„Ideenquartier für die digitale Welt“

Innovation Park: Heidelberg nimmt sich das Silicon Valley zum Vorbild

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Startschuss für den Heidelberg Innovation Park.

Heidelberg - Auf der Konversionsfläche Patton Barracks wird der „Heidelberg Innovation Park“ entwickelt. Dabei nimmt sich die Stadt das Silicon Valley zum Vorbild.

Kleines Silicon Valley am Neckar?

Auf den Patton Barracks soll ein Hotspot für Innovationen aus den Bereichen IT, digitale Medien und Bioinformatik entstehen. Auf derrund 14 Hektar großen Fläche wächst in den kommenden Jahren der Heidelberg Innovation Park (HIP)Oberbürgermeister Eckart Würzner gab den offiziellen Startschuss für die Entwicklungsarbeiten. 

Bis zum Frühjahr 2018 werden zunächst im Westteil der Fläche (ehemaliger Motorpool) rund 20 ehemalige militärische Büro-, Lager- und Werkstattgebäude abgebrochen und eine rund acht Hektar große Fläche für Neubauten vorbereitet. 2018 starten die ersten Hochbaumaßnahmen. Zum Entwicklungsende im Jahr 2024 sollen auf dem Areal rund 3.500 bis 4.000 Personen arbeiten.

Startschuss für den Heidelberg Innovation Park.

Die Digitalisierung ist die industrielle Revolution des 21. Jahrhunderts. Im Heidelberg Innovation Park wird an Lösungen für die digitale Welt gearbeitet – interdisziplinär und im ständigen Austausch zwischen Forschern, Gründern und etablierten Unternehmern. Wir möchten dazu eine Atmosphäre schaffen, wie wir sie in unserer neuen Partnerstadt Palo Alto im Silicon Valley erlebt haben: kurze Wege, eine offene Campus-Atmosphäre mit attraktiven Treffpunkten und flexible Nutzungsmodelle in den Gebäuden. Wir wollen damit sowohl Start-ups als auch Großunternehmen beste Rahmenbedingungen bieten“, erklärte OB Würzner.

Die Gestaltung von Gebäuden und dem öffentlichen Raum sollen die Kreativität und Innovationsfreude ihrer Nutzer widerspiegeln. Das Umfeld soll dazu beitragen, dass aus Ideen und Gedankenspielen gemeinsame Projekte zwischen Industrie, Forschung und Wirtschaft entstehen können. Auch neue Organisationsformen der Arbeit – wie Coworking-Spaces oder ein Makerspace – sollen berücksichtigt werden. Zudem wird es noch eine Großsporthalle für bis zu 5.000 Zuschauer im Quartier geben. Der Gemeinderat hat im Juni 2017 den Bau der Halle fürrund 28 Millionen Euro beschlossen.

Die Entwicklungsgesellschaft Patton Barracks investiert allein für die innere Erschließung rund 14 Millionen Euro. Konversionsbürgermeister Hans-Jürgen Heiß sagte: „Natürlich gehört zu so einem Quartier auch eine optimale Infrastruktur. Wir planen gemeinsam mit den Stadtwerken unter anderem die Breitband-Versorgung mit Glasfaserkabeln, eine zentrale Kälteanlage für die Gebäudekühlung und die grundsätzliche Nutzung von Dachflächen für Solaranlagen.

Patton Barracks für Bürger geöffnet

Künftige Nutzer

Seit Anfang Oktober 2017 ist die Stadt Heidelberg und die Entwicklungsgesellschaft im Besitz der Fläche, die sie von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BiMA) gekauft hat. Die nun folgende Vermarktung der Bauflächen wird unterstützt durch die Sparkasse Heidelberg, die neben der städtischen Konversionsgesellschaft Heidelberg weitere Gesellschafterin der Entwicklungsgesellschaft ist und ihre immobilienwirtschaftliche Kompetenz miteinbringt.

Mit einigen Interessenten stehen Vertragsabschlüsse kurz vor dem Abschluss. Die Sino German Hi Tech Park Holding GmbH will einen deutsch-chinesischen Wissenschafts- und Technologiepark begründen. Auf dem Innovationscampus sollen Labor-, Büro- und Produktionsgebäude entstehen. Die Holding hat bereits ihren ersten Standort in Heidelberg bezogen und koordiniert ihre Aktivitäten aus dem TechTower – dem ehemaligen MLP-Hochhaus auf dem Emmertsgrund – heraus. Bereits im Bau befindet sich zudem das Business Development Center Organische Elektronik (BDCOE) im Nordwesten der Patton Barracks an der Speyerer Straße. Bis Anfang 2019 entsteht auf rund 4.000 Quadratmetern ein multifunktionales Büro- und Laborgebäude für Firmengründer. Darüber hinaus gibt es weitere Anfragen von Firmen, die exakt in das Profil des HIP passen.

Rahmenplan und Entwicklungsbereiche

Bereits im März 2017 hatte der Gemeinderat mit großer Mehrheit den Rahmenplan für den HIP beschlossen. Demnach sind für die Fläche folgende Entwicklungsbereiche vorgesehen:

  • Die Großsporthalle für bis zu 5.000 Zuschauer und die „Event Plaza“ sind im südwestlichen Bereich zur Speyerer Straße hin angeordnet und bilden – von Süden kommend – den Auftakt in das Areal.
  • An der Speyerer Straße entstehen flexible Baufelder für große und mittelgroße Firmen.
  • Im nordwestlich gelegenen Entwicklungsbereich entsteht als erster Meilenstein im Quartier das „Business Development Center Organic Electronics“ – hier wurde im April 2017 bereits der Spatenstich gefeiert. Eine umliegende Grünfläche vernetzt den Innovationspark mit den nördlich angrenzenden Ausgleichsflächen auf dem ehemaligen Bahndamm.
  • Der „Patton Square“ verkörpert das Zentrum der öffentlichen Infrastruktur. In den angrenzenden Gebäuden sollen sich vornehmlich Gastronomie und Dienstleistungen ansiedeln. Der Platz vernetzt die unterschiedlichen Entwicklungsbereiche und ist Schnittpunkt aller wichtigen Wegebeziehungen im Areal.
  • Im Südosten des Areals dominieren Bestandsgebäude. Die vorhandene Atmosphäre soll erhalten werden und flexible Raum- und Nutzerstrukturen ermöglichen. Mögliche Neubauten sorgen für eine Mischung aus Geschichte und Fortschritt.
  • Rund um den ehemaligen Exerzierplatz im Nordosten des Areals ist unter anderem der Sino German High Tech Park vorgesehen.
  • Im Süden des Areals prägen locker angeordnete Gebäude, Rücksprünge und Durchwegeb den Übergang auf die Wohnbebauung im Mörgelgewann.

pm/rmx

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