das gibt das Mannheimer Bauunternehmen am Freitag (4. Oktober) in einer Mitteilung bekannt. „Das Objekt wurde uns angeboten und wir haben es uns gerne vertraglich gesichert, handelt es sich bei dem Standort in der Kurfürsten-Anlage doch um eine der Top-Lagen Heidelbergs“, sagt D&S-Geschäftsführer Heinz Scheidel.

Wie es mit dem Gelände konkret weitergeht, ist indes noch unklar. Man wolle in den kommenden Monaten mehrere Möglichkeiten prüfen, so Scheidel. „Im Verlauf des nächsten Jahres werden wir unsere Planungen konkretisieren“. Über den Kaufpreis des Bauhaus-Gebäudes werden keine Angaben gemacht.

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Heidelberg: Bauhaus schließt – kommt jetzt ein öffentlicher Platz ans Landgericht?

Update vom 4. Oktober: Das Bauhaus in der Weststadt ist bald Geschichte – am 16. November ist für Deutschlands zweitältestes Bauhaus Schluss. Wie eine Sprecherin der Stadt Heidelberg auf Anfrage mitteilt, könne man über den aktuellen Eigentümer des Areals keine Auskunft geben. Die „Rhein-Neckar-Zeitung“ will erfahren haben, dass es sich bei dem neuen Eigentümer um das Mannheimer Bauunternehmen „Diringer & Scheidel“ handelt. Eine HEIDELBERG24-Anfrage bei „D&S“ blieb bislang unbeantwortet.

Die Baufirma hatte auch das Areal in der Mannheimer Innenstadt übernommen, auf dem Bauhaus-Gründer Heinz-Georg Baus 1965 den allerersten Heimwerkermarkt in Deutschland errichtete. Nach dem Abriss des alten Bauhaus wurde dort das Stadtquartier Q6/Q7 entwickelt.

Heidelberg: Bebauungsplan soll Grundlage für Quartiersentwicklung sein 

Hat sich „D&S“ jetzt mit dem Bauhaus-Areal das nächste ‚Sahne-Grundstück‘ geschnappt? Das Areal zwischen Kurfürsten-Anlage und Bahnhofstraße wurde in der jüngeren Vergangenheit kräftig umgewandelt. Wo früher neben den Justizgebäuden auch das Finanzamt Heidelberg beheimatet war, stehen jetzt neue Gebäudekomplexe: Das Behördenzentrum gegenüber dem Bauhaus-Parkhaus und das „Kurfürsten-Carré“. 

Ähnlich wie im „Kurfürsten-Carré“ könnten auch bei den neu zu errichtenden Gebäuden auf dem Bauhaus-Areal im Erdgeschoss Gewerbeflächen entstehen. Die drei bis vier Geschossflächen darüber würden für Wohnraum vorbehalten bleiben. Die Stadt Heidelberg möchte bei der Entwicklung des Geländes am „Bebauungsplan Weststadt – Kurfürsten-Anlage“ von 2008 festhalten, sagt die Sprecherin der Stadt Heidelberg.  

Dieser sieht neben gegenüber des Justizzentrums einen L-förmigen Bau und einen öffentlichen Platz in der Verlängerung der Landhausstraße vor. Das zweite Gebäude zum Crowne-Plaza hin soll einen Innenhof bekommen. Zudem sollen Lücken zwischen den Gebäuden die Weststadtstraßen wieder mit der Kurfürsten-Anlage verbinden.

Zweitältestes Bauhaus Deutschlands schließt! Das ist der Grund

Update vom 30. September: Nach der Ankündigung, dass das Bauhaus in der Kurfürsten-Anlage geschlossen wird, sind viele Fragen aufgekommen. Warum muss die Filiale schließen? Was passiert mit dem Gebäude und dem Parkhaus? Was kommt nach dem Bauhaus an die Stelle? Auf Anfrage beantwortet uns die Pressestelle von Bauhaus diese Fragen. 

Demnach geschehe die Schließung nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Es liege daran, dass bereits seit 2017 ein Bebauungsplan bestehe. Die geplanten Erweiterungen und Erneuerungen hätten aber nicht so umgesetzt werden können, wie man es haben wollte. Die Möglichkeiten in der Kurfürsten-Anlage seien zu begrenzt. Obwohl der Bauhaus-Standort in der Stadt „wichtig war und ist“, habe man sich für die Schließung entschieden – auch, weil es ein größeres Bauhaus-Center in der Bahnstadt gebe.

Heidelberg: Neuer Investor gefunden – das passiert mit dem Bauhaus-Gebäude

Wie der Sprecher von Bauhaus weiter erklärt, habe man schon einen neuen Investor gefunden. Diesen wolle er aber noch nicht sagen, da er sich bald selbst dazu äußern werde. Nach der Schließung des Bauhaus-Gebäudes und des dazugehörenden Parkhauses wird wohl ein neues Gebäude auf dem Gelände gebaut werden. Über die genauen Pläne werde aber der neue Investor mehr erzählen.

Auf Höhe des Parkhauses soll ein öffentlicher Platz entstehen.

Da die Schließung der Bauhaus-Filiale bereits am 16. November stattfindet, werde demnächst mit dem Abverkauf begonnen. Dann werden auch Banner und Werbung am Gebäude darauf aufmerksam machen. 

Heidelberg: Nach über 50 Jahren – Bauhaus-Filiale wird geschlossen

Grundtext vom 26. September: Im Jahre 1960 brachte der gebürtige Heidelberger Heinz-Georg Baus ein neues Konzept nach Deutschland. Markenprodukte verschiedenster Fachsortimente werden unter einem Dach angeboten – das Bauhaus war geboren! Das erste Fachcenter wurde daraufhin in Mannheim, im Quadrat U3, eröffnet. Im Jahr 1965 folgte dann die zweite Filiale in Heidelberg, die noch bis heute in der Kurfürsten-Anlage steht – doch diese jahrzehntelange Ära wird bald enden! 

Wie Bauhaus mitteilt, sollen die Zentren in Heidelberg-Stadtmitte (Weststadt) und Viernheim Ende 2019 geschlossen werden! Die Filiale in Heidelberg-Weststadt macht bereits am 16. November dicht, vier Wochen später schließt das Center in Viernheim. Die 70 Mitarbeiter seien frühzeitig informiert worden und sollen in andere Filialen wechseln, heißt es in der Pressemitteilung. Das bedeutet wohl das Aus für das 3.400 Quadratmeter große Gebäude in Heidelberg. Was danach damit passieren wird, ist noch unklar. Auch die Gründe für die Schließung sind noch nicht bekannt. Bauhaus war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Heidelberg: Bauhaus-Filiale macht dicht – Alternativen in der Region

Nachdem das Bauhaus-Stadtmitte in Heidelberg Ende des Jahres schließen soll, gibt es noch ein paar Alternativen in der Metropolregion. So steht seit 2010 auch in der Bahnstadt ein Bauhaus, auf das die Heidelberger ausweichen können. Auch in Mannheim soll zu den Filialen in Mallau, Waldhof, Vogelstang und in den Quadraten noch ein weiteres Gebäude kommen – nämlich im Columbus-Quartier

Nach über 50 Jahren schließt das Bauhaus in der Kurfürsten-Anlage.

Heidelberg: Bauhaus-Gründung – eine Idee wird zum Erfolgsgeschäft

Als Heinz-Georg Baus aus Heidelberg im Jahr 1960 das erste Bauhaus in Mannheim gründete, war er sich bestimmt nicht darüber im Klaren, was für ein Erfolgsgeschäft er geschaffen hatte. Das Konzept kannte er aus den USA und holte es nach Deutschland. Dort sind bis heute 150 Bauhaus-Fachzentren entstanden. Doch das Konzept machte nicht an den Landesgrenzen halt – in 19 Ländern wurden über 270 Bauhaus-Filialen eröffnet. Mit einem Vermögen, das vom Forbes-Magazin auf 2,65 Milliarden Euro geschätzt wurde, gehörte er zu den reichsten Deutschen. Heinz-Georg Baus starb am 10. Mai 2016 im Alter von 82 Jahren

pm/dh/rmx

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