Heulen in Heidelberg bald die Sirenen?

Nach blauem Trinkwasser: Katastrophen-Warnsystem wird geprüft

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Die Stadt Heidelberg denkt über ein neues Sirenen-Warnsystem nach. (Symbolfoto)

Heidelberg - Nach dem Trinkwasser-Schreck im Februar denkt die Stadt jetzt über Alarm-Sirenen im gesamten Stadtgebiet nach. Können so alle Bürger rechtzeitig gewarnt werden?

Der Schrecken sitzt bei vielen Heidelbergern noch tief im Nacken: Im Februar herrscht Katastrophenstimmung in der Stadt, denn angeblich ist das Trinkwasser verseucht. Die Feuerwehr fährt durch die Straßen und warnt die Bevölkerung mit Durchsagen, Social-Media-Kanäle explodieren und auch HEIDELBERG24 warnt Bürger davor, Leitungswasser zu trinken. Die Nachricht verbreitet sich schnell und bald sind sogar die Wasservorräte im Supermarkt leer gekauft – am Abend kommt glücklicherweise doch die Entwarnung. 

Trotzdem ist das Ganze für viele ein Anlass zum Nachdenken: Wurden wirklich alle Heidelberger rechtzeitig gewarnt? Wann habe ich mein letztes Glas Leitungswasser getrunken? Was wäre wenn? Auch der Gemeinderat befasst sich mit dem Thema und beschließt am 9. Mai, das geprüft werden soll, ob ein Sirenen-Warnnetz in Heidelberg sinnvoll ist.

Heidelberg: Ist das aktuelle Katastrophen-Warnsystem schnell genug?

Bisher warnt die Stadt ihre Bevölkerung vor Katastrophen mit Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen, Presseinformationen, im Internet und auf Social-Media-Kanälen so wie über die Warn-Apps NINA und KATWARN. Doch ist das wirklich schnell genug? Erreicht man so die gesamte Bevölkerung?

Jetzt soll geprüft werden, ob ein Sirenen-Warnnetz die Bevölkerung bei Katastrophen besser warnt als die herkömmlichen Methoden. Denkbar sind Ausnahmezustände wie der Amoklauf am Bismarckplatz, Chemieunfälle oder Naturkatastrophen – Ereignisse, die Heidelberg in den letzten Jahren heimgesucht haben.

Gespenstische Alarm-Sirenen bald auch in Heidelberg?

Jetzt prüft ein Planungsbüro, wie viele Sirenen erforderlich sind, um die Stadt ausreichend zu beschallen und wie viel das kosten wird. Schon im Vorfeld wird klar: Günstig wird das Ganze nicht. Schon die Planungsarbeiten belaufen sich auf 20.000 Euro!

Doch nach den Ereignissen im Juli 2019, als das Telefonnetz – inklusive Notrufnummer ! – lahmgelegt wird, könnte es mehr Befürworter für ein Sirenennetz geben.

Bis in die 90er Jahre betreibt Heidelberg schon ein Sirenennetz mit 95 Zivilschutzsirenen. Doch nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Wegfall der nuklearen Bedrohung, entscheidet sich die Stadt das Sirenen-Netz abzubauen. Anders als die Städte Mannheim und Ludwigshafen, die knapp 100 Sirenen für den Fall der Fälle im Einsatz haben.

mw

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