Betriebshof-Verlagerung

Bürgerentscheid Ochsenkopf: Welche Standort-Alternativen gibt es? 

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Die Ochsenkopfwiese von oben.

Heidelberg - Am Sonntag entscheiden die Bürger über die Verlegung des RNV-Betriebshof an den Ochsenkopf. Gibt es Standort-Alternativen?   

Am Sonntag (21. Juli) stimmen fast 111.000 Wahlberechtigte in Heidelberg über die Zukunft der Ochsenkopfwiese ab. Nachdem sie lange zu möglichen Alternativstandorten geschwiegen hat, nennt das Bündnis für Klimaschutz Heidelberg kurz vor dem Bürgerentscheid jetzt doch drei Alternativstandorte für den RNV-Betriebshof.

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Bürgerentscheid Ochsenkopfwiese: 3 Alternativen für Betriebshof 

Ein klimafreundlicher Nahverkehr sei auch ohne die Verlagerung des Betriebshofs auf die Grünfläche am Großen Ochsenkopf möglich, ist sich die Bürgerinitiative sicher, die den Bürgerentscheid mit einer groß angelegten Unterschriftensammlung erst ermöglicht hat. Mindestens drei „bessereAlternativstandorte seien von Stadt und RNV nicht ernsthaft geprüft worden, kritisiert Karin Weber für die Initiative:

1. Altstandort

Der Altstandort des Betriebshofs an der Bergheimer Straße ist für die Bürgerinitiative um das Areal der Alten Feuerwache erweiterbar und hätte dann eine Fläche von 30.000 Quadratmetern, fast genau so viel wie am Ochsenkopf. Damit könnten auch am Altstandort 46 Straßenbahnen und rund 50 Busse abgestellt werden. Zusätzlich könnte neben einer Werkstatt für Straßenbahnen auch eine Buswerkstatt eingerichtet werden.

Auch städtebaulich könnte das Areal mit einem Betriebshof entwickelt werden: Wie in München oder Zürich ist eine teilweise Überbauung des Betriebshofs denkbar, die zusätzlichen Wohnraum schaffen könnte. Auf der Fläche Alte Feuerwache könnte ein „Hybrid-Gebäude“ die Busabstellung im Erdgeschoss und Büro- und Wohngebäude in den Stockwerken darüber darstellen. Die Emil-Maier-Straße soll derweil für Fußgänger und Radfahrer offen bleiben.

Der Betriebshof an der Bergheimer Straße.

Inklusive Genehmigungsverfahren könnte ein Neubau am Altstandort in vier bis fünf Jahren umgesetzt werden“, sagt Weber. Am Ochsenkopf rechnen Stadt und RNV mit einer Realisierung des Neubaus bis 2025.

2. Messplatz am Kirchheimer Weg

Auch der Messplatz am Kirchheimer Weg ist eine für die Bürgerinitiative denkbare Alternative. Einerseits ist die Fläche bereits komplett versiegelt und wäre zudem um die Auto-Parkplätze im Süden und den Lkw-/Busparkplatz auf der anderen Straßenseite erweiterbar. Auf dem rund 35.000 Quadratmeter großen Areal könnten demnach mind. 46 Straßenbahnen und rund 50 Busse abgestellt werden. 

Dass die Fläche an einen rund 300 Meter langen eingleisigen Straßenbahnabschnitt grenzt, ist für die Bündnis kein Ausschlusskriterium, „schließlich könne man die Strecke zweigleisig ausbauen“, argumentiert Weber. Der Ruf nach Alternativstandorten wird immer lauter, jetzt ist der Messplatz in Kirchheim wieder im Gespräch.

3. Flächen entlang der Speyerer Straße

Auch entlang der Speyerer Straße bis zum Recyclinghof sieht die Initiative alternative Standortflächen. Zudem böten diese Flächen „das größte Potential für künftige Erweiterungen“, ohne dass weitere Grünflächen versiegelt werden müssten. Diese seien aber nicht eingehend geprüft worden, kritisiert Weber. 

Dass an der Straße noch keine Straßenbahntrasse liegt – für die Initiative kein Problem: Wenn man mittelfristig das Patrick-Henry-Village an das Schienennetz anbinden wolle, könne man das entlang der Speyerer Straße machen und einen möglichen Betriebshof gleich mit anbinden.

Bürgerentscheid Ochsenkopf: Endergebnis noch am Sonntag

Das vorläufige Endergebnis des Bürgerentscheids über die Zukunft der Ochsenkopfwiese soll am Sonntag bereits gegen 19 Uhr im Rathaus bekannt gegeben werden. Bei einer Infoveranstaltung im Juni hatten Stadt/RNV und das Bündnis ihre Argumente für oder gegen einen Neubau am Ochsenkopf vorgestellt.

Bei einer Mehrheit (Quorum über 22.000 Stimmen) für „Nein“ wird der Betriebshof auf der Ochsenkopfwiese neu gebaut (avisierte Kosten: 87,2 Millionen Euro). Bei einer Mehrheit für „Ja“ soll die Grünfläche am Ochsenkopf aus dem Flächennutzungsplan genommen werden. Der Gemeinderat müsste dann einen Alternativstandort für den Betriebshof finden. Am 22. Juli entscheiden sich die Bürger Heidelbergs für den Erhalt der Ochsenkopfwiese – doch wegen der niedrigen Wahlbeteiligung gibt es da noch einen Haken.

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rmx

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