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„Vorzugsvariante“ für RNV-Betriebshof - was passiert mit Dezernat 16?

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Von: Florian Römer

Blick auf den maroden RNV-Betriebshof in der Bergheimer Straße in Heidelberg. Er soll am Altstandort neu gebaut werden.
Blick auf den RNV-Betriebshof in Heidelberg. © HEIDELBERG24/Florian Römer

Heidelberg - Wie geht es mit dem Neubau des Betriebshofs weiter? RNV und Stadt haben jetzt konkrete Pläne für das Areal vorgelegt. Bleibt das Dezernat 16 bestehen?

Nach großem Hin-und-her sollte der RNV-Betriebshof in Heidelberg zunächst auf den Großen Ochsenkopf verlegt werden. Dann kam ein Bürgerentscheid und der Gemeinderat beschloss 2019 einen Neubau am bestehenden Standort in der Bergheimer Straße. Seiher treiben Stadt und RNV die Planungen für das Areal voran. Nach Möglichkeit soll der Neubau Aspekte des „Zukunftskonzepts Bergheim“ beinhalten: bezahlbares Wohnen, Entwicklung von Grün- oder Freiflächen und eine mögliche Einbindung des Kreativwirtschaftszentrums Dezernat 16.

StadtHeidelberg
Einwohnerzahl160.355 (2019)
OberbürgermeisterDr. Eckart Würzner (parteilos)
Sehenswürdigkeiten\tSchloss, Alte Brücke, Ruprecht-Karls-Universität

Betriebshof Heidelberg: Stadt und RNV haben Vorzugsvariante

Im Juli 2020 stellten Stadt und RNV zwei Varianten vor. Mittlerweile hat sich eine „Vorzugsvariante“ herauskristallisiert, wie es die Stadtverwaltung formuliert. Demnach soll eine Weiterentwicklung der im Juli gezeigten „Variante A“ für „mehr Aufenthaltsqualität im Quartier“ sorgen ‒ mit einer neuen großen Grünfläche an der Emil-Maier-Straße. Sie soll mit einer rund 25 mal 150 Meter etwa so groß sein wie der Werderplatz in Neuenheim. Diese neuen Pläne sollen am 18. Februar den Bürgern in einer Online-Veranstaltung vorgestellt und anschließend in den stadtpolitischen Gremien diskutiert werden.

Die Variante A ist Grundlage für die konkreteren Betriebshof-Pläne von Stadt Heidelberg und RNV.
Die Variante A ist Grundlage für die konkreteren Betriebshof-Pläne. © Screenshot/Website Stadt Heidelberg/heidelberg.de/960462

Die Variante, die wir für den Neubau des Betriebshofs vorschlagen, greift viele Aspekte des Zukunftskonzepts Bergheim auf“, erläutert Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. „Das bringt einen echten Mehrwert für den Stadtteil. Vor allem freue ich mich, dass es danach eine neue Grünfläche geben wird.“ Die vorgeschlagene Variante biete insbesondere im Bereich der Emil-Maier-Straße „großes Potenzial“, ergänzt Heidelbergs Baubürgermeister Jürgen Odszuck.

Neubau des RNV-Betriebshof frühestens 2025 - was passiert mit Dezernat 16?

Für das Kreativwirtschaftzentrum Dezernat 16 wolle man „weiter alle Optionen offen halten“, sagt OB Würzner. „Zusammen mit der neuen Grünfläche und dem Areal des Dezernats 16“, findet Baubürgermeister Odszuck, könne im Bereich der Emil-Maier-Straße „ein Raum mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen, der Strahlkraft in den ganzen Stadtteil entfaltet.“ Im Erdgeschoss des RNV-Gebäudes entlang der Karl-Metz-Straße soll es eine „öffentliche Nutzung“ geben.

Mit einem Neubau des RNV-Betriebshofs in Heidelberg könne frühestens 2025 begonnen werden, so Odszuck. Zuvor müsse man im Stadtgebiet Ausweichflächen finden, auf denen vorübergehend hauptsächlich Straßenbahnen abgestellt werden können. Das Dezernat 16 fällt als Abstellfläche für Busse und Bahnen wohl aus.

Stadt sucht für Betriebshof-Neubau nach Abstellflächen für Busse und Bahnen

Im neuen Betriebshof-Gebäude an der Bergheimer Straße sollen künftig 30 Busse und 32 Bahnen Platz finden. Dabei sind 23 Bahnen mit der in Zukunft erwarteten Länge von 42 Metern berücksichtigt, heißt es von der Stadt. Alle Abstellflächen liegen im geschlossenen Betriebshofgebäude. So soll die Lärmbelastung für Anwohner reduziert werden. Alle Busse und Bahnen werden dann über die Karl-Metz-Straße ein- und ausfahren. Eine zusätzliche Ausfahrt über die Alte Eppelheimer Straße ist „optional möglich“.

Der Betriebshof in der Bergheimer Straße (Archivfoto).
Der Betriebshof in der Bergheimer Straße soll neu gebaut werden (Archivfoto). © HEIDELBERG24/Florian Römer

Haben die Arbeiten für das neue Betriebshof-Gebäude begonnen, werden Ausweichflächen gebraucht, auf denen Busse und Bahnen vorübergehend abgestellt werden können. Diese sollen nach der Fertigstellung des Neubaus als „dezentrale Abstellflächen“ dienen, auf denen zusätzliche Fahrzeuge untergebracht werden sollen, wenn der ÖPNV in Heidelberg ausgeweitet wird. Stadt und RNV haben bereits bestimmte Flächen im Auge: Wasserstoffbusse könnten in einer Abstellanlage neben dem Hornbach-Baumarkt im Wieblinger Weg untergebracht werden, so die Planungen. Für Straßenbahnen gestaltet sich die Suche nach Ausweichflächen indes schwieriger: Hier denkt man aktuell über den Bereich an der Straßenbahnhaltestelle Rohrbach-Süd oder den Bereich an der Haltestelle Berufsschule in Wieblingen als Abstellflächen nach.

Betriebshof-Neubau: So gehts weiter

Die konkretisierten Neubaupläne wollen Stadt Heidelberg und RNV am Donnerstag (18. Februar, 18 Uhr) in einer Online-Veranstaltung präsentieren. Zu dem Zoom-Meeting wird die Stadt gesondert einladen. Ab März wird der Neubau des RNV-Betriebshofs dann die Heidelberger Stadtpolitik beschäftigen: zuerst wird das Thema im Bezirksbeirat Rohrbach (4. März) diskutiert, dann folgen Beratungen in den Bezirksbeiräten Bergheim (16. März) und Wieblingen (17. März), im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss (23. März), sowie im Haupt- und Finanzausschuss (14. April). Der Gemeinderat wird sich voraussichtlich am 6. Mai mit dem Thema Betriebshof-Neubau befassen. (rmx)

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