Viel Wind um Stomversorgung

Bürger diskutieren: Energiewende in Heidelberg

+
Viel Wind um die Energie – Bürger diskutieren zusammen mi Bürgermeister Erichson, Martin Müller und Ralf Bermich.

Heidelberg - Seit einer Weile wird in Heidelberg heftig diskutiert. Der Grund: Die Energiewende und die damit verbundenen Veränderungen. Die Diskussion um die Windkraft:

Ein wichtiges Thema beschäftigt zur Zeit die Heidelberger. Zumindet einen Teil der Heidelberger. 2.448 Personen haben die Homepage der Online-Bürgerbeteiligung genutzt, um sich zu dem Thema Windenergie zu informieren und mitzuwirken, die Ergebnisse wurden Freitagabend vorgestellt.

Moderiert von Michelle Ruesch von der Agentur Zebralog, die die Online-Beteilgung organistert hat, standen Bürgermeister Wolfgang Erichson, Martin Müller vom Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim sowie Ralf Bermich vom Umweltamt für Fragen zur Verfügung.

Windenergie – ein Thema, dass uns alle interessieren sollte: Man spricht von Energiewende, weg von der Atomkraft, weg von fossilen Energieträgern, dem damit verbundenen Kohlendioxid-Ausstoß. Eigentlich ein Traum für jeden, der es seit seiner Kindheit gewohnt ist, in der näheren oder weiteren Umgebung auf ein Kohlekraftwerk wie das Großkraftwerk in Mannheim zu schauen. Wie schön wäre es da, wenn sich einfach nur ein paar Windräder drehen würden. Klar, um ein Krarfwerk zu ersetzen braucht es viele, viele Windräder, aber auf der anderen Seite wissen wir auch, dass der Strom eben nicht nur aus der Steckdose kommt. Was tun?

>>> „Stürmische“ Diskussion um Windräder in Heidelberg

Machen es sich da die Befürworter unter uns nicht etwas einfach? Nein! Wahrscheinlich Befürworter Nummer Eins in Baden Württemberg ist die grünrote Landesregierung. Diese hat nämlich beschlossen, dass das generelle Verbot von Windkraftanlagen demnächst aufgehoben wird und zukünftig ein Antragsteller, der eine Anlage errichten möchte, einen Anspruch auf Genehmigung hat.

Aber auch das ist nicht ganz so einfach. Denn: Es gibt ja noch einen Flächennutzungsplan, auf dem potenzielle Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden sollen. Das Verfahren läuft momentan. Und auch dann bleibt die Frage: Findet sich überhaupt ein Investor, der den Standort XY attraktiv genug findet, um dort seine Windkraftanlage hinzubauen? Aber generell gilt: In einem Flächennutzungsplan muss für Windenergie Raum gegeben werden.

Bürgerbeteiligung

Natürlich geschieht das alles nicht, ohne Bürgerbeteiligung. In Heidelberg wurde extra zu diesem Zweck eine Homepage eingerichtet, als Forum, in dem sich besorgte und interessierte Bürger, Befürworter und Gegner austauschen konnten und vor allem eines tun konnten: Ihre Argumente vorbringen. Genau 2.448 Personen haben dieses Forum zwischen dem 15. Oktober und 22. November genutzt, 170 Aktive haben dabei 447 Beiträge und 378 Kommentare verfasst.

Rund 170 Personen waren es auch, die am Freitag in die Stadtbibliothek gekommen sind, um sich über die Ergebnisse dieser Online-Beteiligung zu informieren und die Ergebnisse weiter zu diskutieren – teilweise mit erstaunlicher Sachkenntnis.

Standortsuche

Die Standorte „im Wald“ wurden mit großer Mehrheit abgelehnt Gründe sind „Horizontverschmutzung“, Beeinträchtigungen für Freizeitnutzungen oder Bedenken bezüglich der generellen Umweltverträglichkeit. Aus Vorteil wurde hier allerdings eine gute „Windhöffigkeit“ erwähnt. Seitens der Stadt werden diese Standorte auch nicht weiter verfolgt.

Bleiben einerseits die Standorte in der Ebene namentlich „Drei Eichen“, „Kirchheimer Mühle“ und „Grezhof Ost“, die generell positiver bewertet wurden. Hier treten die Umweltaspekte etwas in den Hintergrund, allerdings zu Lasten der Windgeschwindigkeit.

Am Ende stehen viele offene Fragen

Die anschließende Diskussion zeigt, dass das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist: Wie sieht es mit den Mindestabständen aus? Kann oder muss man hierbei die vorwiegende Windrichtung berücksichtigen? Kann eine zukünftige Landesregierung die Gesetzesänderung wieder rückgängig machen? Wie wäre es mit Radarsteuerungen, die in Falle eines sich nähernden Vogelschwarms die Anlage abschalten, beziehungsweise die Blinklichter aktivieren, wenn sich ein Flugzeug nähert? Und was passiert wenn sich ein Investor vertut? Springen dann die Stadtwerke ein und es tragen dann die Heidelberger Bürger? Hier die klare Antwort von Bürgermeister Erichson: Nein!

chr

Fotos: Bundestagswahl 2017: Die Kandidaten in Heidelberg

Fotos: Bundestagswahl 2017: Die Kandidaten in Heidelberg

Impressionen: 48. Heidelberger Herbst

Impressionen: 48. Heidelberger Herbst

Wird Heike Heidelwiesn Queen 2017?

Wird Heike Heidelwiesn Queen 2017?

Kommentare