Senioren geprellt 

Mit Polizisten-Trick Vermögen gemacht: Drei Betrüger verurteilt! 

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Der Angeklagte Hassan B. wurde zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 9 Monaten verurteilt. (Symbolbild) 

Heidelberg - Sie prellten Senioren in der gesamten Region um ihr Vermögen und ergaunerten so mehrere hunderttausend Euro! Nun wurden drei „falsche Polizisten“ am Landgericht verurteilt:

Am Dienstag den 10. Juli verurteilt die Jugendkammer die drei Betrüger, die mit dem falscher Polizisten-Trick mehrere Senioren um ihr Vermögen brachten.

Die dreiste Vorgehensweise

Der 24-jährige Angeklagte Hassan B. und mindestens zwei Mittäter riefen von einem Stützpunkt in der Türkei aus Senioren im gesamten Bundesgebiet an und gaukelten ihnen vor, dass sie Polizeibeamte wären. Sie behaupteten den Senioren helfen zu wollen ihr Erspartes auf der Bank vor Kriminellen in Sicherheit zu bringen.

Nach den ersten Gesprächen riefen sie immer wieder bei den Senioren an um sie inAngst um ihr Vermögen zu versetzen. So lange bis diese schließlich einwilligten, sich ihr Geld von der Bank auszahlen zu lassen und es den vermeintlichen Ermittlern zu übergeben.

Der Angeklagte B. soll dann einen sogenannten Abholer, den 18-jährigen Amin S., zu der jeweiligen Wohnanschrift dirigiert haben. Der zur Tatzeit ebenfalls 18-jährige Angeklagte Lewon K. begleitete Amin S. in einem Fall bei der Abholung, ohne nähere Kenntnis von den Hintergründen der Tat zu haben.

Auf diese Weise erbeutete Hassan B. im September 2017 bei einer 96-jährigen Frau aus Fellbach rund 258.000 Euro Bargeld und Goldbarren, die die Ermittler nach der Tat sicherstellen konnten. 

In einem weiteren Fall im Oktober 2017 ließ der Angeklagte B. seinen Komplizen Amin S. 44.000 Euro bei einer 83-jährigen Frau aus Sinsheim abholen. Zwei weitere Fälle können dem Betrüger nachgewiesen werden. 

Das Urteil 

Die Kammer verurteilt Hassan B. wegen des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in drei Fällen sowie versuchten gewerbsmäßigen Bandenbetrug in einem weiteren Fall zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten

Der Angeklagte Amin S. wurde wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in zwei Fällen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. 

Der Angeklagte Lewon K. wurde wegen Beihilfe zum Betrug verwarnt. Außerdem wurde gegen ihn ein Jugendarrest von zwei Wochen verhängt und er erhielt die Weisung zur Verrichtung von 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

pm/kp

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