Dreiste Aktion

Corona in Heidelberg: Polizei sprengt Bahnstadt-Feier – Ermittlungen gegen die Party-Gäste

Heidelberg - Seit Beginn des Lockdowns im November schnellen auch die Zahlen der illegalen Corona-Partys in die Höhe. Am Wochenende ist es in Heidelberg wieder zu mehreren Polizeieinsätzen gekommen.

Update vom 23. November: Gegen vier Personen im Alter von 18 bis 22 Jahren werden Ermittlungen eingeleitet. Grund: Sie sollen gegen die Corona-Auflagen verstoßen haben. Laut Polizei Mannheim sollen die vier an einer Party in einer Wohnung im „Zollhofgarten“ in der Bahnstadt teilgenommen haben. Bei der Feier am Samstag seien insgesamt 20 Teilnehmer gewesen.

Wie die Ermittlungen ergeben, zog die Gruppe von der einen Wohnung zu einer anderen Wohnung in der Nightingalestraße, um dort weiterzufeiern. Als die Personen gegen 23:40 Uhr auf dem Weg dorthin von den verständigten Streifen angetroffen wurden, flüchteten alle bis auf die vier Personen, drei Männer und eine Frau, die sich jetzt verantworten müssen.

Corona-Party in Heidelberg: Gäste verstecken sich an kuriosem Ort vor Polizei

Meldung vom 21. November: Obwohl es bisher keine offiziellen Statistiken zur Häufigkeit von sogenannten „Corona-Partys“ gibt, ereignen sich privaten Feiern in der zweiten Lockdown-Phase erwartungsgemäß immer öfter. Zuletzt kritisiert Andreas Stenger, Präsident des Polizeipräsidiums Mannheim, die Verstöße gegen die Corona-Verordnung scharf: „Verantwortungsgefühl, Sensibilität oder Gefahrenbewusstsein mit Blick auf die hohen Infektionsrisiken haben dabei für die Partygesellschaft offensichtlich ebenso wenig Relevanz, wie die Einhaltung der Corona-Regeln“, so der Polizeipräsident nach der Horror-Bilanz zu Halloween in Heidelberg. Offenbar stößt der Appell seitens der Behörden, den Kontakt zu anderen Menschen auf das Nötigste zu beschränken, bei einigen auf taube Ohren. Denn wieder sprengt die Polizei am Wochenende mehrere Corona-Partys.

Heidelberg: Polizei sprengt Corona-Party in Mehrfamilienhaus

In der Nacht von Freitag auf Samstag (21. November) müssen Polizisten gleich mehrere sogenannte Corona-Partys im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mannheim – zudem auch die Stadt Heidelberg gehört – auflösen. Laut Angaben der Beamten zeigen sich die Betroffenen größtenteils uneinsichtig.

So müssen Beamte des Polizeireviers Heidelberg-Mitte eine Corona-Party im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Römerstraße auflösen.

Als die Feiernden die ankommenden Polizeibeamten bemerken, sollen diese versucht haben, sich in den angrenzenden Räumen zu verstecken. Letztendlich öffnet aber der Coronaparty-Gastgeber gemeinsam mit zwei weiteren Personen die Eingangstür und versichert, dass sich keine weiteren Gäste im Haus aufhalten würden.

Coronavirus in HeidelbergLage am 21. November
Fälle gesamt 1.682 (+36)
Genesen1.348 (+32)
Aktive Fälle320 (+4)
Todesfälle14
7-Tage-Inzidenz133,8 (-4,9)

Die Polizei lässt sich jedoch nicht lumpen und schaut noch einmal nach. Und siehe da, drei Frauen verstecken sich dort unter einem Wäscheständer; ein weiterer Mann versucht sich gleichzeitig hinter einer Waschmaschine dem Zugriff der Beamten zu entziehen. Alle anwesenden Personen werden nun wegen des Verstoßes gegen die Corona-Verordnung angezeigt.

Heidelberg: Mehrere Corona-Partys – Betroffene zeigen sich größtenteils uneinsichtig

Im Verlauf der Nacht fliegen im Bereich Heidelberg und Mannheim insgesamt sieben illegale Corona-Partys auf. Laut Angaben der Polizei haben die Kontrollen ergeben, dass bei allen Feiern die Gäste aus mehr als zwei Haushalten stammen.

Obgleich sich die Corona-Neuinfektionen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau bewegen, zeigen sich „die Gastgeber aber auch die Gäste den polizeilichen Maßnahmen gegenüber wenig aufgeschlossen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Aus diesem Grund weist das Polizeipräsidium nochmals und eindringlich daraufhin, dass der persönliche Kontakt auf ein Minimum reduziert werden muss – „zum Infektionsschutz aller“!

Außerdem verweist die Stabstelle für Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums auf die derzeit geltenden Regeln: „Treffen oder Feiern im privaten oder öffentlichen Raum sind nur erlaubt, wenn“:

  • Personen aus maximal zwei Haushalten stammen,
  • oder wenn diese in gerader Linie miteinander verwandt sind.
  • In allen Fällen gilt: höchstens zehn Personen.

Es bleibt jedoch dabei: So lange der Teil-Lockdown andauert, werden Menschen sich zum Feiern in privaten Räumen treffen. Über die Obergrenze von zehn Personen und die Beschränkung auf zwei Haushalte werden sich die Gastgeber von illegalen Feiern mit großer Sicherheit auch in Zukunft hinwegsetzen. Genauso wie bei einer Corona-Party in einer Mannheimer Wohnung, als die eintreffenden Polizeibeamten sogar angegriffen worden sind.

Die Frustration junger Menschen in der gegenwärtigen Situation mag zwar nachvollziehbar sein, will man aber die weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern, führt kein Weg an den beschlossenen Maßnahmen vorbei. Und so müssen wir „noch ein paar Monate die Arschbacken zusammenkneifen“, um es mit den Worten RKI-Chef Lothar H. Wieler auszudrücken.

Auch am Samstagnachmittag hat die Polizei in Heidelberg alle Hände voll zu tun, denn ein Autokorso mit Corona-Kritikern löst in der Stadt ein Verkehrschaos aus. (esk/pol)

Rubriklistenbild: © Pixabay

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