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Bundesanstalt entwickelt hunderte Wohnungen in PHV selbst

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Von: Florian Römer

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Stellten die Pläne für die Schaffung von Mietwohnungen im Patrick-Henry-Village vor (v.l.): IBA-Direktor Professor Michael Braum, Baubürgermeister Jürgen Odszuck, Paul Johannes Fietz, Prof. Dr. Eckart Würzner und Konversionsbürgermeister Hans-Jürgen Heiß.
Stellten die Pläne für die Schaffung von Mietwohnungen im Patrick-Henry-Village vor (v.l.): IBA-Direktor Professor Michael Braum, Baubürgermeister Jürgen Odszuck, Paul Johannes Fietz (BImA), Prof. Dr. Eckart Würzner und Konversionsbürgermeister Hans-Jürgen Heiß. © Tobias Dittmer

Heidelberg - Die Stadt will das Patrick-Henry-Village zu einem neuen Stadtteil entwickeln. Die Bundesimmobilienanstalt wird jetzt selbst als Wohnbaugesellschaft auftreten:

Mitte Juni beschloss der Gemeinderat Heidelberg den dynamischen Masterplan für das Patrick-Henry-Village (PHV). Die ehemalige US-Fläche im Heidelberger Süden soll zu einem neuen Stadtteil entwickelt werden, in dem künftig mindestens 10.000 Menschen wohnen und 5.000 Menschen arbeiten werden.

Einen ersten wichtigen Schritt geht die Stadt jetzt gemeinsam mit der Bundesimmobilienanstalt (BImA), der die rund 100 Hektar große Konversionsfläche westlich der A5 gehört: Auf zwei Baufeldern im Süden von PHV will die BImA mehrere hundert Wohnungen sanieren oder neu errichten. Sie sollen anschließend vermietet werden. Auch die ehemalige Offizierssiedlung im Norden soll schnellstmöglich wieder in Nutzung kommen. Die Rede ist von insgesamt 500 Wohnungen, die im Besitz der Bundesanstalt verbleiben und vermietet werden sollen. Im Oktober 2019 hatten Stadt Heidelberg und Bundesbehörde vereinbart, das PHV gemeinsam baulich zu erschließen. Weitere Informationen zum Patrick-Henry-Village auf der Themenseite.

Patrick-Henry-Village: BImA wird zur Wohnbaugesellschaft

Mit der Entwicklung der Wohnungen auf PHV betritt die BImA neues Terrain: Bislang hatte die Immobilienanstalt einstige Militärflächen der westlichen Alliierten und Areale aus dem Fundus der Deutschen Bahn verwaltet und weiter verkauft. So war es bisher auch in Heidelberg. Das ändert sich mit dem Projekt, bei dem die BImA erstmals als Wohnbaugesellschaft agiert. Die Wohnungen sollen im Rahmen der Wohnungsfürsorge primär für Bundesbedienstete und ihre Familien zur Verfügung stehen und „bezahlbar” sein.

StadtHeidelberg
Einwohner160.355 (2019)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Bei der Miete werde man sich am „unteren Rand der ortsüblichen Vergleichsmiete” bewegen, stellte BImA-Vorstandsmitglied Paul Johannes Fietz in Aussicht. Sollten sich für die Wohnungen nicht in vollem Umfang Interessenten finden, werden sie auf dem freien Wohnungsmarkt angeboten. „Damit leistet die BImA einen aktiven Beitrag, um die aktuellen wohnungspolitischen Herausforderungen zu bewältigen“, sagte Fietz.

Erste Bewohner bereits 2022 in PHV?

Mit der Sanierung und dem Neubau von Wohnungen will die BImA bereits 2021 beginnen. Man sei vom Masterplan für das PHV sehr überzeugt und wolle ihn möglichst schnell umgesetzt sehen. „Zeitliche Verzögerungen bei der Schaffung von neuem Wohnraum möchten wir vermeiden“, so Fietz. Erste Bewohner ‒ Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (parteilos) spricht von „Pionieren” ‒ sollen 2022 in den neuen Stadtteil einziehen.

Das Stadtoberhaupt freut sich, mit der BImA einen starken Partner an seiner Seite zu wissen. Alleine hätte man ein Entwicklungsprojekt in der Größenordnung kaum stemmen können. Für die Bahnstadt sei die Stadt mit rund 300 Millionen Euro in Vorleistung getreten, verriet Würzner am Rande eines Pressegesprächs Anfang Dezember.

Patrick-Henry-Village: Durchmischtes Stadtquartier geplant

Auf den Baufeldern befinden sich dreistöckige Häuserzeilen aus den 1950ern. Die meisten von ihnen wurden von der US-Armee zwischen 1994 und 2004 saniert, müssen als nur instandgesetzt werden. Teilweise sollen sie auch um ein zusätzliches Geschoss aufgestockt werden. Einige Häuser im Patrick-Henry-Village sollen nach Planungen der BImA aber auch verändert oder ersetzt werden. Geplant sind Wohnungsgrößen zwischen zwei und fünf Zimmern.

Oberbürgermeister Eckart Würzner und BImA-Vorsitzender Paul Johannes Fietz in einer Wohnung im Patrick-Henry-Village in Heidelberg.
Oberbürgermeister Eckart Würzner und BImA-Vorsitzender Paul Johannes Fietz in einer Wohnung im Patrick-Henry-Village in Heidelberg. © Tobias Dittmer

Bei der Entwicklung will sich die Behörde an den von der IBA Heidelberg entwickelten dynamischen Masterplan halten: Im Erdgeschoss sind Kitas, Läden, Praxen und Büros vorgesehen. Zwischen den Gebäuden sollen öffentliche Grünflächen sowie Sport- und Spielplätze entstehen. So soll die ehemalige Militärfläche schrittweise in ein durchmischtes Stadtquartier verwandelt werden. Ob der Stadtteil wie von der IBA geplant entwickelt werden kann, hängt laut Verwaltung davon ab, ob das Ankunftszentrum für Flüchtlinge auf eine Fläche außerhalb von PHV verlagert werden kann. Über den Alternativstandort Wolfsgärten wird heftig diskutiert. Weitere Informationen zur Stadt Heidelberg auf der Themenseite. (rmx)

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