Eltern-Befragung ab November

Heidelberger Sicherheitsaudit startet

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Gefahrenstellen lauern in Heidelberg viele, zum Beispiel die große Kreuzung Kaiserstraße/Ringstraße in der Weststadt.

Heidelberg – Sichere Straßen und Wege, vor allem für die Kinder: Das ist das Ziel des Sicherheitsaudits. Jetzt hat sich das externe Forschungsbüro vorgestellt und das Vorgehen präsentiert:

Mit der Untersuchung aller potenziellen Gefahrenstellen auf Kinder- und Schulwegen sowie rund um Senioreneinrichtungen hat die Stadtverwaltung schon im Frühjahr das externe Forschungsbüro bueffee beauftragt.

Jetzt wurde dessen Konzept dem Amt für Verkehrsmanagement vorgestellt. „Wir integrieren mehrere Bausteine systematisch in ein großes Verfahren – von der Unfalldatenanalyse, Eltern- und Schülerbefragung, Vor-Ort-Begehungen bis zur Maßnahmenentwicklung und -berechnung“, sagt Jens Leven von bueffee.

Einen Prozess dieser Qualität und Tiefe, flächendeckend für eine ganze Stadt, habe es bundesweit noch nicht gegeben, freut er sich. Gestartet wird mit den Heidelberger Grundschulen, erklärt Alexander Thewalt, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement. „Das ist die wichtigste Zielgruppe für das Sicherheitsaudit: In diesem Alter setzt die Förderung der selbstständigen Mobilität von Kindern an.“

Bürgervorschläge und „Hotspots“-Karte

In einem ersten Schritt hat das Büro bueffee grundlegenden Daten zu Schulwegen und Co. gesammelt, aufbereitet und in eine spezielle Software eingespeist. Auch die Bürgervorschläge fließen hier zu hundert Prozent ein. Dazu gehört auch die „Hotspots“-Karte der Kinderbeauftragten. Aktuell wertet das Audit-Team die Unfallstatistiken der letzten Jahre aus, um auffällige Strecken, Uhrzeiten und Unfalltypen zu ermitteln. Diese Analyse soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein.

Parallel dazu starten die Eltern-Befragungen anhand eines eigens entwickelten Fragebogens. So wollen die Forscher heruasfinden, welchen Schulweg die Kinder wie benutzen und wo es aus Sicht der Eltern und Kinder Problemstellen gibt. „Die Perspektive der Eltern und Kinder ist bei der Untersuchung ganz zentral“, sagt Tanja Leven vom Büro bueffee. 

Befragungen finden auch in Senioreneinrichtungen statt, für ältere Schüler startet Anfang 2017 eine Online-Befragung.

Vor-Ort-Begehungen ab 2017

Das Forschungsbüro wird im das ganze Jahr 2017 über alle Hauptrouten von Kindern und alle potenzielle Gefahrenstellen genau untersuchen. Los geht‘s in der Altstadt. Als nächstes folgt die Weststadt. Die weitere Reihenfolge der Begehungen wird anhand der Analyse- und Befragungsergebnisse festgelegt.

Auf Basis aller gesammelten Erkenntnisse wird das Büro bueffee Empfehlungen für kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen entwickeln, die Maßnahmen berechnen und priorisieren.

Hintergrund

Nach dem tragischenTod des kleinen Ben in der Theaterstraße in der Altstadt wurde der öffentliche Druck auf die Stadtverwaltung, sich mit potentiellen Gefahrenstellen im Stadtgebiet intensiv auseinander zu setzen, immer größer. Der Haupt- und Finanzausschuss stellte dann im März 2016 die Weichen für einen sogenannten Sicherheitsaudit (WIR BERICHTETEN). Mit einem finanziellen Aufwand von insgesamt rund 260.000 Euro soll dabei ein unabhängiger Experte zwei Jahre lang sämtliche  Gefahrenstellen im Stadtgebiet begutachten.

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sag/Stadt Heidelberg

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