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Heidelberger Geschäfte öffnen wieder – doch Hauptstraße bleibt leer

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Von: Daniel Hagen

Heidelberg - Durch die Lockerung der Corona-Maßnahmen können viele Läden wieder öffnen. Doch die Altstadt ist weiterhin menschenleer. Der große Ansturm bleibt aus.

Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen in Heidelberg. Normalerweise wäre die Hauptstraße in der Altstadt zu dieser Zeit voll mit Menschen – sei es aus der Stadt, der Umgebung oder sogar aus einem anderen Land. Doch in Zeiten der Covid-19-Pandemie sieht es hier ganz anders aus. Die Gehwege sind fast menschenleer, die meisten Läden geschlossen. Dabei dürfen nach Lockerung der Corona-Maßnahmen seit Montag (20. April) die Geschäfte öffnen, wenn sie nicht größer als 800 Quadratmeter sind und die Hygieneregeln befolgen – das gilt für rund 970 Läden in Heidelberg. Doch der große Ansturm nach dem wochenlangen Lockdown bleibt aus. Wegbrechende Einnahmen und steigende Ausgaben ergeben ein millionenschweres Finanzloch im Heidelberger Stadtsäckel.

Heidelberg: Wenige Besucher – es fehlen die Touristen

Auch am Dienstag (21. April) ist die Hauptstraße weit von der gewohnten Besucherzahl entfernt. Hier und da stehen kurze Schlangen vor einer Eisdiele und warten geduldig. Meist befinden sich aber nur bis zu zwei Personen in einem Laden und kaum jemand davor. Rund ein drittel der Menschen auf der Straße tragen einen Mundschutz. Am gleichen Tag beschließt das Land Baden-Württemberg eine Masken-Pflicht, die ab Montag (27. April) in Kraft tritt. Die Menschen müssen ab dann einen Schutz in Bussen, Bahnen und Läden tragen! 

Wir unterhalten uns mit Miguel, der in der Altstadt in einem Gummibärchenladen arbeitet. Er erklärt, dass schon mehr Leute unterwegs seien, als noch am ersten Tag nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen. Doch viele der Läden in Richtung der Heiliggeistkirche wären auf den Tourismus in der Stadt angewiesen. Gerade aus Asien seien seit zwei bis drei Monaten keine Kunden mehr gekommen! Ähnliche Bilder gibt es am ersten Tag der neuen Corona-Verordnung auch in Mannheim und Ludwigshafen.

Übrigens: In Zeiten der Corona-Krise blüht der Hype um Autokinos wieder auf – und am 27. Mai macht nun auch eins in Heidelberg auf. Mit Blick auf die Abstandsregeln lässt die Stadt vor dem Pfingstwochenende auf der Neckarwiese rund 200 „Corona-Kreise“ aufmalen. Sie sollen als „kleine Orientierungshilfe“ dienen, sagt Ordnungsbürgermeister Wolfgang Erichson

Heidelberg: Viele Läden haben weiterhin geschlossen

Einige Kneipen nutzen die „Corona-Ferien“ zum Renovieren, haben aber Bedenken, wie lange sie sich noch ohne Umsatz halten können. „Wieso können Friseure wieder öffnen - Kneipen und Restaurants aber nicht?“, fragen sich viele. Aus diesem Grund fordert der EventKultur Rhein-Neckar e. V. Rettungsschirme, um die Clubkultur zu erhalten. Auch die Kinos in Baden-Württemberg stehen vor finanziellen Problemen. 

Damit sich die Geschäfte an die strengen Hygieneregeln halten, können die Inhaber bei der Wirtschaftsförderung ein kostenloses Starterparket bestellen, das rund 50 Schutzmasken enthält. Am Montag seien bereits 250 dieser Pakete verteilt worden. Zudem werden 200 Ein-Liter-Flaschen mit Handdesinfektionsmittel kostenlos an Heidelberger Einzelhändler ausgegeben. Dafür müssen sich die Besitzer über ein Formular auf der genannten Internetseite der Wirtschaftsförderung anmelden.

Von der Lockerung der Corona-Maßnahmen noch nicht betroffen sind derzeit Kindergärten und Grundschulen. Die meisten Kinder müssen (noch) zuhause bleiben. Dabei legen aktuelle Untersuchungen nahe, dass gerade Kinder unter zehn Jahren gegen das Coronavirus quasi immun sind. Die Uniklinik Heidelberg will diesem wichtigen Thema jetzt in einer landesweiten Studie nachgehen. Erste Ergebnisse werden bereits Anfang Mai erwartet.

Aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Rohöl ist der Spritpreis an den Zapfsäulen in der Metropolregion Rhein-Neckar drastisch gesunken. 

Auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gilt die Maskenpflicht. Doch wie reagieren die Mannheimer in den Planken und die Ludwigshafener im Rathauscenter darauf?

dh

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