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Heidelberg: Mehr Testangebote – trotzdem (noch) keine Geschäftsöffnungen

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Von: Florian Römer

Nikolas Karavassilis (Aspilos) und Oberbürgermeister Eckart Würzner bei der Eröffnung einer Corona-Teststation in der Altstadt.
Nikolas Karavassilis (Aspilos) und Oberbürgermeister Eckart Würzner bei der Eröffnung einer Corona-Teststation in der Altstadt. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Heidelberg - In der Universitätsstadt wird das Angebot an Schnelltests massiv ausgebaut. Mitte April sollen 6.000 bis 7.000 „Bürgertests“ möglich sein. Was die Stadt künftig plant:

Wer in Heidelberg einen Corona-Schnelltest machen möchte, hat an immer mehr Orten im Stadtgebiet die Gelegenheit. Mitte März war das Angebot an öffentlichen und kostenlosen Schnelltests (Bürgertest) in der Universitätsstadt mit 300 pro Tag noch relativ überschaubar. Mittlerweile stehen in Heidelberg täglich rund 3.000 Schnelltest-Möglichkeiten zur Verfügung. Kommende Woche (ab 19. April) sollen 6.000 bis 7.000 Bürgertestungen pro Tag möglich sein. Ziel der Stadt ist es, das Infektionsgeschehen mit intensiven Testungen weiter einzudämmen.

StadtHeidelberg
Einwohner160.355 (Eurostat, 2019)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Seit vielen Wochen liegt Heidelberg unter dem Inzidenzwert von 100“, sagt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (parteilos) am Montag (12. April) bei der Eröffnung einer Corona-Teststation am Anatomiegarten (Hauptstraße 49). Aktuell (13. April, 10 Uhr) hat Heidelberg mit 61,9 die niedrigste Inzidenz in Baden-Württemberg. Damit die Zahlen weiter niedrig bleiben, sollen Bürger die kostenlosen Testangebote nutzen, appelliert das Stadtoberhaupt. Mittlerweile werden in immer mehr Stadtteilen Schnelltestangebote geschaffen. Eine Übersicht der Stationen hat die Stadt auf heidelberg.de/testen zusammengefasst.

Heidelberg: Mehr Testangebote ‒ aber (noch) keine Geschäftsöffnungen

Noch befinde man sich mitten in der dritten Pandemiewelle, mahnt OB Würzner und erklärt mit Blick auf weitere Testlocations: „Das sind zunächst keine Maßnahmen, um jetzt wieder Geschäfte zu öffnen.“ Mit der Ausweitung der Testangebote will die Stadt Heidelberg sich allerdings für die Zeit rüsten, in der der „Peak der dritten Welle überschritten ist“. Bürger, Einzelhändlern, Gastronomen und Kulturschaffenden benötigten „dringend eine Perspektive“, so Würzner. Daran arbeite die Stadt mit Hochdruck. Hohe Testkapazitäten könnten in Verbindung mit digitalen Nachverfolgungsmöglichkeiten wie der Luca-App Öffnungen in Kultur, Einzelhandel oder Außengastronomie ermöglichen: „Nicht sofort, aber wenn die Infektionszahlen das vielleicht im Mai, Juni oder Juli erlauben.

Immer mehr „Bürgertest“-Stationen in Heidelberg

Am Anatomiegarten in der Hauptstraße hat Aspilos jetzt sein drittes Testcenter in der Stadt eingerichtet. Anfang des Jahres eröffnete das Heidelberger Unternehmen eine Teststation auf dem Bauhaus-Parkplatz in der Bahnstadt. Inzwischen ist die Station in der Eppelheimer Straße 68 beheimatet. „Auf dem Gelände des Heidelgarden beim Tiergartenbad im Neuenheimer Feld stehen zwei Teststraßen zur Verfügung“, erklärt Geschäftsführer Nikolas Karavassilis. Weitere Teststationen sollen bald am Landfriedkomplex in Bergheim sowie im Forum 7 im Emmertsgrund entstehen. Aspilos hat in Heidelberg über 20.000 Tests durchgeführt, berichtet Karavassilis ‒ die Positivquote liegt aktuell bei 0,7 Prozent.

Das Corona-Testschiff der Weißen Flotte auf dem Neckar in der Heidelberger Altstadt.
Das Corona-Testschiff auf dem Neckar in der Heidelberger Altstadt. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Rathauschef Würzner betont, dass auch andere Betreiber im Stadtgebiet Testmöglichkeiten eingerichtet haben. „Safe Meditec“ aus Wiesbaden hat gemeinsam mit der „Weißen Flotte“ die Alt Heidelberg zu einem Testschiff umfunktioniert. Mitorganisator Philipp Hornung erzählt, wie es dazu kam. Safe Meditec pIant in der Altstadt einen zweiten Standort. Drogeriemarkt-Riese DM hat in Handschuhsheim ein Testzentrum aufgebaut. Ohne Anmeldung kann man auch an der Thorax-Klinik einen Schnelltest durchführen lassen. Seit Montag gibt es auch eine Schnellteststation in der Rohrbacher Straße 37. Auf dem nördlichen Teil des Bahnhofsvorplatzes will ein anderer Anbieter ein weiteres Testcenter einrichten. Daneben bieten zahlreiche Arztpraxen und Apotheken in Heidelberg Testangebote.

Heidelberg: Corona-Tests in Schulen, Kitas und Unternehmen

Ab kommender Woche (19. April) sollen Schulen auch in Heidelberg wieder zum wechselnden Präsenzmodell zurückkehren. Laut Kultusministerium werden Schüler und Lehrer dann zwei Mal wöchentlich vor Ort getestet. Die Tests will das Land an Städte und Gemeinden liefern, die dann die Verteilung an die Schulen übernehmen. Heidelberg hatte zuvor auf eigene Kosten Tests beschafft und an die Schulen verteilt. An Kitas wird das Personal auch künftig weiterhin zwei Mal die Woche getestet. Ob auch Kinder getestet werden sollen, ist noch unklar. Die Stadt erarbeitet aber bereits eine Teststrategie für Kita-Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Laut OB Würzner wären allein in Heidelberg 15.000 Tests für Kitas nötig.

Zudem sollen auch Mitarbeiter von Heidelberger Unternehmen regelmäßig getestet werden. Die Stadtverwaltung stellt ihren Mitarbeitern seit Mitte März wöchentlich zwei Selbsttests zur Verfügung und hofft, dass ihr Vorbild Schule macht. Mittlerweile lassen viele andere Unternehmen in Heidelberg ihre Angestellten testen oder stellen Selbsttests zur Verfügung. Das sei besonders da wichtig, wo Mitarbeiter nicht im Homeoffice tätig sein können ‒ etwa in der Produktion. (rmx)

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