Siegerentwurf steht fest

So soll die neue Rad- und Fußwegbrücke über den Neckar aussehen

Der Siegerentwurf zur Rad- und Fußwegbrücke über den Neckar in Heidelberg. Sie soll zwischen Ernst-Walz-Brücke und Wieblinger Wehr das Neuenheimer Feld und Bergheim verbinden. Copyright: schlaich bergermann partner/LAVA/Latz+Partner
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Der Siegerentwurf für die Rad- und Fußwegbrücke über den Neckar.

Heidelberg - Die neue Rad- und Fußgängerbrücke über den Neckar rückt ein Stück näher! Jetzt wurde der Siegerentwurf der Verbindung zwischen Neuenheimer Feld und Bergheim gekürt.

  • In Heidelberg soll eine neue Rad- und Fußbrücke über den Neckar gebaut werden.
  • Sie soll zwischen Ernst-Walz-Brücke und Wieblinger Wehr entstehen und Bergheim mit dem Neuenheimer Feld verbinden.
  • Jetzt ist der Siegerentwurf gekürt worden - so könnte die Brücke aussehen:


Update vom 23. Juli 2020: Im Oktober 2018 hatte die Stadt Heidelberg einen Planungswettbewerb zur Gestaltung einer neuen Rad- und Fußwegbrücke über den Neckar ausgerufen. Die Brücke soll zwischen Wieblinger Wehrsteg und Ernst-Walz-Brücke gebaut werden und den wachsenden Heidelberger Süden an das Neuenheimer Feld anbinden. Zudem soll die Brücke die geplante Radschnellverbindung zwischen Mannheim und Heidelberg über den Neckar verlängern und mittelfristig einen Anschluss über das Patrick-Henry-Village nach Schwetzingen schaffen.

StadtHeidelberg
Einwohner160.355 (2019)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)


Jetzt hat eine neunköpfige Jury um den Schweizer „Brückenpapst“ Jürg Conzett den Siegerentwurf gekürt. Auf dem ersten Platz landete der Entwurf des Teams „schlaich bergermann partner“ (sbp), „LAVA Berlin“ und „Latz + Partner“. Er sieht eine zurückhaltend gestaltete Brücke vor. Großzügig geschwungenen Linien führen vom Ochsenkopf kommend östlich am Gneisenauplatz durch die Wipfel der weitgehend erhaltenen Bäume entlang. Über dem Neckar soll die Brücke großzügige Sitzgelegenheiten mit Aussicht auf die Stadtkulisse bieten und „Neckarbalkone“ am nördlichen und südlichen Ufer direkt über das Wasser führen.


Rad- und Fußwegbrücke über den Neckar soll 2024 gebaut werden

Die neue Rad- und Fußwegbrücke ist ein wichtiger Baustein für die Verkehrswende und eine zugkräftige Vernetzung der Wissensorte der Stadt Heidelberg“, sagt Carl Zwillich, kuratorischer Leiter der IBA Heidelberg. Juryvorsitzender Conzett ergänzt, dass die Aufgabenstellung zahlreiche Aspekte beinhaltete, die es zu berücksichtigen galt. „Der Siegerentwurf liegt für mich in der Tradition der klassischen Ingenieurbauwerke und passt damit sehr gut zu Heidelberg. Ich bin glücklich über das Resultat“, resümiert Conzett, der zu den anerkanntesten Brückenbauern Europas zählt.


Die Brücke von sbp, Lava und Latz schafft nicht nur eine reibungslose Nord-Süd-Verbindung für Radfahrer und Fußgänger, sondern bietet auch neue Aufenthaltsqualitäten und Begegnungsmöglichkeiten an den Orten, die sie verbindet: bei ihrem Auftakt in Bergheim, auf der Brücke selbst und bei ihrer Ankunft am Nordufer“, sagt Baubürgermeister Jürgen Odszuck. 30 Millionen Euro soll die Rad- und Fußwegbrücke über den Neckar kosten. 80 Prozent der Kosten werden von Bund und Land übernommen, schätzt Odszuck. Mit einem Baubeginn wird Ende 2023 oder Anfang 2024 gerechnet. Ob der Bau der Brücke angesichts Corona-geschwächter Stadtfinanzen aber tatsächlich angegangen wird, ist derzeit fraglich.

Radbrücke über Neckar: Bürgerbeteiligung startet Mitte Juli

Grundtext vom 29. Juni 2018: Schritt für Schritt zur neuen Radbrücke über den Neckar. Der Gemeinderat hat am Donnerstag (29. Juni) entschieden, die Bürger am Ideenwettbewerb zur neuen Rad- und Fußgängerbrücke über den Neckar zu beteiligen. Im Juli 2017 hatte das Gremium für den Neubau einer Brücke zwischen Bergheim und dem Neuenheimer Feld etwas östlich des Wieblinger Wehrstegs (zur Ernst-Walz-Brücke hin) gestimmt. Geplant wird mit Kosten von 10,5 Millionen Euro. 2021 könnte die Brücke schon stehen.

In der Nähe des Wieblinger Wehrs soll eine neue Radbrücke über den Neckar gebaut werden (Archivbild).

Ziel ist eine „komfortable Anbindung der südlichen und südwestlichen Stadtteile an das Neuenheimer Feld, eine Entlastung der Ernst-Walz-Brücke und der Mittermaierstraße sowie eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Umfeld der neuen Brücke in Bergheim“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Bürgerbeteiligung am 13. Juli

Der jetzt anstehende zweistufige Planungswettbewerb sieht die intensive Einbindung von Bürgern und Interessensgruppen (Stadtteilvereine, Bezirksbeiräte, Universität, Beirat für Menschen mit Behinderungen, ADFC, Interessengemeinschaft Rad, Interessengemeinschaft Fuß) vor.

In der ersten Stufe, dem Ideenwettbewerb, soll gemeinsam mit den Bürgern die Aufgabenstellung für die Planungsbüros erarbeitet werden. Bürger können sich bei einem öffentlichen Forum am 17. Juli (Bürgerhaus Bahnstadt, 18 Uhr) oder über das Internet beteiligen. 

Die Online-Beteiligung startet am 13. Juli und läuft bis zum 29. Juli unter www.heidelberg.de/radverbindung. Die Aufgabenstellung betrifft unter anderem die Brückengestaltung und -konstruktion, die Gestaltung/Umgestaltung der Zu- und Abfahrten sowie die städtebauliche und freiraumplanerische Konzeption im Umfeld der neuen Brücke.

Jury soll 2019 über Entwürfe entscheiden

Die Aufgabenstellung wird dann vom Gemeinderat beschlossen und anschließend an die teilnehmenden Planungsbüros gegeben. Eine Jury-Entscheidung über die eingereichten Entwürfe ist dann für das erste Halbjahr 2019 vorgesehen. 

Daran schließt sich die zweite Phase – der Realisierungswettbewerb – an. Hier werden die vielversprechendsten Entwürfe aus dem Ideenwettbewerb vertiefend bearbeitet. Eine erneute Jurysitzung mit Entscheidung ist dann für das zweite Halbjahr 2019 vorgesehen.

Hintergrund

Entstehen soll eine etwa sechs Meter breite Querung über den Autobahnzubringer, die Vangerowstraße und den Neckar, die innovativ, baukonstruktiv und gestalterisch die Integration von Stadt- und Landschaftsraum gewährleistet. 

Die zukünftige Rad- und Fußwegeverbindung über den Neckar ist Teil der geplanten Radhauptachse zwischen Mannheim und Schwetzingen. Zudem soll sie eine attraktive Verbindung zwischen den nördlichen und südlichen Stadtteilen darstellen. Von der Querung verspricht sich die Verwaltung auch eine Reduzierung des Autoverkehrs im Stadteingang Bergheims. (rmx)

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