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Erweiterung des Heidelberger Turnzentrums: Grundstein für neue Halle gelegt

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Von: Josefine Lenz

Am Turnzentrum wird die Grundsteinlegung gefeiert
Grundsteinlegung für die Erweiterung des Heidelberger Turnzentrums (von rechts): Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (vorne), Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck, Harald Heußer, Leiter des Hochbauamtes, Kenji Howoldt, Leiter Kinder in Bewegung (KiB), Dieter Hofer, Leiter des Turnzentrums, Daniel Knapp, motorplan Architekten und Ingenieure, und Gert Bartmann, Leiter des Amtes für Sport und Gesundheitsförderung. © Philipp Rothe

Heidelberg - Das Turnzentrum erhält einen modernen Neubau. Am Donnerstag (1. Juli) ist hierfür der symbolische Grundstein gelegt worden:

Das Heidelberger Turnzentrum wird um einen modernen Neubau mit optimalen Trainingsbedingungen erweitert: Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck sowie Vertreter des Turnzentrums und des Heidelberger Sports haben am Donnerstag, 1. Juli 2021, symbolisch den Grundstein für die neue Sporthalle gelegt. Direkt neben dem 1988 eröffneten Turnzentrum im Sportzentrum Süd entsteht am Harbigweg in nachhaltiger Holzbauweise eine neue Geräteturnhalle einschließlich Nebenräumen. Die Bauarbeiten wurden bereits Mitte März 2021 begonnen. Seither erfolgten Erdarbeiten und die Fertigstellung der Bodenplatte, auf der der Holzbau aufgebaut wird.

Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner betonte: „Mit der Erweiterung des Turnzentrums schaffen wir dringend benötigte Sportflächen und optimale Trainings- und Bewegungsmöglichkeiten. Davon profitieren die Leistungsturnerinnen und -turner genauso wie auch Vereine, Schulen und mehrere Hundert Mädchen und Jungen aus Heidelberger Kitas, die im Turnzentrum spielerisch in ihrer Bewegung gefördert werden. Mir ist es ein großes Anliegen, dass wir insbesondere den vielen sportbegeisterten Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt hervorragende Sportanlagen zur Verfügung stellen.“

Erster Bürgermeister und Baudezernent Jürgen Odszuck ergänzte: „Wir bauen eine Sporthalle, die zugleich klimaschonend, nachhaltig und schnell umsetzbar ist. Die Halle entsteht im energieeffizienten Passivhaus-Standard. Durch die Holzbauweise wird deutlich weniger fossile Energie benötigt als etwa bei einem Gebäude aus Beton oder Stahl. Und wir bauen in Industriebauweise mit Fokus auf funktionale Aspekte und unter Einsatz von vorgefertigten Holzbauteilen – das spart Kosten und Zeit.“

Heidelberg: Trainingshalle im Passivhaus-Standard – klimaschonend und nachhaltig

Die neue Sporthalle entsteht als reine Geräteturnhalle mit fest eingebauten Turngeräten einschließlich Mattensystemen und Fallgruben. Die Halle soll ausschließlich dem Training dienen und nicht als Wettkampfstätte genutzt werden. Zusätzlich zur Halle werden noch zwei Büroräume, ein Besprechungsraum, ein Abstellraum und ein Geräteraum realisiert. Die Nebenräume der beiden schon bestehenden Sporthallen – wie Umkleide- und Sanitärräume – werden von den Nutzern des Neubaus mitbenutzt. Das spart Kosten beim Neubau.

Die Halle wird gemäß der Energiekonzeption der Stadt Heidelberg im energieeffizienten Passivhausstandard gebaut. Durch die Holzbauweise wird CO₂ gebunden, anstatt dieses bei der Baustoffherstellung zu verursachen. Natürliche Ressourcen werden geschont. Die Außenwände werden vorgefertigt in einer Größe von rund 2,5 mal 8,5 Metern angeliefert und eingesetzt. Das ermöglicht eine hohe Maßgenauigkeit und eine kurze Bauzeit. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung des Eigenbedarfs geplant. Für den Neubau mussten neun Bäume gefällt werden. Zum Ausgleich erfolgen Ersatzpflanzungen. 

Der Erweiterungsbau des Turnzentrums soll voraussichtlich Ende 2022 fertiggestellt werden. Die Gesamtkosten betragen voraussichtlich rund 4,25 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg fördert den Neubau mit 270.000 Euro im Rahmen des Solidarpakts Sport.

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Turnzentrum Heidelberg: Standort für Top-Turner und Zentrum des Bewegungslernens 

Heidelberg zählt bundesweit zu den Topstandorten im Turnen. Das Turnzentrum ist zugleich Standort für den Spitzen- wie auch den Breitensport. Es wurde 1988 in Betrieb genommen, um den besten Turnerinnen und Turnern von Heidelberger Turnvereinen optimale Trainingsmöglichkeiten zu bieten. „Gemeinsam stärker!“, lautete die Devise, der sich die Vereine Heidelberger TV, TSV Pfaffengrund und SG Heidelberg‐Kirchheim anschlossen und 1991 die Kunst‐Turn‐Gemeinschaft (KTG) Heidelberg gründeten. Durch die Fusion von KTGw („w“ für weiblich) 2009 mit der KTG kam als weiterer Stammverein der TB Rohrbach hinzu.

Der Zusammenschluss führte schnell zu Erfolgen: Das Turnzentrum wurde zum Nachwuchsstützpunkt des Deutschen Turner-Bundes. Es folgten mehrere Auszeichnungen für die Nachwuchsarbeit. 1996 stieg die Herrenmannschaft in die 2. Bundesliga auf. In der Folge gelangen Herren wie Damen mehrere Aufstiege in die 1. Bundesliga, ohne sich dauerhaft etablieren zu können. Das Turnzentrum ist einziger verantwortlicher Ausbildungsstützpunkt für männliches Kunstturnen im Badischen Turner-Bund.

Das Turnzentrum versteht sich daneben auch als Zentrum des Bewegungslernens und ist seit 1999 Heimat der unter Leitung von Dieter Hofer gegründeten Turnschule „Kinder in Bewegung“ (KiB) für Kinder von drei bis sechs Jahren – ein bundesweites Vorzeigeprojekt. Kindern wird eine professionelle, kindgerechte und spielerische Bewegungsförderung ermöglicht – und damit Bewegungsarmut entgegenwirkt. Wöchentlich kommen Kinder von 14 Kitas in das Turnzentrum. Rund 450 Kinder werden dadurch über KiB sportlich gefördert. An der 2011 von Kenji Howoldt eingeführten Kinder‐Olympiade – er ist heute Leiter von KiB – nehmen inzwischen 28 Kitas mit mehr als 500 Kindern teil. In KiB‐Fortbildungen erhalten Erzieherinnen und Erzieher didaktische und methodische Hilfen, um Bewegungsstunden anbieten zu können. Auch Neigungskurse der Schulen sowie Heidelberger Vereine nutzen die Trainingsmöglichkeiten des Turnzentrums. 

Die Kapazitäten im Turnzentrum reichen ohne Erweiterung allerdings nicht mehr aus, um mit aktuellen Entwicklungen im Sport Schritt zu halten und ausreichend Trainingsflächen zu bieten. pm/jol

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