Tat erschütterte Heidelberg

Opfer Gesicht zertreten: 18-Jähriger gesteht brutale Attacke in Poststraße

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Vor dem Landgericht Heidelberg müssen sich ab Montag acht Jugendliche verantworten.

Heidelberg - Dieser Fall erschütterte die Stadt im Sommer 2018: Eine größere Gruppe prügelt in der Poststraße einen Mann krankenhausreif. Jetzt stehen die jungen Männer vor Gericht. 

Update vom 27. Mai: Ein 18-Jähriger hat am Montag vor dem Landgericht Heidelberg gestanden, im vergangenen Sommer einen 36-jährigen Heidelberger mit Fußtritten auf den Kopf verletzt zu haben. „Ich möchte sagen, dass ich die Tat begangen habe, und dass ich mich aufrichtig entschuldige“, sagte der junge Mann, der des versuchten Totschlags angeklagt ist. Mit ihm stehen wegen des Vorfalls sieben weitere junge Männer vor der Strafkammer. Das Opfer erlitt damals schwerste Gesichts- und Schädelverletzungen und verlor fast sein Leben. Im Raum stehen deutlich mehr als zwei, drei Fußtritte. 

Nach einer eskalierten verbalen Auseinandersetzung war es vor dem McDonald's in der Rohrbacher Straße zu Handgreiflichkeiten und in deren Folge zum Sturz des Opfers gekommen. Der Geständige gab an, zuvor von dem 36-Jährigen und seinem Freund beschimpft und tätlich angegriffen worden zu sein. Früher an dem Tag habe er große Mengen Alkohol konsumiert.

Brutale Attacke in Poststraße: Erst Opfer Gesicht zertreten – dann Burger essen gegangen

Acht junge Männer im Alter zwischen 17 und 22 Jahren müssen sich ab Montag (27. Mai, 9 Uhr) vor der Jugendkammer des Heidelberger Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Gruppe unter anderem versuchten Totschlag vor. 

Gruppe prügelt Opfer in der Poststraße in Heidelberg krankenhausreif

In der Nacht auf den 20. August 2018 gerieten das damals 36-jährige Opfer A. und dessen Freund B. mit zwei Männern aus der Gruppe vor dem Heidelberger McDonald's in der Rohrbacher Straße zunächst verbal aneinander. Danach gingen A. und B. in Richtung Poststraße davon. Die acht Angeklagten hätten daraufhin beschlossen, die beiden Männer zu verfolgen und sie zu verprügeln, so der Vorwurf. In der Poststraße wird A. schließlich zu Fall gebracht. 

Vier der Angeklagten treten dem am Boden liegenden Mann mehrfach „wuchtig“ gegen den Kopf und ins Gesicht. A. erleidet bei der Attacke multiple Brüche im Mittelgesichtsbereich. Mit dem Angriff hätten die Angeklagten billigend in Kauf genommen, dass A. tödlich verletzt wird, so die Staatsanwaltschaft Heidelberg. Die vier weiteren Angeklagten hätten im Abstand von wenigen Metern dabei gestanden und so die Angriffshandlungen der Beschuldigten unterstützt. 

Während drei der Angeklagten nach der Tat flüchten, gehen die übrigen fünf Beschuldigten zurück in den McDonald's. Das Opfer wird mit schweren Gesichts- und Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht. 

Anklage am Landgericht Heidelberg: Versuchter Totschlag

Vier der Beschuldigten werden vor der Jugendkammer des Landgerichts Heidelberg wegen versuchten Totschlags angeklagt, die vier weiteren jungen Männer wegen gefährlicher Körperverletzung. Insgesamt 24 Zeugen und eine Sachverständige hat die Kammer zur Beweisaufnahme geladen. Für den Prozess sind neun Fortsetzungstermine angesetzt.

Die Tat hatte im August für großes Entsetzen in Heidelberg gesorgt. Stadtoberhaupt Dr. Eckart Würzner forderte am Tag danach, dass „sich ein derart gewalttätiges Auftreten einer oder mehrerer Gruppen mitten in unserer Stadt nicht wiederholen“ dürfe.  

rmx

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