Crowdfunding-Kampagne auf Zielgerade

Das Cave54 in Heidelberg braucht finanzielle Unterstützung – so kannst Du helfen

Heidelberg - Das Cave54 ist sowohl bei Nachtschwärmern als auch bei Jazz-Fans beliebt. Doch wegen der Corona-Krise fehlt jetzt das Geld und der Club steht vor dem Aus.

  • Clubs, Bars und Vereine in Heidelberg leiden unter Umsatzeinbußen wegen der Corona-Verordnung.
  • Das Cave54 in der Heidelberger Altstadt kann wegen der fehlenden Einnahmen laufende Kosten nicht mehr decken.
  • Jetzt wendet sich das Cave54 mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit.

Update vom 21. Juli, 9:42 Uhr: Wie der Vorstand des Cave54 mitteilt, ist die Crowdfunding-Kampagne des Clubs in Heidelberg in den letzten Zügen. Doch auch wenn die Kampagne bisher äußerst erfolgreich war und das ursprünglich gesetzte Ziel so gut wie erreicht ist, benötige der Verein doch weiterhin jeden Euro.

Bei der Setzung des Ziels der Aktion mit 35.000 Euro vor über zwei Monaten, sei man noch von etwas positiveren Entwicklungen bezüglich eines möglichen Neustarts ausgegangen. Aktuell sei eine reguläre Öffnung bis November oder Dezember eher unrealistisch. Die Aktion läuft noch 5 Tage. Hier kannst Du das Cave54 schon ab einem Cent unterstützen.

Update vom 24. Juni, 15 Uhr: Seit einem knappen Monat läuft die Crowdfunding-Kampagne für das Cave54 in Heidelberg – und noch immer ist nicht genug Geld für den Kultschuppen in der Altstadt zusammengekommen. Insgesamt wurden bisher rund 29.000 Euro von 200 Unterstützern gespendet. Allerdings ist dies noch weit von dem angedachten 35.000 Euro Fundingziel entfernt.

Im Gespräch mit der RHEIN-NECKAR-ZEITUNG erklärt der Vereinsvorstand, Werner Lorenz, dass das Cave54 kurz vor der Insolvenz stehe. „Wir sind momentan quasi blank“, sagt Lorenz der Zeitung. „Ob wir überleben, hängt davon ab, wie lange die ganze Geschichte geht.“ Das anstehende Konjukturpaket der Bundesregierung ist ein kleiner Hoffnungsschimmer für das Cave54, denn darin seien auch sogenannte Überbrückungshilfen für Clubs enthalten. Da diese Hilfen zunächst auf drei Monate befristet sind, sind sie aber leider auch keine nachhaltige Lösung.

Am Ende vom Tag liege die Entscheidung in der Hand des Vermieters, da der Löwenanteil der Fixkosten für die Miete draufgehe. Wenn der Vermieter dem Cave54 nicht entgegenkomme, dann bliebe dem Club nur noch der Weg zum Insolvenzverwalter, so der Vorstand gegenüber der RNZ. Gleichsam ergeht es gegenwärtig dem kultigen Club Ziegler: Dort bleiben die Türen wohl für immer geschlossen. Und Ende Juli stellt mit dem Crowne Plaza in der Kurfürsten-Anlage das erste Hotel in Heidelberg seinen Betrieb ein.

Heidelberg: Cave54 vor dem Aus – Altstadt-Institution braucht Unterstützung

Seit 66 Jahren begrüßt das Cave54 in Heidelberg ein buntes und lebendiges Klientel, dessen kleinster gemeinsamer Nenner der gute Musikgeschmack ist. Was als „Verein zur Förderung und Pflege studentischer Geselligkeit“ in 1954 gegründet wurde, wandelte sich schnell zu einem wichtigen Ort der deutschen Jazzgeschichte mit prominentem Gästen wie Louis Armstrong, Carlos Santana oder Udo Lindenberg. Doch über die Jahre klimperten nicht nur Jazz-Gitarristen in den Katakomben des Cave54, denn in den 1970ern wandelte sich das Cave54 von einem Jazzclub zu einer Diskothek und öffnete sich so dem Mainstream des Heidelberger Nachtlebens.

Von feiernden Studierenden an den Wochenenden bis hin zum in-die-Jahre-gekommenen-Jazz-Enthusiasten an Dienstagen: Das Cave54 ist bis zum heutigen Tage einer der beliebtesten Orte in der Heidelberger Altstadt für Jung und Alt. Doch die Corona-Krise hat auch nicht vor dem Cave54 Halt gemacht und stellt den Verein vor einer noch nie dagewesenen Situation. Wegen der fehlender Umsätze können laufende Kosten nicht mehr bezahlt werden und die staatliche Soforthilfe war bisher auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Daher sammelt das Cave54 ab sofort Spenden für die Rettung ihres Clubs, der eine wahre Institution der Heidelberger Altstadt ist.

Heidelberg: Cave54 vor dem Aus – Altstadt-Institution braucht Unterstützung

Im Gespräch mit HEIDELBERG24 erklärt der Vorstand des Cave54, Werner Lorenz, wie schwierig die aktuelle Lage für seinen Verein ist. In regulären Zeiten finanziert sich das Cave54 nämlich hauptsächlich durch den Club- und Barbetrieb. Hierzu gehören Veranstaltungen wie die wöchentlichen Live-Jazz-Jamsession, Stand-up-Comedy Abenden, Blues, Rock und Hard-Rock Konzerten und natürlich der „Diskothekenbetrieb“ an den Wochenenden. Da das Cave54 eine Konzession für eine Diskothek hat, darf der Club im Gegensatz zu den Kneipen und Bars in der Heidelberger Altstadt nicht am 2. Juni wieder öffnen.

Das Cave54 ist sowohl bei Nachtschwärmern als auch bei Jazz-Fans beliebt. Doch wegen der Corona-Krise fehlt jetzt das Geld und der Club steht vor dem Aus.

Da das Cave54 ein Verein ist, dessen Hauptziel nicht die Anhäufung von Profit, sondern das Vermitteln von Kunst und Kultur ist, wird ohnehin ohne Rücklagen gewirtschaftet. „Selbstverständlich sind wir als Verein nicht profitorientiert und eventuell auflaufende Einnahmen werden dem Verein wieder zugeführt. In den letzten Jahren unter anderem durch Renovierung der Toiletten, eine neue Musikanlage und einer neuen Lüftungsanlage“, erklärt Lorenz.

Heidelberg: Cave54 vor dem Aus – Altstadt-Institution braucht Unterstützung

Doch seit Wochen fehlen nun die Einnahmen aus dem Club- und Barbetrieb, während laufende Kosten trotzdem bezahlt werden müssen. Das Cave54 ist nicht der einzige Club in Heidelberg, der in solch einer schwierigen Lage steckt. Auch die Halle02 und der Karlstorbahnhof stehen kurz vor dem Aus; allerdings konnte hier die Stadt intervenieren und Miet- und Pachtgebühren erlassen, da die jeweiligen Gelände der Stadt gehören. Doch wie die Geschäftsführer mitteilen, reicht auch das nicht aus und die Halle02 veranstaltet keine Partys mehr. Auch in Mannheim macht das Baton Rouge wegen der Krise zu. Für das Cave54 kommt das allerdings nicht infrage, da der Vermieter eine Privatperson ist. Lorenz erklärt, dass das Cave54 zwar auch von der Soforthilfe des Staates profitierte; doch 9.000 Euro sind schnell aufgebraucht – besonders bei den Mietpreisen in der Heidelberger Altstadt.

Mit einer sogenannten Crowdfunding-Kampagne will sich das Cave54 jetzt an die Heidelberger wenden und um Spenden bitten. Für besonders großzügige Spender gibt es auch einige Schmankerl mit dazu. Denn für eine Spende von 1.954 Euro bekommt man das Cave54 für eine ganze Nacht und kann dort mit 100 Freunden feiern – Getränke gehen dabei auf‘s Haus. Im Juli wollen Kulturschaffende in Mannheim demonstrieren, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.

Die Tangente in Heidelberg hat ebenfalls große Probleme wegen der Corona-Verordnungen. Doch mit diesem Plan soll die Zukunft gesichert werden. In Mannheim muss auch die Kneipe Nummer 6 schließen. Das hat allerdings keine finanziellen Gründe, sondern hängt mit dem Vermieter zusammen.

mw

Rubriklistenbild: © HEIDELBERG24/Uli Hillenbrand/Cave54 e. V.

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