Studie an Covid-19-Opfern

Heidelberg: Forscher untersuchen Corona-Tote – und finden diese Gemeinsamkeit

Heidelberg – In einer neuen Corona-Studie haben Wissenschaftler am Uniklinikum mehrere Covid-19-Tote obduziert. Alle Todesopfer haben dies gemeinsam:

  • Coronavirus: Neue Studie am Universitätsklinikum Heidelberg bringt neue Erkenntnisse.
  • Bei der Obduktion von 13 Covid-19-Toten finden die Wissenschaftler eine Gemeinsamkeit
  • Autopsie-Studie liefert Hinweise auf neue Behandlungsansätze bei schweren Krankheitsverläufen.

Bei der Obduktion von 13 Patienten, die am Universitätsklinikum Heidelberg am Coronavirus gestorben sind haben die Wissenschaftler neue Ansätze für eine Behandlung von schweren Covid-19-Erkrankungen gefunden. In den Lungen der verstorbenen Patienten fanden die Mediziner kleine Veränderungen, die offenbar am Anfang eines schweren Krankheitsverlauf stehen. Was das für die Wissenschafter bedeutet:

Heidelberg: Corona-Studie an Covid-19-Toten – Wissenschaftler finden neue Behandlungsansätze

Während die meisten Infektionen mit SARS-Cov-2 mit milden Symptomen einhergehen oder symptomfrei ablaufen würden, erkranke ein kleiner Teil der Patienten schwer an Covid-19, heißt es in einer Mitteilung der Uniklinik. Die Autopsie-Studie hat nun ergeben, dass kleine Blutgerinnsel in der Lunge offenbar am Anfang von schweren Krankheitsverläufen stehen. „Sie verursachen dann im weiteren Verlauf auch eine Schädigung der Lungenbläschen und scheinen charakteristisch für diese Fälle“, heißt es weiter. Die Ergebnisse der Studie von Wissenschaftlern des Pathologischen Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg wurden jetzt im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht.

Heidelberg: Corona-Studie am Uniklinikum – Covid-19-Tote haben eine Gemeinsamkeit

Das frühe Auftreten von sogenannten Mikrothrombosen in der Lunge von Corona-Patienten könne laut den Heidelberger Wissenschaftlern erklären, warum bei Covid-19 schnell eine niedrige Sauerstoffsättigung auftreten kann, noch bevor die Lunge ihre Dehnbarkeit verliere. „Wir gehen davon aus, dass diese spezifischen Schädigungen der Lunge der wesentliche Mechanismus beim Fortschreiten der Erkrankung sind“, erklärt Prof. Peter Schirmacher, Direktor des Pathologischen Instituts.

Erst neulich wurden die Ergebnisse einer weiteren Corona-Studie aus Heidelberg vorgestellt, die untersucht hat, wie ansteckend Kinder wirklich sind.

Corona-Studie in Heidelberg: Wissenschaftler finden Veränderung in der Lunge von Todesopfern

Die Erkenntnisse der Autopsie-Studie an Corona-Toten liefere wichtige Hinweise für eine bessere medizinische Versorgung bei schweren Verläufen von Covid-19. „Unsere Befunde legen nahe, dass eine konsequente Verhinderung und Behandlung der Gerinnung einen großen Nutzen für die Patienten bringt“, so Schirmacher. Zudem lege das aus den Untersuchungen der verschiedenen Erkrankungsstadien entstehende Bild ein möglichst schonendes Vorgehen bei der Beatmung nahe.

Die Wissenschaftler aus Heidelberg schlussfolgern aus der Corona-Studie auch, dass Obduktionen von Todesopfern eine zentrale Bedeutung für die Beurteilung neuer Krankheiten wie Covid-19 habe. „Sie bilden die Grundlage für weiterführende mechanistische Untersuchungen und therapeutische Überlegungen“. Eine weitere Studie, die Wissenschaftler aus Heidelberg und Mannheim gemeinsam gestartet haben, soll jetzt auch Aufschluss darüber bringen, ob Corona-Antikörper helfen, schwerkranke Patienten zu heilen. (kab)

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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