Ermittlungen laufen

Chemie-Unfall in Heidelberg: Polizei spricht von 12 Verletzten

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Chemieunfall bei Kluthe-Rematec.

Heidelberg-Wieblingen - Starke Rauchentwicklung in der Nähe der A5 am Samstagmorgen (2. Februar). Bei einer Firma im Norden Wieblingens kommt es am Morgen zu einem Chemieunfall! Die Hintergründe: 

  • Am 2. Februar 2019 kommt es bei der Firma Kluthe-Rematec in Heidelberg-Wieblingen zu einem Chemie-Unfall
  • 3.000 Liter eines Lösungsmittel sind dabei entwichen
  • Grenzwerte werden nicht überschritten
  • Die A5 ist wegen starker Rauchentwicklung für rund zwei Stunden gesperrt
  • 5 Menschen werden verletzt, sie klagen über Schwindel und Kopfschmerzen
  • Die Betriebsanlage ist für Ermittlungen beschlagnahmt
  • Die Unfallursache ist noch unklar

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Update, 14:30 Uhr: Der Chemie-Unfall am vergangenen Wochenende habe nichts mit dem blauen Leitungswasser zu tun, das am Donnerstag für große Aufregung in Heidelberg und Dossenheim gesorgt hat, bekräftigt Rematec-Geschäftsführer Wolfgang Weißmann gegenüber HEIDELBERG24. 

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Bei der Verdampfung seien weit weniger als 3.000 Liter des farblosen Lösungsmittels Toluol ausgetreten, so Weißmann.

Die Sicherheitseinrichtung der Anlage ist mit einer Berstscheibe versehen, die ab einem gewissen Überdruck im Behälter bricht. Als das passierte sind mehr als 2.000 Liter Toluol in die Aufwangwanne der Anlage geflossen“, sagt Weißmann. „Ein weiterer Teil des Lösungsmittels hat sich im Behältnis verfestigt.“ Wahrscheinlich ist nur ein Bruchteil (etwa 60-80 Liter) der Substanz „übergegangen und hat sich dampfförmig ausgebreitet“, schätzt Weißmann. 

Polizei: 12 Menschen nach Chemie-Unfall verletzt

Update, 8. Februar: Wie die Polizei am Donnerstag mitteilt, wurden nach derzeitigem Stand 12 Menschen bei dem Chemie-Unfall verletzt, darunter acht Polizeibeamte. 

Die Abteilung Gewerbe und Umwelt der Polizei Mannheim hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Zur Auswertung wurden auch Frachtpapiere eines Chemikalien-Lieferanten beschlagnahmt. Außerdem wurde eine Probe der „abreagierten“ Flüssigkeit entnommen. Die wird jetzt vom LKA in Stuttgart analysiert.

Die seit dem Unfall am 2. Februar beschlagnahmte Recyclinganlage innerhalb des Firmenbereichs konnte wieder freigegeben werden. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Luftverunreinigung und der fahrlässigen Körperverletzung in mehreren Fällen dauern an. Mit einem Ergebnis der Ermittlungen ist erst in einigen Wochen zu rechnen.

Update, 7. Februar: In einer Pressekonferenz der Stadt Heidelberg zur Trinkwasser-Verunreinigung, die am Donnerstag eine Warnung in Heidelberg und Dossenheim ausgelöst hat, heißt es, dass keine Zusammenhänge mit dem Chemie-Unfall vermutet würden. 

Update 5. Februar, 16:02 Uhr: Drei Tage nach dem Chemieunfall kann uns Norbert Schätzle, Pressesprecher der Mannheimer Polizei, noch keine konkreten Details zur Unfallursache nennen. Die Anlage werde weiterhin untersucht und bleibe beschlagnahmt. Er rechnet mit neuen Erkenntnissen am Donnerstag. 

Update 4. Februar, 11:45 Uhr: Auf Anfrage erklärt Norbert Schätzle von der Polizei Mannheim, dass sich die Ermittlungen noch mehrere Wochen hinziehen könnten. Derzeit sei noch unklar, ob es mehr als die fünf bisher bekannten Verletzten gebe. Dazu laufe noch eine Abfrage in der Umgebung. Eventuell könnte es aber im Laufe des morgigen Tages neue Informationen zu dem Unfall geben.

Nach Chemieunfall: Werte liegen unter Grenzwert

Update 14:29 Uhr: Wie die Stadt Heidelberg in einer Pressemitteilung mitteilt, war es nach bisherigen Erkenntnissen bei der Aufarbeitung von Lösungsmitteln aus der Kunststoffindustrie zu dem Störfall gekommen. Dabei war von einem Rückstand von circa 3.000 Litern ein Teil entwichen. 

Der Prozess dient der Wiederverwendung des Lösemittels Toluol. Der Stoff kommt zum Beispiel in Lacken und Klebstoffen vor. 

Die Umweltmessungen bestätigten, dass es sich bei der Freisetzung hauptsächlich um Toluol handelt. Die gemessenen Werte lägen deutlich unter den Grenzwerten. Gemessen wurde eine Konzentration von 10 ppm (parts per million = ein Teil pro eine Million Teile), der Grenzwert beträgt dagegen 50 ppm.

Nach Chemieunfall: Anlage außer Betrieb 

Die Überprüfungen zum Unfall sind noch nicht abgeschlossen. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Die Anlage, in der sich der Störfall ereignete, ist bis auf weiteres außer Betrieb. 

Der Aufarbeitungsprozess dieses Stoffes wird von dem Unternehmen nach eigenen Angaben seit sechs Jahren störfallfrei betrieben. Der Betrieb kooperiert eng mit der Heidelberger Berufsfeuerwehr, die dort bereits mehrfach Störfallübungen durchführte.

Nach Chemieunfall: Polizei, Stadt Heidelberg und Landesregierung geben Entwarnung

Update 11:56 Uhr: Nach der Entwarnung von Seiten der Polizei und Stadt Heidelberg, gibt nun auch das Lagezentrum der Landesregierung nach dem Chemieunfall in Heidelberg Entwarnung: Die vor Ort stattgefundenen Messungen hätten „keine Überschreitungen der Grenzwerte ergeben“. Eventuell könne es jedoch noch zu vereinzelten Geruchsbelästigungen kommen. 

Chemieunfall Heidelberg: A5 wieder freigegeben! 

Update 10:44 Uhr: Nach einer starken Rauchentwicklung in dem chemischen Recyclingbetrieb Kluthe-Rematec im Gewerbegebiet von Heidelberg-Wieblingen ist die  Vollsperrung der A5 zwischen den Anschlussstellen Heidelberg/Schwetzingen und Dossenheim seit 9:50 Uhr wieder aufgehoben.

Chemieunfall Heidelberg: Die Ursache 

Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei kommt es es kurz vor 6 Uhr zu einer ungewollten chemischen Reaktion von 3.000 Litern eines Gemischs aus Chemierückständen.

Dadurch soll sich ein Überdruckventil geöffnet haben, was in der Folge zum Austritt einer dichten Rauchwolke, begleitet mit einem beißenden Geruch führte

Nach Chemieunfall: Behörden geben Entwarnung! 

Zum Zeitpunkt der chemischen Reaktion wurden keine Arbeiten im Werk durchgeführt.

5 Verletze nach Chemieunfall in Heidelberg 

Derzeit gibt es fünf Leichtverletzte, eine Feuerwehrfrau, drei Polizeibeamte und eine Passantin, die alle über Kopfschmerzen und Schwindelgefühl klagen.

Die Einsatzkräft und Chemiker des Betriebs vor Ort stellen fest, dass sich die chemische Reaktion von sich aus nach ca. 2-2,5 Stunden „abreagiert“ hat. Überprüfungen zum Gefahrenstoff selbst sind noch nicht abgeschlossen. 

Nach Chemieunfall: Keine Giftstoffe in der Luft, Türen und Fenster können wieder geöffnet werden

Luftmessungen der Berufsfeuerwehr Heidelberg ergeben jedoch keine erhöhten Werte.

Sämtliche Warnmeldungen auch das Geschlossenhalten von Fenstern und Türen sind aufgehoben.

Die Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat die Ermittlungen aufgenommen.

Chemieunfall in Heidelberg am Samstagmorgen

Update 10:20 Uhr: Um 10 Uhr wird die A5 Zwischen Dossenheim und der Anschlussstelle Heidelberg wieder frei gegeben. Erste Luftmessungen im Rhein-Neckar-Kreis ergeben, dass keine Giftstoffe in der Luft sind. 

Anwohner sollen Türen und Fenster jedoch vorsichtshalber immer noch geschlossen halten. 

Starker Rauch nach Chemieunfall in Heidelberg 

Update 8:15 Uhr: Wegen starker Rauchentwicklung ist die Autobahn A5 am Samstagmorgen (2. Februar) voll gesperrt

Gegen 5:50 Uhr gibt es im Bereich der Firma Kluthe-Rematec zu einer chemischen Reaktion. Die Folge: Starker Rauch. 

Chemieunfall in Heidelberg: Fenster und Türen geschlossen halten! 

Da bislang noch unklar ist, welche chemischen Stoffe zur Reaktion geführt haben und ob die Wolke möglicherweise giftig ist, sollen Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten

A5 wegen Chemieunfall in Heidelberg gesperrt

Der Rauch behindert die Sicht auf der nahen A5 so stark, dass sie zwischen Dossenheim und dem Autobahnkreuz Heidelberg sicherheitshalber gesperrt wird. Auch das Gebiet um die Chemiefabrik ist weiträumig abgesperrt. Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungskräften ist vor Ort. 

Feuerwehrleute und Chemiker des Unternehmens sind vor Ort um die Ursache zu finden. Außerdem messen sie Luftwerte um zu überprüfen ob eine Gefahr für Anwohner besteht. 

Wurden bei dem Chemieunfall Menschen verletzt? 

Laut Polizei sind drei Personen wegen des Rauchs in ärztlicher Behandlung. Über weitere Verletzen liegen keine Informationen vor. 

Laut Warn-App NINA kann es zur Geruchsbelästigungen kommen. Anwohner in Wieblingen, Neuenheim, Handschuhsheim sowie den angrenzenden Gemeinden Edingen-Neckarhausen, Ladenburg und Dossenheim sollen in geschlossenen Räumen bleiben und Fenster und Türen schließen. 

Auch Lüftungs-und Klimaanlagen sollen abgeschaltet werden. Bitte Nachbarn informieren und nicht den Notruf von Feuerwehr und Polizei durch Nachfragen blockieren! 

Mehr zum Thema:  

Am 17. Oktober kommt es auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF zu einer Explosion. 5 Menschen kommen dabei ums Leben. Am 5. Februar startet der Prozess gegen einen externen Mitarbeiter wegen des „Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“ am Landgericht Frankenthal.

In Weinheim muss am Montag die Polizei und Feuerwehr ebenfalls wegen einem Gefahrgut-Einsatz ausrücken. Dieser stellt sich jedoch als Fehlalarm heraus.

pol/pri/rmx/kp

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