Prozess um Tod von Julia B.

Google-Verläufe und Pornos: Handy von Johann N. vor Gericht durchleuchtet!

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Johann N. (kleines Bild) steht vor Gericht, weil er seine Freundin, Julia B., im Streit getötet hat. (Archivbild)

Heidelberg - Am sechsten Prozesstag im Fall Julia B. geht es am Landgericht um sehr intime  Details! Dabei spielt vor allem das Handy des angeklagten Johann N. eine wichtige Rolle.

Sechster Prozesstag um den gewaltsamen Tod von Julia B. 

Kriminalhauptkommissar M. hat das Smartphone des Angeklagten durchleuchtet und alle Daten, Chat- und Suchverläufe protokolliert. 

Hier kommt heraus, dass Johann seiner Lebensgefährtin eine Sprachnachricht schickte, nachdem er ihre Leiche in Zwingenberg abgelegt hat! Diese wird vom Richter während der Verhandlung verlesen. Darin sagt er zu seiner bereits toten Freundin: „Ich bringe dir ‘ne Ladung von deinen Scheiß-Klamotten zu deiner Mama.“

Auch spricht er davon, dass Bekannte bereits nach dem Verbleib von Julia fragen. Daraufhin sagt er: „Falls Du diese Nachricht auch mal hörst, dann melde dich bei denen.“

Erschreckend ist ebenfalls, wie Johann N. in einer Sprachnachricht an einen Freund über die Getötete spricht: „Sie hat mir immer noch dreist ins Gesicht gelogen“, sagt er mit einem „extrem lachenden Unterton“, wie der Polizeibeamte es beschreibt.

„Sie ist für mich sowas von abgehakt - im Prinzip jetzt schon“, heißt es in einer weiteren Sprachnachricht an den Freund. Außerdem beleidigt er Julia B. dabei aufs Übelste.

Schockierender Suchverlauf

Auch der Internet-Suchverlauf von Johann ist erschütternd! Im Verlauf des Handys finden sich zunächst Stichwörter wie „Spermaflecken feststellen“ oder „Spermafleck-Test“. Offenbar hatte Johann N. bereits im Juli einen Verdacht, dass seine Freundin ihn betrügt. Außerdem suchte er im Internet danach, wie man eine Handysperre umgeht.

In der Tatnacht  googelt Johann nach „Schlafphasen“ und nach „gesundem Schlaf“. An einem früheren Prozesstag hatte der Anwalt von Julias Familie dem Angeklagten auch vorgeworfen, Julia bereits im Schlaf angegriffen zu haben.

Besonders schockierend: Die Beamten finden Pornoseiten im Verlauf von Johanns Handy, die er bereits einen Tag nach Julias Tod aufgerufen hat! Wie der Beamte erzählt, habe er sich ab dem 13. August „täglich blockweise im Internet Pornos angeschaut“ – während seine Freundin tot in einem Graben an der Autobahn lag. 

Außerdem habe er nach der Tat die Nachrichten verfolgt und habe sogar die Internetseite der Kriminalpolizei Mannheim besucht.

Planten Julia und Johann ein Kind?

Im Prozess wird auch über Julias Kinderwunsch diskutiert. Die junge Frau hatte bereits eine Fehlgeburt hinter sich und manche Zeugen sagen, dass sie sich sehnlichst ein Kind gewünscht habe.

Julias Frauenarzt sagt aus, dass sie sich Anfang März 2017 einer aufwändigen Untersuchung unterzogen habe, um zu Prüfen, ob die Eileiter durchgängig seien und sie schwanger werden könne. Wie der Arzt erklärt, handelt es sich dabei um eine Bauchspiegelung durch den Bauchnabel, die unter Vollnarkose durchgeführt wird. 

Bei der Untersuchung kommt heraus, dass Julias Kinderwunsch nichts im Wege steht. Danach lässt sich die junge Frau wieder die Pille verschreiben. „Das passt für mich nicht ins Bild hinein“, so Julias Frauenarzt.

Hintergrund

Julia B. wird am 13. August 2017 vermisst gemeldet. Beamte der Kripo finden am 1. September die Leiche der Heidelbergerin in stark verwestem Zustand in der Nähe der A5 bei Zwingenberg.

Großangelegte Suche nach Julia B.

Im Rahmen der Ermittlungen fällt der Verdacht schnell auf ihren Lebensgefährten Johann N. Seit August 2017 sitzt er in Untersuchungshaft. 

Der Prozess wird am 19. März um 9 Uhr fortgesetzt.

jab

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