Leserin berichtet

Immer mehr Diebstähle! Werden unsere Friedhöfe zum Tatort?

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Unbekannte klauen Blumen und Gestecke von Gräbern im Bergfriedhof (Archivfoto)

Heidelberg-Bergheim - Wieso verschwindet immer wieder Grabschmuck vom Bergfriedhof? Treiben unbekannte Diebe auf unseren Friedhöfen ihr Unwesen? Wir haben beim Friedhofsamt nachgehakt: 

Als uns Leserin Doris erzählt, was auf dem Bergfriedhof vor sich geht, können wir nur mit dem Kopf schütteln und uns fragen:  Wie kann man nur so dreist sein? 

Denn: Doris muss zusehen, wie jedes Blumengesteck, das sie auf das Grab ihrer Eltern auf legt, spurlos verschwindet – und das innerhalb kürzester Zeit. Im Gespräch mit HEIDELBERG24 zählt sie die vielen Diebstähle auf.

„Das erste Mal passierte es im Neujahr“

Doris legt zu Weihnachten Blumen auf das Grab und verreist über Silvester. Als sie im neuen Jahr auf den Bergfriedhof zurückkehrt, fehlen plötzlich die Pflanzen aus der Vase. Zunächst habe sich die 58-Jährige nichts dabei gedacht, wie sie am Mittwoch (7. März) im Gespräch mit HEIDELBERG24 erklärt.

Als beim nächsten Mal allerdings wieder etwas fehlte, kommt ihr ein Verdacht

Doris bringt einen neuen Strauß ans Grab – doch innerhalb einer Woche blieben nur noch drei Blumen in der Vase zurück. Der Rest ist verschwunden oder liegt auf der Ruhestätte verteilt. 

Das Tiere nicht schuld waren, könne die 58-Jährige ausschließen. Sie habe nämlich hohe Vasen und höhere Sträuße platziert, die kein Tier herausnehmen kann – zumindest nicht ohne Spuren zu hinterlassen, erklärt Doris. „Auch das dritte Blumengesteck war nach drei Tagen einfach weg.

Blumen zum Todestag ihrer Mutter geklaut

Das Friedhofsamt rät Doris, zunächst keine Blumen mehr auf das Grab zu legen – so sollen mögliche Täter die Ruhestätte „vergessen“. 

Erst am am Morgen des Todestages ihrer Mutter bringt Doris wieder Blumen ans Grab. Am Abend dann der Schreck: Alle Blumen sind wieder verschwunden! „Es ist eindeutig, dass es jemand weggenommen hat“, meint die 58-Jährige.  

Was kann man dagegen tun?

Eigentlich sollte ein Friedhof ein Ort der Ruhe und Trauer sein – und kein Tatort. Dennoch beschleicht Doris allmählich „Angst“ und das Gefühl „jeden zu verdächtigen“, auch wenn man das nicht wolle. Die 58-Jährige hofft daher, dass die Heidelberger mithelfen, indem sie die Augen offen halten.  

Was sagt das Friedhofsamt dazu?

In letzter Zeit häufen sich tatsächlich Klagen über Diebstähle auf unseren Friedhöfen. Die Hemmschwelle scheint leider zu sinken“, schreibt Norbert Horning, stellvertretender Amtsleiter beim Landschafts- und Forstamt Heidelberg, auf Anfrage. „Wir empfehlenimmer eine Anzeige gegen Unbekannt, weil die Staatsanwaltschaft im seltenen Fall einer Aufklärung eine bessere Handhabe hat und auch weil dann die Möglichkeit des Schadensersatzes besteht. Wir haben den kommunalen Ordnungsdienst gebeten, die Friedhöfe verstärkt zu kontrollieren. Das ist aber wegen der riesigen Flächen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Machen können wir sonst leider nichts.

Wir fragen auch beim Polizeipräsidium Mannheim nach. Dem Sprecher sind jedoch keine Diebstähle bekannt. Er geht davon aus, dass die meisten wohl dem Friedhofsamt Bescheid sagen, allerdings nicht den Beamten. 

Ist Dir so etwas auch schon passiert? Dann schreib uns!

Keine Einreichungen mehr möglich.

jol

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