Zahlen steigen an

Heidelberg: „Corona-Situation spitzt sich zu” – Kliniken sind vorbereitet

Heidelberg - Die zweite Corona-Welle hat unsere Region erreicht und die Zahl der Kranken rast nach oben. Die Kliniken sind bereits gut auf eine steigende Patienten-Zahl vorbereitet:

Die Corona-Situation in der Welt, in Deutschland und auch in der Metropolregion Rhein-Neckar spitzt sich zu”, stellte Prof. Ingo Autenrieth, Leitender Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Heidelberg bei einer Pressekonferenz am 3. November fest. Mit dem erneuten Shutdown gelte es jetzt, die exponentielle Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen und eine „mögliche Überlastung des Gesundheitssystem, auch in unserer Region zu verhindern”.

Die Zahl der Menschen, die wegen einer Corona-Infektion in Kliniken behandelt werden müssen, steige zwar merklich an, die 17 Krankenhäuser in Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis sehen sich aber „gut vorbereitet”. Bis sich die Shutdown-Maßnahmen auswirken, rechne man allerdings mit einer weiteren Zunahme von Hospitalisierungen wegen Covid-19, ergänzt Prof. Klaus Heeg, Ärztlicher Direktor Mikrobiologie und Hygiene an der Uniklinik. Auffällig sei, dass sich aktuell wieder mehr Menschen über 60 Jahre mit Corona anstecken, „die deutlich häufiger und länger stationär versorgt werden müssen als jüngere Betroffene”.

Heidelberg: Nach erster Corona-Welle – Kliniken auf ansteigende Patienten-Zahl vorbereitet

Aus der ersten Welle habe man viel über die Behandlung von Corona-Patienten und den Einsatz von Medikamenten gelernt, sagt Autenrieth. Zudem funktioniert die Kooperation und der Austausch der Kliniken in Heidelberg und Umgebung reibungslos. Dafür sorgt nicht zuletzt die gemeinsame Koordinierungsstelle unter Leitung der Uniklinik, die im April eingerichtet wurde und jetzt wieder wichtig wird. Ihre Aufgabe ist es, einerseits „Patientenströme zu lenken und einen Lastenaustausch zwischen den Krankenhäusern” zu bewerkstelligen, erklärt Prof. Erik Popp, Sektionsleiter der Notfallmedizin am Uniklinikum.

Prof. Heeg zeigt die Prognose der Covid-Hospitalisierungen im November.

Andererseits muss sichergestellt sein, dass „der richtige Patient im richtigen Krankenhaus liegt”, so Popp. Das ist angesichts des breiten Behandlungsspektrums von Corona-Patientenkeine triviale Aufgabe”. Die Koordinierungsstelle ist rund um die Uhr besetzt und erster Ansprechpartner für Gesundheitsamt, Rettungsdienst und die angeschlossenen Kliniken.

Heidelberg: Termine absagen wegen Corona? Ärzte raten dringend davon ab

Patienten sollen geplante Termine nicht aufschieben. Die Sicherheit in den Krankenhäusern in Heidelberg und dem Kreis ist gewährleistet, versicherten die Klinikchefs. „Sie brauchen keine Sorge haben, sich im Krankenhaus eine Corona-Infektion einzufangen”, sagte Dr. Moritz von Frankenberg, Ärztlicher Direktor des Salem in Neuenheim. Kliniken haben Hygienekonzepte und Wegesysteme erarbeitet, die sich bewährt haben. Dennoch sagen mittlerweile rund zehn Prozent der Patienten
notwendige Behandlungen oder bestehende Termine wieder ab. In der ersten Welle lag die Zahl mit 20 Prozent noch höher. Im Sommer habe man dann mehr Patienten mit deutlich fortgeschritteneren Tumoren gesehen, mahnt von Frankenberg. „Das liegt eindeutig an Verzögerungen durch Corona.” Noch relevanter sei eine umgehende Behandlung bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen.

Mit Blick auf die „weitere finanzielle Absicherung der Krankenhäuser besteht aktuell dringender Handlungsbedarf”, erinnerte Katrin Erk, Kaufmännische Direktorin der Uniklinik. Um eine vollumfängliche Behandlung von allen Patienten aufrechterhalten zu können, müsse die Politik erneut einen finanziellen Corona-Ausgleich schaffen. Nur so hätten die Krankenhäuser wirkliche Planungssicherheit. (rmx)

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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