Stadtpolitik

Vor Einführung des neuen Gemeinderats: Klimaschützer täuschen Hitzetod vor

+
Klimaschützer demonstrieren auf Marktplatz.

Heidelberg - Bei Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke wird im Rathaus der alte Gemeinderat verabschiedet und der neue vereidigt. Vor der Sitzung kommt es zu Protesten. 

Hitzig wird es am Dienstagabend (23. Juli) im großen Rathaussaal nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen. Und das ist ungewöhnlich, denn bei Sitzungen des Heidelberger Gemeinderats geht es öfter heiß her. Ausgesprochen einträchtig verläuft indes die eineinhalbstündige Abschlusssitzung des alten Gemeinderats, in der Oberbürgermeister Eckart Würzner dem Gremium für die „zumeist sachliche Zusammenarbeit“ dankt. Dabei betont Würzner, dass „90 Prozent der Entscheidungen im Gemeinderat einstimmig geschlossen werden“ dies sei ein Fakt, der in der Öffentlichkeit so nicht wahrgenommen werde. 

Oft gelesenBetriebshof-Diskussion: Gemeinderat muss Ochsenkopf-Frage beantworten

17 Stadträte verabschiedet das Stadtoberhaupt aus dem Ehrenamt, begleitet vom anhaltenden Applaus der übrigen Gemeinderäte. Besonderen Respekt zollt Würzner insbesondere den scheidenden Stadträten, die sich teilweise über viele Jahrzehnte für Heidelberg engagiert haben.

Heidelberg: Neuer Gemeinderat vereidigt

Von Harmonie geprägt ist im Anschluss auch die erste Sitzung des neuen Gemeinderats in Heidelberg, in der OB Würzner die neu gewählten Stadträte begrüßt und die Verantwortung hervorhebt, die das Amt für die kommenden fünf Jahre mitbringt: „Sie sind Botschafter dieser Stadt und tragen die Entscheidungen dieses Gremiums in die Öffentlichkeit“, macht das Stadtoberhaupt klar. „Wir müssen Vorbild sein. Hier geht es darum, keinen Hass, keine diffusen Ängste zu schüren, sondern an Inhalten zu arbeiten.“ Wie sachlich der neue Gemeinderat über Themen diskutiert, wird sich erstmals im Oktober zeigen. Aktuell diskutiert wird ebenfalls der Umzug des Betriebshofes - der Ruf nach Alternativstandorten wird immer lauter, jetzt ist der Messplatz in Kirchheim im Gespräch.

Auch interessant: Angela Merkel bei Eröffnung der Klima-Arena in Sinsheim.

Als „große Herausforderungen“ für die Stadt sieht Würzner die Themen Wohnraum, Klimawandel und Infrastruktur. Würzner freut sich über die hohe Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl, wertet sie „als tolles Zeichen für Demokratie in unserer Stadt.“ Auch für den Zeitraum 2019-24 werden im Gemeinderat wieder 12 Gruppierungen vertreten sein: „Die Vielfalt in diesem Gremium ist wirklich groß und spiegelt damit auch unsere Stadtgesellschaft wider“, resümiert der OB von Heidelberg. Stärkste Kraft im neuen Gemeinderat sind die Grünen mit 16 Sitzen. Erfreut zeigt sich Würzner darüber, dass 20 Stadträtinnen im Gemeinderat vertreten sind - zuvor waren es 15.

Neuer Gemeinderat in Heidelberg vereidigt.

Der Altersschnitt des neuen Gemeinderats sei im Vergleich zum vorherigen etwas jünger: 47,5 Jahre. Jüngste Stadträtin ist Zara Kiziltas (Linke, 20), „Alterspräsident“ des neuen Gemeinderats ist Arnulf Weiler-Lorentz (Bunte Linke, 76).

Heidelberg: Klimaschützer täuschen vor Rathaus Hitzetod vor

Kurz vor der Vereidigungssitzung des neuen Gemeinderats demonstrieren rund 50 zumeist junge Menschen auf dem Marktplatz. Mitglieder der Klimaschutz-Gruppe Extinction Rebellion, von „Fridays for Future“ und des Bündnis Klimaschutz Großer Ochsenkopf legen sich vor dem Rathaus auf den Boden und spielen ihren eigenen Hitze-Tod vor. 

Klimaschützer demonstrieren auf Marktplatz.

Ihre Botschaft: In Zeiten von immer häufiger auftretenden Hitzewellen und Klimakrise muss das Thema Klimaschutz im neuen Gemeinderat Heidelbergs ganz oben auf der Agenda stehen.

rmx

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare