„Pop-up-Bikelanes“

Mehr Abstand beim Fahrradfahren: Werden Autospuren zu Radwegen umfunktioniert?

Heidelberg - Um mehr Abstand beim Fahrradfahren halten zu können, fordert der ADFC, dass Autospuren zu Radwegen umfunktioniert werden:

  • Gibt es bald auch in Heidelberg „Pop-up-Bikelanes“?
  • Der ADFC fordert, dass Autospuren zu Radwegen umfunktioniert werden.
  • Wegen des Coronavirus soll diese Maßnahme für mehr Sicherheit sorgen.

Berlin, Hamburg und Düsseldorf machen es vor – nun soll auch Heidelberg nachziehen. Es geht um die sogenannten „Pop-up-Bikelanes“. Fahrspuren, die eigentlich für Autos und Lkw vorgesehen sind, werden für den Radverkehr umfunktioniert. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg sowie das Amt für Verkehrsmanagement fordert der ADFC Rhein-Neckar-Kreis/Heidelberg die Maßnahme für die Universitätsstadt am Neckar. Vor allem wegen der Corona-Krise sei diese dringender denn je.

Bisher bestehe in Heidelberg nicht die Möglichkeit, dass Radfahrer ausreichend Abstand halten können – auch zu den Fußgängern nicht. Der ADFC nennt hier beispielsweise die Mittermaierstraße und die Kurfürsten-Anlage. Dort sei „schon immer ein unhaltbarer Zustand“, den man nun ändern müsse.

Coronavirus in Heidelberg: Für mehr Sicherheit – Autospuren sollen zu Radwegen umfunktioniert werden

Im ÖPNV kann der erforderliche Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern aufgrund des Coronavirus selten eingehalten werden und vom Umstieg auf das Auto rät der ADFC ebenfalls ab. Deshalb gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, auf das Fahrrad umzusatteln. Da allerdings auf den Radwegen in Heidelberg der Sicherheitsabstand ebenfalls nicht ausreichend gewährleistet sei, sollen Autospuren für den Radverkehr vorgegeben werden. 

Auch die Grünen fordert die „Pop-up-Bikelanes“ für Heidelberg. „Es bietet sich an, diesen Modellversuch vorzuziehen, da die Straßen momentan aufgrund der Corona-Krise leerer sind und eine Umwidmung von Autospuren zu Fahrradspuren aktuell einfacher umzusetzen ist", erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Felix Grädler. 

Die aktuelle Corona-Verordnung in Baden-Württemberg kannst Du hier nachlesen.

Coronavirus in Heidelberg: Fahrradweg statt Autospur – mehr Sicherheit für Radfahrer?

Durch die umfunktionierte Autospur können Pendler sicher am Arbeitsplatz gelangen, schreibt der ADFC. Und auch der stellvertretende Grüne-Vorsitzende und Verkehrsexperte Christoph Rothfuß ist sich sicher, dass ebenfalls Schüler – sobald die Schulen wieder gröffnet sind - von den Bikelanes profitieren werden. „Schüler könnten ohne die Corona-Abstandsregeln von zwei Metern zu brechen sicher zur Schule und Pendler an ihren Arbeitsplatz gelangen. Im Öffentlichen Nahverkehr kann der erforderliche Sicherheitsabstand oft nicht eingehalten werden. Bevor sich Radler auf den Radwegen drängen, sollte der verfügbare Platz auf den Straßen sinnvoll genutzt werden“, so Rothfuß.

Abgesehen von der Sicherheit bietet ein optimiertes Radnetz natürlich auch Vorteile für den Klimaschutz. Bereits haben erste Messungen ergeben, dass durch das verringerte Verkehrsaufkommen eine bessere Luftqualität in Heidelberg besteht. Die Deutsche Umwelthilfe spricht sich für umfunktionierte Straßen aus und schreibt auf der Webseite: „Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, dass Fahrradfahrer und Fußgänger sich sicher durch unsere Städte bewegen können. Das trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei, erlaubt Bewegung an frischer Luft mit sicherem Abstand voneinander und verhindert unnötige Unfälle.

Mehr zur Corona-Krise in Heidelberg erfährst Du in unserem News-Ticker

Übrigens: Wegen des Coronavirus findet dieses Jahr die Schlossbeleuchtung im Sommer nicht statt

jol

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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