1. Heidelberg24
  2. Heidelberg

Heidelberg: Inzidenz-Explosion! Stadt plötzlich Corona-Hotspot

Erstellt:

Von: Florian Römer

Kommentare

Blick vom Philosophenweg auf den Neckar, die Altstadt und das Schloss in Heidelberg.
Heidelberg hat mittlerweile die höchste Inzidenz in Baden-Württemberg. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Heidelberg - Bislang kam die Universitätsstadt relativ glimpflich durch die Corona-Pandemie. Doch jetzt steigen die Infektionszahlen dramatisch, die Inzidenz ist die höchste im Land:

Seit Beginn der Corona-Pandemie blickten viele Stadt- und Landkreise neidisch nach Heidelberg. Immerhin verzeichnete die Universitätsstadt am Neckar in der Vergangenheit regelmäßig die niedrigsten Fallzahlen und Inzidenzwerte. Aber seit ein paar Wochen scheint sich die Ausnahmestellung Heidelbergs ins Gegenteil umzukehren. Am Dienstag (11. Januar) meldet das Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg für Heidelberg 181 neue Corona-Fälle. Am Vortag waren es 141, eine Woche zuvor immerhin schon 122.

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl148.038
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Mittlerweile höchste Inzidenz in Baden-Württemberg

Bis zum Jahreswechsel ging die landesweite Inzidenz stark zurück. Allerdings zeigt die Inzidenzkurve in Heidelberg schon vor Silvester wieder nach oben. Am Dienstag meldet das LGA für Heidelberg eine 7-Tage-Inzidenz von 494,5. Das ist der absolute Höchstwert in ganz Baden-Württemberg und liegt auch deutlich über dem aktuellen Landesschnitt von 357,1. Vor acht Tagen war die Inzidenz in Heidelberg mit 229,3 noch nicht mal halb so hoch.

Womit sind die hohen Fallzahlen in Heidelberg zu erklären? „Die hohen Inzidenzwerte in Heidelberg stehen möglicherweise in Zusammenhang mit einer erhöhten Mobilität/Reisetätigkeit über Weihnachten und Neujahr“, sagt Silke Hartmann, Sprecherin des Rhein-Neckar-Kreises auf Anfrage von HEIDELBERG24. Das Gesundheitsamt des Kreises ist auch für Heidelberg zuständig. Als eine „international ausgerichtete Wissenschaftsstadt“ gebe es in Heidelberg „sehr viele Studierende und Angestellte im Hochschulbetrieb, die in dieser Zeit in ihre Heimat fahren.

Heidelberg: Hohe Fallzahlen durch Omikron?

Aber auch die hochansteckende Omikron-Variante dürfte im aktuellen Infektionsgeschehen eine erhebliche Rolle spielen. Die Variante wurde in Heidelberg bereits am 4. Dezember letzten Jahres nachgewiesen. Das im Vergleich zu anderen Stadt- und Landkreisen frühere Auftreten der Variante könnte für die hohen Fallzahlen und Inzidenzen in Heidelberg mitverantwortlich sein. „Bei diesen Ansätzen handelt es sich aber nur um Vermutungen. Es ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich, wissenschaftlich fundierte Erklärungen zu benennen“, betont die Kreis-Sprecherin.

Übrigens: Unser HEIDELBERG24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

Von den am Montag (10. Januar) registrierten 1.067 aktiven Fällen in Heidelberg waren 293 sicher der Omikron-Variante zuzuschreiben. Hartmann: „Aufgrund des zeitverzögerten Nachweises (Sequenzierung) der Omikron-Variante liegt die tatsächliche Anzahl jedoch sehr wahrscheinlich wesentlich höher.“ Unter den aktiven Corona-Fällen befinden sich überproportional viele Menschen der Altersklasse von 21 bis 30 Jahren. Mit 343 macht diese Altersgruppe fast ein Drittel aller aktiven Fälle aus. Bei den 31 bis 40-Jährigen sind es 175, bei den 11 bis 20-Jährigen 138 und bei den 51 bis 60-Jährigen 121 aktive Fälle.

Heidelberg: Drohen jetzt härtere Corona-Maßnahmen?

Welche Auswirkungen haben die hohen Inzidenzen auf möglicherweise härtere Corona-Maßnahmen in Heidelberg? Ein Stadtsprecher verweist auf die aktuelle Corona-Verordnung. Sie sieht eine Ausgangssperre für nicht-immunisierte Personen vor, wenn die lokale Inzidenz an zwei aufeinanderfolgenden Tagen über 500 liegt. Darüber hinausgehende Einschränkungen plant die Stadt Heidelberg zunächst nicht.

Die wichtigste Maßnahme bleibt das Impfen“, sagt der Stadtsprecher und verweist auf die Impfangebote in der Stadtbücherei, dem Welcome Center, der Alten Chirurgie oder im PHV. Dass eine hohe Impfquote nicht unbedingt vor extrem hohen Inzidenzen schützt, zeigt indes das Beispiel Bremen: Dort liegt die 7-Tage-Inzidenz trotz Impfquote von über 80 Prozent vollständig Geimpfter mittlerweile über 1.400 (RKI, 12. Januar). (rmx)

Auch interessant

Kommentare