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Heidelberg: Mehr Freiheiten – Wie die Stadt den Einkaufsstandort stärken will

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Von: Marten Kopf

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Passanten in der Heidelberger Hauptstraße
Passanten in der Heidelberger Hauptstraße. © dpa/Uwe Anspach

Heidelberg - Nach harten Corona-Einschränkungen bessert sich die Stimmung im Einzelhandel langsam. Mit gezielten Maßnahmen will die Stadt den Einkaufsstandort Heidelberg weiter stärken.

Laut einer Umfrage des Handelsverbands Nordbaden und des Citymarketingvereins Pro Heidelberg im August unter Einzelhandelsbetrieben in Heidelberg erwarten die Unternehmer für 2021 überwiegend einen besseren Jahresabschluss als im Vorjahr – allerdings weiterhin deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Wie die Stadt am Freitag (22. Oktober) in einer Pressemitteilung bekanntgegeben hat, rechnen rund 43 Prozent der Einzelhändler mit einem gestiegenen Umsatz gegenüber 2020 – 38 Prozent jedoch mit einem weiteren Rückgang. 73 Prozent der Unternehmen geben an, die Umsätze aus 2019 noch nicht erreicht zu haben. Nur jedes dritte Unternehmen erreicht aktuell wieder Gewinne auf Vorkrisenniveau.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dezember 2019)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Besonders wichtig ist dem Handel der Umfrage zufolge die Realisierung eines kostenlosen ÖPNV-Angebots an Adventssamstagen und verkaufsoffenen Sonntagen – die Stadt plant bereits die Einführung von kostenlosem ÖPNV an Wochenenden –, die Erhöhung der Verweildauer von Touristen, Erleichterungen bei der Außendarstellung – die neue Werbeanlagensatzung wird diese schaffen –, eine verbesserte Erreichbarkeit aus dem Umland mit dem ÖPNV, die Belebung der Seitengassen der Altstadt, die Stärkung des Handels in den Stadtteilzentren und die Erreichbarkeit der (Innen-)Stadt für Pkw. Die Stadtverwaltung erarbeitet aktuell ein Förderprogramm für den inhabergeführten Handel. Es soll noch 2021 vorgelegt werden.

Einzelhandel in Heidelberg: Neue Werbeanlagensatzung

Außerdem soll der Einkaufsstandort weiter gestärkt werden: Mit mehreren Maßnahmen will die Wirtschaftsförderung die Seitengassen in der Altstadt beleben und gezielter in den Fokus von Passantinnen und Passanten rücken. Zugleich wurden die Werbeanlagensatzungen erneuert und die Richtlinien für gewerbliche Sondernutzungen angepasst – für Betriebe ergeben sich dadurch Erleichterungen. Satzungen sollen regelmäßig überprüft und optimiert werden, um Bürokratiehürden für Unternehmen abzubauen. Der Gemeinderat hat die Maßnahmen in seiner Sitzung am 14. Oktober 2021 beschlossen.

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Mit diesen Maßnahmen sollen Betriebe in den Seitengassen der Altstadt künftig mehr von den vielen Passanten in der Hauptstraße profitieren und neue potenzielle Kundinnen und Kunden gewinnen können. In Seitengassen und Parallelstraßen zur Hauptstraße befinden sich überwiegend kleine, inhabergeführte Geschäfte. Die Stadt will das Bewusstsein für die dortige Vielfalt erhöhen.

Seitengassen in der Altstadt: Großzügigere Regeln

So gibt etwa die neue Werbeanlagensatzung Betrieben künftig mehr Freiheiten: Sie ermöglicht erstmals digitale Werbung. Displays mindestens 30 Zentimeter hinter der Schaufensterscheibe sind grundsätzlich gestattet. Digitale Werbung auf Schaufensterflächen projiziert ist ohne Ton und unter Vorgaben möglich. Für Beschriftungen und Ausleger gibt es in Seitengassen großzügigere Regelungen als in anderen Bereichen. Auch die Vorgaben für Beklebungen von Schaufenstern wurden überarbeitet. Der Spielraum für das Aufstellen von Dekorationsgegenständen vor Betrieben wird erweitert. Eingeschränkt sind jetzt auch Werbefahrräder erlaubt. (PM/mko)

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