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Heidelberg: Weiter Streit um Faulen Pelz ‒ „Kleinere Ausbesserungsarbeiten“

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Im Streit um das Ex-Gefängnis Fauler Pelz bleiben die Fronten verhärtet. Zwischen der Stadt und dem Land Baden-Württemberg ist derzeit keine Einigung in Sicht:

Im Streit um das ehemalige Gefängnis Fauler Pelz in Heidelberg ist weiterhin keine Einigung in Sicht. Das Land beharrt weiterhin auf seinen Plänen, das ehemalige Gefängnis „Fauler Pelz“ für den Maßregelvollzug von suchtkranken Straftätern zu nutzen. In einer Antwort des für die Unterbringung von psychisch kranken und drogensüchtigen Straftätern zuständigen Sozialministeriums auf ein Schreiben der Stadt heißt es, wenn diese ‒ wie angekündigt ‒ einen Baustopp verfüge, werde es Widerspruch einlegen. Über diesen müsse laut Stellungnahme dann das Regierungspräsidium Karlsruhe entscheiden.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (31. Dez. 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Fauler Pelz in Heidelberg: Wird „Provisorium“ zur Dauerlösung?

Die Stadt Heidelberg und die Ruprecht-Karls-Universität wollen in dem denkmalgeschützten Gebäude Forschungs- und Arbeitsplätze für Hochschulmitarbeiter schaffen. Bei der Finanzierung ist die unter Raumnot leidende Landesuniversität allerdings auf das Land angewiesen. Dieses will hingegen vorübergehend auf der ihm gehörenden Liegenschaft zusätzliche Kapazitäten für die Therapie von drogensüchtigen Straftätern schaffen. Dass es sich um ein bis 2025 begrenzte Nutzung handelt, nimmt die Stadt dem Ministerium angesichts von elf Millionen Euro Kosten für die Reparaturen und den auch künftig knappen Plätzen für Psychiatrie-Patienten nicht ab.

Laut dem Ministerium handelt es sich aber bei der Tätigkeit von Handwerkern in dem Gebäudekomplex um „kleinere Ausbesserungsarbeiten“, die keine Baugenehmigung erfordern. Aus Sicht der Stadt werden an dem Komplex hingegen im Zuge einer neuen Nutzung Bauarbeiten verrichtet, für die das Heidelberger Bauamt grünes Licht geben müsse. Insofern seien sie unzulässig.

Das ehemalige Gefängnis „Fauler Pelz“ in der Altstadt von Heidelberg.
Das ehemalige Gefängnis „Fauler Pelz“ in Heidelberg. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Streit um Fauler Pelz in Heidelberg: Fronten bleiben verhärtet

Baden-Württembergs Sozialministerium hat im Gegensatz zur Stadt auch keine Bedenken hinsichtlich des Denkmalschutzes des 150 Jahre alten Gebäudekomplexes, in dem von Herbst an 80 Patienten untergebracht werden sollen. „Das im Vordergrund stehende äußere Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Anlage wird durch die in Durchführung befindlichen Maßnahmen nicht beeinträchtigt“, heißt es in dem Brief des Ressorts von Minister Manne Lucha (Grüne). Zu der Instandsetzung gehörten etwa das Streichen der Innenwände, der Austausch von Sanitäranlagen oder Ausbesserungsarbeiten, die auf den Leerstand zurückzuführen sind.

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Das Ministerium wirft der Stadt vor, „in Bausch und Bogen alles, was dort an Maßnahmen erfolgt, als denkmalschutzrechtlich genehmigungsbedürftig einzuordnen“. Gebe die Kommune diese kategorische Haltung auf, sei das Land offen für eine Diskussion, an der auch Denkmalschutzfachleute teilnehmen sollen. Dazu bietet das Ministerium der Stadt einen Vororttermin an. (rmx/dpa)

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