Zahlen weiter auf hohem Niveau 

Dem Brexit sei Dank: So viele Wahl-Heidelberger wurden 2018 eingebürgert  

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Bürgermeister Wolfgang Erichson (Mitte) überreicht am 17. Januar Allison Kraft und Mohammed Khalil Mohammed Issa die Einbürgerungsurkunden.

Heidelberg - Die Einbürgerungszahlen in Heidelberg sind weiterhin auf einem hohen Niveau. Wer die letzte Einbürgerungsurkunde im Jahr 2018 und die erste 2019 bekommen hat: 

Die Einbürgerungszahlen in Heidelberg sind weiterhin auf einem hohen Niveau: 367 Menschen haben sich im Jahr 2018 in Heidelberg einbürgern lassen. Im Jahr 2017 waren es 468 Personen, 2016 haben sich 444 Personen einbürgern lassen. Die hohen Einbürgerungszahlen sind vor allem auf den Brexit zurückzuführen: Noch bis März 2019 ist es für britische Staatsbürger vergleichsweise einfach, innerhalb der „EU-Familie“ einen deutschen Pass zu beantragen und zu erhalten. Nach 48 Britinnen und Briten im Jahr 2017 haben 2018 nochmal 49 die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt, 33 davon konnten eingebürgert werden.

Bürgermeister Wolfgang Erichson hat auch 2019 wieder im Rahmen eines Pressetermins zu Jahresbeginn in seinem Dienstzimmer im Palais Graimberg Einbürgerungsurkunden überreicht. Die letzte Einbürgerungsurkunde für das Jahr 2018 hat die gebürtige Britin Allison Kraft erhalten, die erste Urkunde des Jahres 2019 Mohammed Khalil Mohammed Issa. Er ist Volkszugehöriger der palästinensischen Autonomiegebiete und damit staatenlos.

Letzte Einbürgerungsurkunde 2018, erste Urkunde des Jahres 2019

Die gebürtige Britin Allison Kraft hat sich unter anderem aufgrund des Brexits dazu entschieden, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. „Besonders wichtig ist mir auch, dass ich durch die Einbürgerung wählen darf. Das kann ich gleich im Mai bei der Kommunal- und Europawahl nutzen“, erklärte Allison Kraft bei der Übergabe der Einbürgerungsurkunden. Die 59-Jährige lebt bereits seit 35 Jahren in Deutschland und führt gemeinsam mit ihrem Mann Ernest Kraft ein Heidelberger Hotel und Restaurant. Zusammen haben die beiden inzwischen vier erwachsene Kinder.

Mohammed Khalil Mohammed Issa wurde 1991 in Bethlehem geboren und ist 2010 nach Deutschland gekommen, um hier zu studieren. Nach dem Abschluss seines Medizinstudiums in München arbeitet er seit Juli 2018 am Universitätsklinikum Heidelberg als Assistenzarzt in der neurochirurgischen Klinik. „Ich habe mit der Arbeitsstelle in Heidelberg ein neues Leben angefangen. Da ich mich hier sehr wohl fühle, wusste ich, dass jetzt der richtige Moment ist, um die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen“, so Mohammed Khalil Mohammed Issa.

Heidelberg ist eine Stadt der Vielfalt, der Toleranz und der Chancengleichheit, in der rund 160.000 Menschen aus etwa 180 Nationen leben. Etwa 56.000 von ihnen sind Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte. Im Zuge ihrer Integrationspolitik misst die Stadt Heidelberg der Einbürgerung neuer deutscher Staatsbürgerinnen und Staatsbürger nach wie vor einen hohen Stellenwert bei. 

So will man den „neuen Deutschen“ vermitteln, dass sie in Heidelberg nicht nur willkommen sind, sondern dass Menschen anderer Nationen oder Herkunft, anderer Religion oder Kulturen als echte Bereicherung für die Stadt gesehen werden.

pm/kp

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