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Heidelberg: Labore am Limit ‒ Kommt jetzt die Priorisierung von PCR-Tests?

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Von: Marten Kopf

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Coronavirus
Ein PCR-Test wird für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Heidelberg - Mit steigenden Testzahlen stoßen Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Jetzt werden Forderungen nach einer Priorisierung laut.

Aufgrund steigender Omikron-Infektionszahlen droht auch in den Coronatest-Laboren in Baden-Württemberg das Personal knapp zu werden. „Derzeit kann der Bedarf gedeckt werden, doch Erkrankungen und Quarantäne von Labor-Mitarbeitern sowie die angespannte Arbeitsmarktsituation im Laborbereich könnten in den kommenden Wochen die Lage verschärfen“, sagt Martin Holfelder, ärztlicher Leiter des Heidelberger Labors der bundesweit tätigen Limbach-Gruppe gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterEckart Würzner (parteilos)

Derzeit schickten die wieder geöffneten Schulen, aber auch Krankenhäuser, Arztpraxen und Testzentren wegen der sehr ansteckenden Omikron-Varianten des Coronavirus vermehrt PCR-Tests. Täglich würden 5.000 bis 6.000 davon in dem Labor in Heidelberg analysiert, so Holfelder. Werde diese Zahl aber überschritten, stoße man vor allem an personelle Grenzen. Aktuell sind Corona-Tests wegen der geltenden Verordnung des Landes in vielen Bereichen Pflicht.

Coronatests: „Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang“

Der Anteil der Omikron-Variante bei allen positiven Tests liegt laut dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin derzeit bei 70 Prozent. „Wenn die Entwicklung so weiter geht, werden es in ein, zwei Wochen über 90, ja nahezu 100 Prozent.“ Das sei kein Grund für Entwarnung, auch wenn die Verläufe in der Regel weniger schwer seien als bei der Delta-Variante. Aber die schiere Menge der an dem sehr ansteckenden Virus Erkrankten führe doch zu einer erheblichen Zahl von Fällen für die Normal- und Intensivstationen. Hinzu kämen die vermehrten Ausfälle von Mitarbeitern in Krankenhäusern und Labors durch Infektionen und Quarantäne.

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Im Heidelberger Labor der Gruppe arbeiten rund 500 Menschen, die mit der Analyse von verschiedenen Laborparametern bei akuten und chronischen Erkrankungen beschäftigt sind. Hierzu zählen Tumormarker, Gerinnungsuntersuchungen sowie Untersuchungen auf Hepatitis. Mit der Coronatest-Analytik sind 10 bis 15 Prozent der Mitarbeiter beschäftigt. Die Medizinlabore in Deutschland nähern sich nach Angaben des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin wegen der hohen Infektionszahlen den Grenzen ihrer Auslastung. Diskutiert wird bereits über eine Priorisierung bei PCR-Tests. „Da haben Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang“, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer, am Donnerstag (13. Januar) der „Süddeutschen Zeitung“.

Knapper werdende Kapazität: Schulen Vorrang?

Nach ersten Meldungen über knapper werdende Testkapazitäten forderte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger, Schulen besonders zu berücksichtigen. „Schulen gehören zur kritischen Infrastruktur und falls Testkapazitäten knapp werden, dann dürfen Schülerinnen und Schüler nicht das Nachsehen haben in unserem Land“, sagte die FDP- Politikerin ebenfalls am Donnerstag im Bundestag bei der Debatte über die geplante Bildungspolitik der Ampel-Koalition. Deshalb müsse die Schule in der kritischen Infrastruktur mindestens den Rang von Kultureinrichtungen bekommen. (dpa/mko)

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