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Heidelberg: Nach Zoff im Kulturhaus – DAI hat jetzt einen Betriebsrat

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Nach Mitarbeiter-Vorwürfen mussten die Geschäftsführer des DAI gehen. Das Kulturhaus soll „professionalisiert“ werden und hat jetzt auch erstmals einen Betriebsrat:

Update vom 29. März: Ein Aspekt der Neuaufstellung des Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) in Heidelberg war die Gründung eines Betriebsrats. Am Montag (28. März) haben die Mitarbeiter erstmals einen Betriebsrat gewählt: Filip Fehrmann, zuständig für Grafik und Video, Adrian Gillmann, Programmassistent, beide angestellt der Schurman-Gesellschaft, sowie Brigitte Kipke, angestellt beim Freundeskreis des DAI.

Alle 32 Mitarbeiter der Schurman-Gesellschaft, der Trägerin des DAI, und dem Freundeskreis des DAI, Träger der DAI Kindergärten und Schule, gaben ihre Stimme ab. In der kommenden Woche wird der Wahlvorstand das Amt offiziell an den neu gegründeten Betriebsrat übergeben. Ein Betriebsratsvorsitzender steht noch nicht fest.

Der neu gewählte Betriebsrat des DAI Heidelberg: Adrian Gillmann, Brigitte Kipke und Filip Fehrmann (v.l.n.r.)
Der neu gewählte Betriebsrat des DAI: Adrian Gillmann, Brigitte Kipke und Filip Fehrmann (v.l.n.r.) © DAI/Huber

Heidelberg: Nach DAI-Zoff – Kulturhaus soll „professionalisiert“ werden

Erstmeldung vom 15. März: Zehn Mitarbeiter des renommierten Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI) Heidelberg erhoben Mitte Januar schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung. Von „Mobbing und einer toxischen Atmosphäre“, „unterschwelligem Sexismus“ und „Missmanagement“ war in dem Brief die Rede, der dieser Redaktion vorliegt. Die Verfasser forderten die Absetzung der beiden Geschäftsführer Jakob Köllhofer und Ingrid Stolz.

NameDeutsch-Amerikanisches Institut (DAI) Heidelberg
FunktionKultureinrichtung
Eröffnung1946 als „Amerikahaus“
TrägerSchurman-Gesellschaft

Heidelberg: DAI soll „professionalisiert“ werden

Die unabhängige Kanzlei Wellensieck führte daraufhin eine Untersuchung durch. Deren Ergebnisse beschäftigten vergangene Woche die Schurman-Gesellschaft, die Trägerin des DAI ist. Jetzt ist bekannt, welche Schlüsse die Schurman-Geselschaft aus dem Audit gezogen hat.

Erste Konsequenz aus der Befragung, an dem ein Großteil der DAI-Mitarbeiter teilgenommen hat: Die Verwaltung des Kulturhauses DAI wird „professionalisiert“. Der Vorstand der Schurman-Gesellschaft soll ein „Konzept zur Verbesserung von Organisation, Abläufen, Ressourcen und Kommunikation entwerfen“ und Defizite aufarbeiten. zudem wird eine neue, „fachlich geeignete“ Verwaltungsleitung gesucht.

Das Deutsch-Amerikanische-Institut (DAI) in Heidelberg.
Das Deutsch-Amerikanische-Institut (DAI) in Heidelberg. © HEIDELBERG24/Florian Römer

DAI soll laut OB Würzner gestärkt und ausgebaut werden

Mit der Neuaufstellung will man die „sehr hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden“ reduzieren. Damit wird auch die Doppelleitung des Kulturhauses und der Bildungseinrichtungen des DAI (internationale Kindergärten und Schule) beendet.

„Der Verwaltungsrat hat alle Maßnahmen darauf ausgerichtet hat, die Qualität und Strahlkraft des DAI als kulturellen Leuchtturm zu erhalten“, sagt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. Die bestehenden Bildungseinrichtungen sollen demnach „gestärkt und weiter ausgebaut werden”, so das Stadtoberhaupt.

DAI will Bildungseinrichtungen stärken und Betriebsrat gründen

Mit der Neuausrichtung will man Kulturhaus und Bildungseinrichtungen „effizienter und schlagkräftiger“ machen. „Innovative Initiativen“ sollen ausgebaut werden. Das gelte beispielsweise für die Sprachschule und die öffentliche englischsprachige Bibliothek sowie für das Sprachförderprojekt „HD Ink – Ideen aufs Papier.”

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Daneben wird am DAI ein Betriebsrat gegründet. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits heißt, es. Dietrich Firnhaber, kommissarischer Leiter des DAI, sei dazu im engen Austausch mit der Gewerkschaft Verdi. In den nächsten Tagen soll es eine Gründungsveranstaltung für den Betriebsrat geben.

DAI: Geschäftsführer Köllhofer und Stolz abberufen

Die bisherigen Geschäfstführer Köllhofer und Stolz werden von ihren Leitungsaufgaben entbunden. Der 74-jährige Köllhofer soll sich künftig auf die Programmgestaltung des DAI fokussieren. Sein Hauptaugenmerk soll auf das jährlich stattfindende „International Science Festival – Geist Heidelberg“ liegen.

Ingrid Stolz verliert derweil ihre Leitungsaufgaben im Kuturhaus und in den Bildungseinrichtungen. Sie soll sich ihren Arbeitsschwerpunkt „auf die DAI Bibliothek und die weitere Entwicklung der dort verankerten Bildungsarbeit verlagern“. Siegbert Moraw wird die „Heidelberg New School of Life“ gGmbH als Alleingeschäftsführer leiten. (rmx)

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